Bohren, Drehen, Fräsen in der Stiftung Balm Mit präzisen Bohr-, Dreh- und Fräsarbeiten am Markt bestehen

Autor: Anne Richter

In der mechanischen Fertigung der Industriewerkstatt der Stiftung Balm wird mit modernen CNC-Bearbeitungszentren gearbeitet. Die jüngste Investition ist eine FZ15W Baseline von Chiron. Die neue Maschine ermöglicht aufgrund ihrer Schnelligkeit eine gute Wettbewerbsfähigkeit am Markt.

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Neueste CNC-Technik im Einsatz: Die Industriewerkstatt der Stiftung Balm setzt auf Qualitätslösungen der neuesten Generation. Im Bild die Innenansicht der neuen FZ15W Baseline von Chiron.
Neueste CNC-Technik im Einsatz: Die Industriewerkstatt der Stiftung Balm setzt auf Qualitätslösungen der neuesten Generation. Im Bild die Innenansicht der neuen FZ15W Baseline von Chiron.
(Bild: Anne Richter, SMM)

«Wir sind ein Lohnfertigungsbetrieb. Wir müssen uns genauso am Markt behaupten wie jeder andere Lohnfertiger auch», erklärt Urs Graf, Leiter der Industriewerkstatt der Stiftung Balm in Jona. Die Stiftung Balm begleitet und unterstützt vor allem Menschen mit angeborener geistiger Behinderung. Die Industriewerkstatt ist mit rund 95 geschützten Arbeitsplätzen die grösste Abteilung im Bereich Produktion und Dienstleistung der Stiftung. U. Graf ergänzt: «Wir müssen genauso offerieren wie andere Betriebe und unsere Angebote müssen den Kunden genauso überzeugen in Bezug auf Preis, Qualität und Zuverlässigkeit.»

Momentan arbeitet die Industriewerkstatt mit bis zu 40 verschiedenen Kunden. Ein Grossteil davon sind Montagearbeiten. Wobei die Montageabteilung flexibel auf verschiedene Auftragsarbeiten reagieren kann. Je nach Art und Umfang des Auftrags werden Einzel- oder teilautomatisierte Arbeitsplätze eingesetzt.

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Mechanische Fertigung mit modernem CNC-Maschinenpark

Zwei der insgesamt acht Arbeitsgruppen der Industriewerkstatt sind in der mechanischen Fertigung tätig. Im modernen CNC-Maschinenpark werden Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen wie Aluminium, Stahl oder Kunststoff gefertigt. Nach Kundenauftrag werden unter anderem Bohr-, Fräs-, Dreh-, Säge- und Pressarbeiten ausgeführt. Die Materialbeschaffung sowie die Wärme- und Oberflächenbehandlung wird von der Mechanikabteilung in Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern übernommen. Grossen Wert legt U. Graf auf eine moderne Ausstattung des CNC-Maschinenparks: «Eine hohe Industrialisierung mit CNC-Maschinen garantiert uns gute Aufträge. Wir kaufen immer die aktuelle Technologie und keine Occasionsmaschinen. Mit schnelleren Maschinen können wir die Aufträge auch schneller bearbeiten.»

Wie jeder private Zulieferbetrieb, muss die Stiftung Balm Investitionen selbstständig erwirtschaften. Auch neue CNC-Maschinen für die Industriewerkstatt werden in eigener Verantwortung finanziert, es gibt keine staatlichen oder sonstige Zuwendungen. «Geschützt ist der Behinderte, nicht wir», fasst U. Graf zusammen und ergänzt: «Doch an den CNC-Center arbeiten die stärksten Leute, denn hier bestimmt die Maschine das Tempo.» Die Anforderungen an die Bauteilequalität, -präzision und die Lieferzuverlässigkeit sind denen in anderen Fertigungsbetrieben identisch. «Der einzige Unterschied ist, dass die Bauteile, die wir fertigen, eine geringere Wertschöpfung aufweisen. Geometrien und Formen der Bauteile sind einfacher, als es sonst in der Schweizer Zulieferbranche üblich ist», bestätigt U. Graf und ergänzt: «Unsere Kunden wissen aber in der Regel, was sie von uns Stiftungen erwarten können.»

