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Qualitätssicherung Messen heisst Wissen

| Redakteur: Anne Richter

Aufgrund ihrer innovativen Fertigungstechniken ist die Fisba Optik AG, führende Anbieterin optischer Systeme und Komponenten, als Produzentin hochwertiger optischer Komponenten bekannt. Ihre weltweit geschätzte Qualität sichert Fisba unter anderem mit dem Koordinatenmessgerät Zeiss Micura.

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Mit der Zeiss Micura misst Fisba Optik auch mechanische Teile und Prototypen hochgenau.
Mit der Zeiss Micura misst Fisba Optik auch mechanische Teile und Prototypen hochgenau.
(Bild: Zeiss)

St. Gallen ist mit etwas über 70 000 Einwohnern ein idyllischer Ort auf der schweizerischen Seite des Bodensees. Doch so beschaulich die Stadt für Touristen auch scheint – für hier ansässige Firmen mit Weltruf, wie die Fisba Optik AG mit ihren 350 Mit­arbeitern, bleibt keine Zeit fürs Innehalten. «Wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sonst verlieren wir den Anschluss», berichtet Geschäftsführer Werner Krüsi. Und darum setzt Fisba Optik alles daran, mit Innovationen, Qualität und Service auch weiterhin bei ihren Kunden zu punkten. Wie W. Krüsi betont, konzentriert sich das Un­ternehmen derzeit insbesondere auf drei Know-how-Schwerpunkte: erstens die Umformung von Glas, zweitens optisches Design und drittens Mikro-Optik. Dabei tritt die 1957 gegründete Firma zum einen als Entwicklungspartner vom optischen über das mechanische Design bis zur opto-elektronischen Integration auf. Zum anderen ist das Unternehmen Qualitätszulieferer von Komponenten und Systemen.

Weltweit bekannt ist Fisba Optik beispielsweise für ihre hochwertigen Mikrooptiken, die in Endoskopen eingesetzt werden. Ob die St. Galler ihre hochgesteckten Ziele erreichen, das hängt laut Krüsi letztlich auch von der eingesetzten Messtechnik ab: «Die Messtechnik ist in der Optik eine Querschnittstechnologie. Wer hier über die präzisesten Geräte und die effizientesten Strategien verfügt, hat die Nase vorn, sowohl in der Forschung und Entwicklung als auch in der Fertigung.» Und weil die Fisba Optik immer einen Schritt weiter sein will als ihre Wettbewerber, warfen Geschäftsführung und Ingenieure auch in letzter Minute eine bereits vom Verwaltungsrat genehmigte Investitionsentscheidung um und kauften doch lieber die teurere, aber deutlich präzisere und funktionalere Koordinatenmessmaschine Zeiss Micura.

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Endlose Messaufgaben

«Wenn wir nicht messen, dann wissen wir nicht wirklich, was wir tun», unterstreicht der Geschäftsführer die Bedeutung des Messens in der Optik. Und bezieht sich dabei sowohl auf die Entwicklung als auch auf die Fertigung optischer Komponenten und Systeme. Letztere ist ausgesprochen arbeitsteilig: feinschleifen, polieren, zentrieren, vergüten, montieren. Und nach jedem Arbeitsschritt kontrolliert Fisba Optik die Qualität: visuell und mithilfe verschiedener Messgeräte wie Interferometer, Autokollimatoren und mit Koordinatenmessgeräten wie Zeiss Micura. Das seit Sommer 2013 bei Fisba Optik eingesetzte Messgerät spielt insbesondere bei kleinen und komplizierten Bauteilen mit engen Fertigungstoleranzen, wie sie in der Optik keine Seltenheit sind, seine Stärken aus.

