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Interview Mikrobearbeitung: Mit fünf Achsen auf einem Quadratmeter

Zorn entwickelt und fertigt in Deutschland die Micro-One, ein extrem kompaktes Bearbeitungszentrum. Ein Interview zum Thema Kleinmaschinen am Werkplatz Schweiz mit Stefan Luther, CEO und Inhaber von Argonag, Schweizer Vertretung der Marke Zorn.

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Die Zorn Micro-One ist aus einem Granitrahmen aufgcebaut, was dem Anwender eine minimale Verformung und maximale Steifigkeit bietet.
Die Zorn Micro-One ist aus einem Granitrahmen aufgcebaut, was dem Anwender eine minimale Verformung und maximale Steifigkeit bietet.
(Bild: Zorn)

Die Micro-One von Zorn ist ein kompaktes Bearbeitungszentrum zur Kleinteilebearbeitung, das flexibel an die unterschiedlichsten Anforderungen angepasst werden kann. Es zeichnet sich nicht nur durch seine kompakte Bauweise, sondern auch durch seine hohe Qualität und seine auf austauschbaren Modulen basierenden Bauweise aus. Seine Stärken sind eine optimale Ergonomie und die Modularität, die separate Vorschubeinheiten erlaubt. Ausserdem wurde das Werkzeugmagazin erweitert und Mikroschmierung eingesetzt. Die hervorragende Steifigkeit und thermische Stabilität werden durch den Einsatz eines Granitblocks erzielt, was wiederum eine hohe Präzision gewährleistet. Hubert Truckenbrod, Abteilungsleiter bei Zorn, sagt: «Da wir unsere Automatisierungslösungen selbst entwickeln und herstellen, sind wir sehr flexibel und können unsere Micro-One kundenspezifisch automatisieren, je nach Bedarf für die Uhrenindustrie, die Mikrotechnik oder die Medizintechnik.»

Martin Zeiher, Geschäftsführer der Zorn Maschinenbau GmbH, ist nach der Präsentation der neuen Maschine in Saignelégier und am Argonag-Stammsitz in Affoltern am Albis sicher: «Gemeinsam mit unserem Schweizer Vertriebspartner Argonag haben wir unser 5-Achs-Bearbeitungszentrum in der Schweiz präsentiert. Mit der Zorn-Micro-One haben wir genau die richtige Maschine für die Fertigung von Mikroteilen in der Schweiz.»

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Interview mit Stefan Luther, Inhaber und Geschäftsführer der Argonag

SMM: Haben Sie den Eindruck, dass Mikromaschinen irgendwann traditionelle Bearbeitungszentren ablösen werden, oder denken Sie, dass es nur eine vorübergehende Modeerscheinung ist?

Stefan Luther: Von einer Modeerscheinung kann keine Rede sein. Aufgrund der verschiedenen Bearbeitungen werden aber auch die traditionellen Bearbeitungszentren in Zukunft nicht abgelöst werden. Mikrobearbeitung erfolgt bisher oft auf überdimensionierten Maschinen. Mit Mikromaschinen, wie der Zorn-Micro-One, werden Kosteneinsparungen in verschiedenen Bereichen erreicht und zusätzlich wird durch weniger bewegte Masse die Dynamik und Genauigkeit verbessert. Weil die Fertigung von Kleinstteilen und die Miniaturisierung unaufhaltsam fortschreiten, sehe ich für Mikro-Bearbeitungszentren einen stetig wachsenden Markt.

Sind Sie der Meinung, dass die geringe Grundfläche und der geringe Energieverbrauch wichtige Aspekte bei der Kaufentscheidung sind?

S. Luther: Dies ist ein sehr wichtiger Punkt. Bei sinkenden Margen sucht der Kunde Einsparmöglichkeiten. Daher ist ein geringerer Verbrauch an Strom und Luft interessant. Zusätzlich werden die Kosten vermindert durch die eingesetzte Minimalmengenschmierung, die auch noch sehr umweltfreundlich ist. Die geringe Aufstellfläche der Zorn-Micro-One von rund 1 m2 ist ebenfalls ein wichtiges Kaufargument, denn oft ist nicht viel Platz vorhanden und die Kosten pro m2 in der Schweiz sind hoch.

Glauben Sie, dass Ihr Lieferant andere Mikromaschinen mit anderen Funktionen wie Drehen, Laserschneiden/Texturieren, Erodieren oder andere wie additive Fertigung anbieten wird?

S. Luther: Ja, es wurden bereits Anwendungen mit Laserschneiden umgesetzt, vorwiegend in der Medizintechnik. Additive Fertigung ist bisher nicht angedacht, aber Drehbearbeitungen sind bereits jetzt möglich. Ausserdem ist für 2020 eine Mikromaschine für Kombianwendungen Drehen und Fräsen in Planung.

Ist der Markt bereits reif, diese Art von Kompaktmaschine weitgehend zu begrüssen, und sind Sie der Meinung, dass die F&E-Arbeiten in diese Richtung fortgesetzt werden sollten?

S. Luther: Wir haben letztes Jahr die Zorn-Micro-One bei uns in Affoltern vorgestellt und dann zusätzlich in Saignelégier einen Event organisiert. Dort waren wir praktisch im Herzen der Mikrobearbeitung und haben sehr positive Rückmeldungen erhalten. Wir sehen hier ein sehr grosses Potenzial, der Markt ist definitiv reif.

Was schlagen Sie vor, um Teile zu be- und entladen sowie den Zustand der Werkzeuge zu ändern und zu überprüfen?

S. Luther: Es ist ein grosser Vorteil, dass die Firma Zorn Maschinenbau GmbH seit über 30 Jahren Sondermaschinenbau betreibt. Bereits bei der Entwicklung der Micro-One wurde darauf geachtet, dass die Maschine automatisiert werden kann. Natürlich ist es bei den hochgenauen Anwendungen absolut notwendig, die Werkzeuge laufend zu überprüfen. Wir können hier wirklich sehr kundenspezifische Automatisierungslösungen anbieten, sei es mit dem kompakten Zorn-Automatisierungsmodul mit Roboter, Teilezuführung über Schüttgut, einen speziell entwickelten Stangenvorschub oder speziell angefertigte Zu- und Abführlösungen. SMM

(ID:46391812)

Über den Autor

Ingénieur ETS en microtechnique, journaliste RP Jean-René Gonthier

Ingénieur ETS en microtechnique, journaliste RP Jean-René Gonthier

Rédacteur en chef du magazine MSM Mensuel de lindustrie