Präzisionsfertigung mit vorkonfiguriertem Modell

Entsprechend den Anforderungen hat die Stiftung Balm in ein Präzisionsfertigungszentrum von Chiron investiert. Die FZ15W Baseline ist ein kompaktes, stabiles und zuverlässiges Bearbeitungszentrum mit Korbwerkzeugwechsler, Werkstückwechseleinrichtung für die profitable 3- oder 4-Achs-Fertigung.

Mit der Baseline-Produktlinie hat Chiron drei verschiedene Werkzeugmaschinen mit den bewährtesten Top-Technologien vorkonfiguriert. Jedes Modell ist ein vollwertiges Bearbeitungszentrum, welches dank des standardisierten Aufbaus besonders rasch lieferbar ist. Baseline-Maschinen sind flexibel und universell einsetzbar. Im Fokus der Baseline steht, insbesondere Lohnfertigern und Jobshoppern den schnellen und kostengünstigen Einstieg in die Chiron-Qualität zu ermöglichen.

Höchste Positioniergenauigkeit und starke Leistung

Die FZ15W Baseline verfügt über enorme Reserven für eine starke Fräsleistung. Das Herz der Maschine ist der Chiron-Korbwerkzeugwechsler mit 20 Werkzeugplätzen (SK40 oder HSK63). Er bietet höchste Positioniergenauigkeit und kann in jeder Position im Arbeitsraum die Werkzeuge wechseln. Mit kürzesten Span-zu-Span-Zeiten von 2,1 Sekunden ist eine hohe Produktivität gewährleistet.

Ein Arbeitstisch mit Werkstückwechseleinrichtung für hauptzeitparalleles Be- und Entladen trägt zusätzlich zu einer effizienten Zerspanung bei. Es ist eine Tischzuladung von 320 kg pro Seite möglich. «Wir brauchten eine Maschine, die produktiv ist», berichtet U. Graf und fährt fort: «Deshalb haben wir uns für den Wechseltisch entschieden.

Das Mineralguss-Maschinenbett bietet eine hohe Steifigkeit und thermische Stabilität. Auch dank dynamischer Direktantriebe und Präzisionsführungen bezeichnet sie Chiron «hinsichtlich Schnelligkeit, der kompakten Bauweise, Stabilität und Zuverlässigkeit als eine der weltweit besten Werkzeugmaschinen seiner Klasse».

Hohe Stabilität und beste Ergonomie

«Stabilität war ein wichtiges Kriterium für uns. Weniger stabile Maschinen sind im Evaluationsverfahren sofort herausgefallen», bestätigt U. Graf. Die Maschine ist nach dem Vertikal-Ständer-Prinzip aufgebaut. Mit einer Aufstellfläche von 1620 x 3620 mm ist sie sehr kompakt, bietet aber Verfahrwege (X-Y-Z) von 550 x 400 x 425 mm. Der vollgekapselte Arbeitsraum ist mit Edelstahlabdeckungen versehen.

Das Bedien- und Entladekonzept ist nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet, inklusive servicefreundliche Zugänglichkeit zu allen Aggregaten. Für die Industriewerkstatt sind Ergonomie und Bedienbarkeit eine wichtige Voraussetzung: «Unsere Klienten müssen die Maschinen gut bedienen können», erklärt U. Graf.

Wettbewerbsfähig in der Schweiz

«Schlussendlich kann ich sagen, dass die Chiron-Baseline genau die richtige Maschine für unsere Bedürfnisse ist. Mit den 20 Prozent, die die Chiron schneller ist, haben wir einen grossen Vorteil gewonnen», bestätigt U. Graf. Denn mit dem Portfolio, wie es die Industriewerkstatt anbietet, muss sich die Stiftung nicht zuletzt auch gegenüber ausländischen Wettbewerbern behaupten. U. Graf bestätigt: «Damit sind wir hier in der Schweiz mit Arbeiten wettbewerbsfähig, die sonst wahrscheinlich im Ausland durchgeführt werden würden.» SMM

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Redaktorin SMM