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Flexibel und leistungsstark Mehr Produktivität mit Fräsbearbeitungszentrum in Fahrständerbauweise

Autor / Redakteur: Klaus Vollrath / Anne Richter

Für die Bearbeitung von Bauteilen investierte ein Hersteller von Aufliegern für den Schwerlastverkehr in ein Fräsbearbeitungszentrum in Fahrständerbauweise mit zusätzlichem Drehtisch und der Möglichkeit zum Pendelbetrieb. Die Lösung erzielte Produktivitätsfortschritte von bis zu 40 %.

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Das bei Faymonville seit Juni 2017 in der Produktion eingesetzte MTE-Fräsbearbeitungszentrum FBF-S 6000.
Das bei Faymonville seit Juni 2017 in der Produktion eingesetzte MTE-Fräsbearbeitungszentrum FBF-S 6000.
(Bild: MTE)

«Wir sind Hersteller von Transportaufliegern für Schwer- und Spezialtransporte», erläutert Andy Schauss, Leiter der CNC-Fertigung im Stammwerk der Faymonville AG in Büllingen (Belgien). Das in sechster Generation von der Gründerfamilie geführte Unternehmen hat sich auf den Bereich der Schwer- und Spezialtransporte spezialisiert und gehört auf seinem Gebiet zur Spitzengruppe mit weltweitem Vertrieb. Im Segment selbstfahrender Systeme werden dabei sogar Lasten bis zu 15 000 Tonnen bewältigt. Faymonville bietet aus einem modularen Baukastensystem heraus kundenspezifische Lösungen an, da die jeweiligen Bedürfnisse sehr variieren können. Zu letzteren gehört aufgrund der weltweiten Präsenz des Unternehmens auch die Berücksichtigung der auf den jeweiligen Märkten geltenden Vorschriften, die sich von Land zu Land teils erheblich unterscheiden. Diese Vielfalt – jährlich entstehen mehrere 1000 derartiger Auflieger – stellt an die Fertigung natürlich sehr hohe Anforderungen. Vor allem auch deshalb, weil es sich um Schweisskonstruktionen aus zahlreichen kleineren und grösseren Teilen handelt, die teils aufwendig bearbeitet werden müssen.

Höchste Flexibilität bei der Fertigung

«Viele unserer Aufträge sind zeitkritisch, weshalb wir uns bei der Versorgung mit Dreh- und Frästeilen keine Abhängigkeiten leisten können», ergänzt ­A. Schauss. Die Kunden setzten ständige Innovation als selbstverständlich voraus und erwarteten darüber hinaus preisliche Wettbewerbsfähigkeit, kurze Lieferzeiten, Pünktlichkeit bei der Auslieferung sowie insbesondere natürlich beste Qualität. Deshalb fertige man nahezu alle Stahlbaukomponenten im eigenen Hause. Der beinharte Wettbewerb bedinge einen enormen Zeitdruck. Von seiner Abteilung, in der aktuell acht Fräsbearbeitungszentren sowie neun Drehzentren im Einsatz stehen, werde daher extreme Flexibilität gefordert. Dies betreffe sowohl die Abmessungen der Werkstücke als auch den ständigen Mix aus allen möglichen Varianten der Bauteile, weshalb man aus Kostengründen kaum Halbfertigteile am Lager halten könne. Trotz konsequenter Modularisierung sowie der Verwendung von Gleichteilen könne man nur selten Serien von mehr als vielleicht einem Dutzend bis maximal 100–200 Stück fertigen. Schnelle Umrüstbarkeit und Eignung zur Herstellung von Grossteilen ebenso wie Kleinteilen stünden daher im Vordergrund. Hinzukomme als weitere Herausforderung die teils schwierige Zerspanbarkeit der zu bearbeitenden Werkstoffe, bei denen es sich vielfach um zähe und zugleich hochfeste Feinkornbaustähle mit Festigkeiten bis zu 1100 N/mm2 handelt. Als eine der Bettfräsmaschinen Mitte 2016 das Ende ihrer Lebensdauer erreichte, wurde geeigneter Ersatz gesucht.