Messtaster von Blum Novotest: digital und analog kombiniert
>> Auf der EMO stellt Blum einen neuen Messtaster vor. Der TC76-Digilog ist weltweit der erste Messtaster für den Einsatz in Werkzeugmaschinen, der Analog- und Digitaltechnik vereint. Die neue Technologie eröffnet neue Einsatzgebiete und führt zudem zu Zeitersparnissen.
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ari. Blum-Novotest, führender Anbieter von innovativer und qualitativ hochwertiger Mess- und Prüftechnologie, präsentiert auf der EMO 2011 in Halle 5 auf Stand D12 mit dem TC76-Digilog den weltweit ersten Messtaster für den rauen Einsatz in Werkzeugmaschinen, der Digital- und Analogtechnik vereint.
Wolfgang Reiser, Entwicklungsleiter von Blum-Novotest, erläutert: «Messtaster sind normalerweise genau das, was der Name meint: Taster. Berührt die Tastspitze die Werkstückoberfläche, wird ein Schaltsignal generiert. Analoge Messtaster, also solche, die die Auslenkung des Tasteinsatzes messend auswerten und nicht nur ein digitales Ein/Aus-Signal liefern, waren bisher sehr gross, kostspielig und meist nur in Koordinatenmessmaschinen zu finden. Mit dem TC76-Digilog stellen wir einen Messtaster vor, der Digital- und Analogtechnik in einem Ø25mm-Gerät zusammenführt. Kurz gesagt ein ‹digiloger› Messtaster.»
Bisher geben die handelsüblichen Messtaster ein digitales Signal an die Maschinensteuerung weiter. Dieses wird bei den Blum-Messtastern über ein modernes, rotationssymmetrisches Messwerk und die Abschattung einer Miniaturlichtschranke generiert. Sobald die Maschinensteuerung dieses Schaltsignal erkennt, liest sie die Position der Achsen aus und errechnet daraus die Position des gemessenen Punktes im Arbeitsraum.
Zeitersparnis und und grösserer Einsatzbereich
Im Dialog mit Kunden hat Blum nun die bisherige Technologie weiterentwickelt. Die Idee ist einfach und doch genial: Wenn man den Beginn der Abschattung der Lichtschranke messen kann, dann muss es auch möglich sein, den prozentualen Anstieg der Abschattung auszuwerten, der entsteht, wenn der Messeinsatz immer weiter ausgelenkt wird. Damit lässt sich ein analoges Signal generieren, das den Einsatzbereich von Messtastern im Bearbeitungszentrum stark erweitert und zudem sehr viel Zeit einsparen kann. Dabei ist der Messtaster TC76-Digilog im mechanischen Anschluss kompatibel zu den typischen 25mm-Messtastern mit M16x1-Befestigungsgewinde – und das digitale Messen ist natürlich nach wie vor uneingeschränkt möglich.
Vorteile bietet das analoge Messen immer dann, wenn es um die Beurteilung von Flächen oder Linien geht, zum Beispiel wenn eine Werkstückoberfläche auf Bearbeitungsfehler hin überprüft werden soll. Bei Nutzung eines schaltenden Digitaltasters müssen in einem solchen Fall sehr viele Punkte gemessen werden, um eine ausreichende Auflösung zu erreichen, während ein Analogtaster «scannend» über die Oberfläche geführt werden kann, dadurch und in einem Bruchteil der Zeit mehr Punkte aufnimmt. Dabei werden erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht, bis 2 m/min sind bei hervorragender Genauigkeit möglich.
Komplettprüfung von grossen Zahnrädern möglich
Einen Messtaster auf der Bearbeitungsmaschine schaltend, also digital und jetzt auch analog messend einsetzen zu können, sehen nicht nur die Spezialisten von Blum als revolutionären Schritt an. Auch die Mehrkosten gegenüber einem rein digitalen Messtaster halten sich in Grenzen, Blum-Novotest denkt sogar darüber nach, die Analogfähigkeit in seinen anderen digitalen Messtastermodellen nachzurüsten; ein kabelloses Modell, das einfach aus dem Werkzeugmagazin eingewechselt werden kann, soll schon bald auf den Markt kommen.
Praxisbeispiel für den Einsatz des TC76-Digilog stellt die Vermessung sehr grosser Zahnräder dar, die bisher nur stichprobenartig, heute aber komplett auf ihre Qualität hin geprüft werden. Oder die Kontrolle von Ventilsitzen in PKW-Zylinderköpfen, bei denen Ringwülste mit einer Höhe von wenigen Mikrometern früher erst verspätet erkannt wurden, während heute die Kontur jedes Ventilsitzes sofort nach dem Reibvorgang mit dem digilogen Messtaster abgefahren wird.
«Heute werden Bearbeitungsvorgänge in der Serienproduktion im Millisekundenbereich optimiert, da passen Messvorgänge, die mehrere Minuten oder noch länger dauern, nicht in den Fertigungsablauf, ganz zu schweigen von Qualitätskontrollen zwischen den Bearbeitungsschritten auf der Messmaschine. In diesem Rahmen ersetzt die fertigungsintegrierte Messung im Bearbeitungszentrum die Qualitätskontrolle auf der Messmaschine nicht, sondern ergänzt sie. Das Messen in der Maschine dient letztendlich der direkten Überwachung des Fertigungsprozesses, weniger der gesamthaften Qualitätskontrolle», fasst Wolfgang Reiser zusammen. <<
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