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Roboter wird zum Mitarbeiter
Waren früher ABB-Roboter orange, um die Menschen daran zu erinnern, dass sie mit einem starken Produktionsgerät arbeiten, das potenziell eine Gefahr bedeuten konnte, so tritt jetzt ein neues Roboter-Zeitalter ein. Die jüngsten Fortschritte im Software- und Hardware-Bereich versetzen eine neue Generation von Robotern in die Lage, sicher in nächster Nähe mit Menschen zu arbeiten. Als äusseres Zeichen für die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Robotern sind die neuen ABB-Roboter nun weiss, «Graphite White». An der Automatica 2014 in München wurden die neuen Industrieroboter IRB 6700 und IRB 1200 vorgestellt.
In Zukunft werden die Roboter also näher an ihre menschlichen Kollegen heranrücken. Wie das aussieht, kann man im Forschungszentrum der ABB in Ladenburg (Deutschland) sehen. Dort wird seit 2009 im Rahmen des Projekts «Rosetta» an einem zweiarmigen Konzeptroboter für die Produktion geforscht. Rosetta ist ein Akronym für «Robot control for Skilled ExecuTion of Tasks in natural interaction with humans; based on Autonomy, cumulative knowledge and learning». Das auf vier Jahre angelegte Projekt unter der Schirmherrschaft von ABB wird von der Europäischen Union gefördert. Partner sind unter anderem das Politecnico di Milano (Italien), die Lunds Universitet (Schweden) sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart (Deutschland).
Freundlicher menschenähnlicher Roboter
Der Konzeptroboter bewegt sich menschenähnlich, sieht freundlich aus und lernt schnell. Sein menschlicher Kollege zeigt ihm am Computer, was er machen soll. Dafür muss er nicht einmal programmieren können. Die Instruktion erfolgt grafisch. Der Roboter soll zum Beispiel Bauteile zu einem Notfallschalter zusammenbauen. Statt Programmanweisungen für jeden einzelnen Schritt wie «Bewege Hand von Ort A nach B» festzulegen, bewegt der Nutzer einen virtuellen Roboter, so wie es das physikalische Pendant später nachmachen soll. Es übernimmt die Anweisungen und versucht durch Learning by Doing mit jeder Montage seine Bewegungen zu optimieren – so lange, bis der Roboter die schnellste Methode erreicht hat. Der Konzeptroboter des Projekts Rosetta ist eigens dafür konzipiert, direkt mit Menschen zu arbeiten. Die Forscher legten bei der Entwicklung grossen Wert auf Sicherheit und Akzeptanz. Der Roboter soll Menschen weder gefährden noch erschrecken.
Die Forscher am Politecnico di Milano fanden heraus, dass Roboter am angenehmsten empfunden werden, wenn sie sich möglichst menschlich bewegen. Je natürlicher sich die Maschine bewegt, desto weniger gestresst sind die Personen, die mit ihr arbeiten. Die Forscher verfolgen bei Rosetta ein neues Sicherheitskonzept. .Unser Ziel war, den Roboter so zu entwickeln, dass er aus sich heraus sicher ist», sagt Thomas Reisinger von ABB. «Das bedeutet: Die Arbeitsgeschwindigkeit des Roboters bleibt immer in einem Bereich, in dem die Bewegungen einem Menschen nie gefährlich werden können.»
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