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Roboter in der Fertigung
Überhaupt sind Roboter immer besser in Fertigungsprozesse integriert. Der ABB-Industrieroboter IRB 140 trägt beispielsweise in einer Montagelinie des Unternehmens ZF Lenksysteme eine Silikondichtung auf Lenkungsgehäuse auf. Eine knifflige Aufgabe: Das Silikon darf nicht ins Innere des Gehäuses gelangen, aber auch aussen die Anlage nicht verschmutzen. Bislang wurden solche Dosiersysteme separat gesteuert – eine Steuerung für den Roboter, eine für die Dosierung und eine für die Pumpe. ABB hat für ZF Lenksysteme jedoch eine integrierte Lösung entwickelt. Der Roboter steuert die komplette Anwendung – so sind sämtliche Prozesse optimal aufeinander abgestimmt.
Die haptische Sensorik ist bei Robotern ebenfalls besser geworden. Die Sensoren messen zum Beispiel den Widerstand, wenn ein Roboter einen Knopf drückt. Der Lehrstuhl für Industrielle Robotik und Produktionsautomatisierung an der Technischen Universität Dortmund (Deutschland) entwickelt in dem Projekt «HaptoRob» ein System, mit dem Roboter Schalter und Knöpfe automatisch im Dauertest drücken oder drehen. Dies dient der Qualitätskontrolle: Roboter können objektiv, schnell und präzise prüfen, ob alle Bedienelemente der Maschine optimal eingebaut sind. Bislang mussten dies Arbeitskräfte manuell erledigen.
Roboter verpacken bei Trisa
Ein grosser Wachstumsmarkt für die roboterbasierte Automatisierung ist die Konsumgüterindustrie, wo schon heute Roboter in interessanten und aussergewöhnlichen Anwendungen zum Einsatz kommen. So werden beispielsweise für das Verpacken der Pralinenvariante «One by One» der weltberühmten Toblerone in Bern zwei ABB-Roboter eingesetzt. Sie platzieren die einzelnen Schokoladestücke so auf einem Förderband, dass sie am Ende problemlos einzeln eingewickelt werden können. Was in der Theorie einfach klingt, ist es in der Praxis nicht: Kippt nur eines der pro Arbeitsgang abgelegten 200 Schokoladendreiecke, kann es zu Störungen der Produktion und gar zu einem Maschinenstillstand kommen. Daher sind für diese Aufgabe ein komplexes Anlagenkonzept sowie eine sehr präzise Programmierung des Roboters nötig.
In der Schweizer Firma Trisa werden Zahnbürsten mithilfe von ABB-Robotern verpackt. Rund eine Million Bürsten verlassen jeden Tag die Fabrik. Über 40 ABB-Roboter sind vor allem bei der Endverpackung im Einsatz. Der IRB 2400 schnappt sich sechs Zahnbürstenpackungen, beklebt sie mit Etiketten und überprüft sie mit seinem Sensorauge. Solche Beispiele präsentiert ABB am laufenden Band: Bei Müller Bräu stapelt ein IRB 6600 Bierharassen. In Australien hat die Reinigungsfirma Fresh Bins sogar ABB-Roboter auf ihren Lastwagen installiert. Der Roboter nimmt sich Mülltonen, lässt sie von einer zweiten Maschine im Lkw reinigen und stellt sie wieder zurück an die Strasse. Der ganze Prozess dauert wenige Sekunden.
Roboter arbeiten äusserst zuverlässig. Die Dauer zwischen zwei fehlerbedingten Unterbrechungen schätzt ABB auf durchschnittlich 80000 Stunden – vorausgesetzt, die Roboter werden etwa alle 10000 Stunden gewartet. Diese Zuverlässigkeit ist immens wichtig. Die Möbelfabrik Swedwood im schwedischen Hultsfred etwa hat 30 Roboter ganzjährig rund um die Uhr bei voller Auslastung im Einsatz. Swedwood produziert die populäre Ikea-Schrankreihe Pax.
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