Angeschafft wurde Zeiss Micura von Fisba Optik, weil das Unternehmen eine hochpräzise CNC-Maschine für die Linsenfertigung gekauft hatte und für die Qualitätssicherung ein sehr genaues Messgerät brauchte. «Nur wenn der Messprozess sehr genau ist, ist auch der Bearbeitungsprozess präzise», betont Robert Huber, Leiter Vorbearbeitung und Mechanik der Fisba Optik. Die Messungenauigkeit der kompakten Messmaschine liegt bei lediglich 0,7 μm + L/400. Weiterer Vorteil: Zeiss Micura arbeitet nicht mit Einzelpunktantastung, das Messgerät scannt – mit bis zu 200 Messpunkten in der Sekunde. So lassen sich in kurzer Zeit neben geometrischen Grössen auch Form- und Lageparameter wie Rundheit oder Ebenheit präzise erfassen. Obwohl Fisba Optik das Messgerät zunächst für die Prozessüberwachung der CNC-Maschine für die Herstellung optischer Komponenten angeschafft hatte, werden mittlerweile auf der Maschine vor allem Mechanikteile und Prototypen gemessen. «Wir können mit Micura so schnell Aussagen zur Qualität der Linsenfertigung treffen, dass wir genügend Kapazitäten haben, um viele weitere Messaufgaben zu erledigen», so Huber. Das hat die Zufriedenheit und Motivation der Maschinenbediener auch jenseits der Linsenfertigung in den letzten Monaten deutlich erhöht. Denn jetzt bekommen auch sie sehr viel schneller ein Feedback, ob beispielsweise die von ihnen gefertigten Werkzeuge den Qualitätsanforderungen gerecht werden oder eben nicht. Bei Problemen erfahren sie zudem, welche Fehlerquellen sie ausschliessen können und wo sie eventuell nachjustieren müssen. «Somit bekommen sie schneller die Qualität, die sie wollen.»

Aber nicht nur die Fertigung steuert Fisba Optik mit Zeiss Micura. Da das Messgerät sehr viel schneller als früher umgerüstet werden kann, kommen auch die Entwickler jetzt deutlich häufiger in den Messraum, um ihre Konstruktionen «mal schnell nachmessen zu lassen». Mindestens einmal pro Woche arbeiten die Messtechniker für die 35 Mann starke Abteilung Forschung und Entwicklung. Und damit deutlich häufiger als früher. Damals belegte die Abteilung die Maschine komplett zwei Wochen im Jahr. Den Rest des Jahres musste sie aufgrund der langen Umrüstzeit des Messgerätes dann nach anderen Wegen suchen beziehungsweise das Messen extern vergeben. Im Einsatz ist das laut Huber «höchst zuverlässige Messgerät» mittlerweile fast die ganze Schicht über. Denn auch die Qualität der zugelieferten Teile prüfen die Messtechniker fast ausschliesslich mit diesem Koordinatenmessgerät.

Raus aus der Sackgasse

Für Zeiss Micura entschied sich Fisba Optik sozusagen in letzter Minute. Es war bereits ein Messgerät im Einsatz, das die alte Messmaschine ersetzen sollte. Aber sowohl Ingenieure aus der Abteilung Forschung und Entwicklung als auch Huber machten sich dafür stark, dass die bereits vom Verwaltungsrat getroffene Entscheidung zum Kauf des gemieteten Gerätes rückgängig gemacht wurde, erinnert sich Krüsi. «Die andere Messmaschine hätte uns letztlich in eine Sackgasse geführt», betont der Geschäftsführer und erklärt, dass sein Unternehmen nur mit dieser «stabilen und hochgenauen Messmaschine an die absolute Weltspitze kommen wird.» Aber nicht nur die Präzision des Messgerätes überzeugte die Schweizer. Sie waren zudem beeindruckt vom einfachen Handling, wodurch sich deutlich schneller alle anfallenden Mess­aufgaben erledigen lassen. Und auch die Auswertung der Messergebnisse per Knopfdruck kommt hervorragend bei allen Beteiligten an. Denn jetzt müssen sie die Messergebnisse nicht mehr händisch eingegeben, sondern können diese einfach mit dem CAD-Modell abgleichen und damit sehr viel schneller auftretende Probleme erkennen. Das Fazit des Geschäftsführers fällt klar aus: Die Investition in das teurere, aber nach seiner Meinung auch um Klassen bessere Messgerät hatte sich gelohnt. «Wir wissen heute noch besser als bisher, was wir tun.» -ari- SMM

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