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Automation Mit Robotern auf Du und Du

| Redakteur: Silvano Böni

Roboter bringen Effizienz und Zuverlässigkeit in die Produktion – und nehmen Menschen schwere Arbeiten ab. In Zukunft werden die Maschinen wohl motorisch noch komplexere Aufgaben erledigen können.

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Kontrollierte Bewegung, präzise Arbeit: Roboter sind aus der modernen Produktionswelt, vor allem in Industrienationen, nicht wegzudenken. Der Mensch überwacht bislang meist aus sicherer Distanz.
Kontrollierte Bewegung, präzise Arbeit: Roboter sind aus der modernen Produktionswelt, vor allem in Industrienationen, nicht wegzudenken. Der Mensch überwacht bislang meist aus sicherer Distanz.
(Bild: ABB)

Menschenähnliche Kunstwesen – in der vorindustriellen Zeit waren sie faszinierend unheimliche Fantasien, vor allem der Literaten. Zur Definition, was genau ein Roboter ist, und zur Festlegung von Regeln für einen sicheren Einsatz kam es erst im späteren 20. Jahrhundert. Der kreative russischamerikanische Biochemiker und Autor Isaac Asimov hat vor über 70 Jahren allerdings bereits Regeln für das Miteinander von Mensch und programmierbarer Maschine erdacht. Die wichtigsten: Ein Roboter dürfe kein menschliches Wesen verletzen, und er müsse den Befehlen gehorchen, die ihm ein Mensch gegeben habe. Dass Roboter soziale Aufgaben übernehmen, war Asimovs Vision – sie könnte bald Wirklichkeit werden.

Kein Arbeitsplatzvernichter mehr

In den 1970-Jahren galten Roboter vor allem als Arbeitsplatzvernichter. Dieses Bild hat sich gewandelt. Die internationale Consultingfirma Metra Martech kam 2011 in der Studie «Positive Impact of Industrial Robots on Employment» zu dem Schluss, dass Roboter bereits heute drei Millionen Arbeitsplätze geschaffen haben und in den nächsten fünf Jahren eine Million weitere weltweit schaffen werden, etwa in der Unterhaltungselektronik, in Lebensmittelindustrie, der Solar- und Windkraftbranche sowie der Batterieproduktion. Weltweit gäbe es 3 bis 5 Millionen Arbeitsplätze weniger, wenn Automatisierung und Robotik nicht für eine kosteneffiziente Produktion gesorgt hätten.

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In der Industrie sind Roboter gang und gäbe. Die International Federation of Robotics schätzt, dass 2015 weit mehr als 1,5 Millionen Industrieroboter weltweit im Einsatz sein werden. Roboter reduzieren zum Beispiel die Betriebskosten, verbessern die Produktqualität und die Arbeitsbedingungen. Sie machen die Produktion effizienter, sicherer und umweltfreundlicher. Bisher setzte neben der Automobilbranche vor allem die Metallindustrie auf Roboter, inzwischen steigt der Bedarf in anderen Branchen, etwa bei den Elektronikherstellern.

Roboter bei KMUs wie bei Grossunternehmen

In der Konsumelektronik werden beispielsweise Smartphones, Tablet-PCs oder Spielekonsolen noch grösstenteils in Handarbeit gefertigt. Hier gibt es für Hersteller noch grosses Automatisierungspotenzial. Der taiwanische Hersteller Foxconn, der unter anderem für Apple produziert, hat kürzlich angekündigt, eine Million Roboter in seinen Produktionsstätten einzuplanen. Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee, Wirtschaftsforscher am Massachusetts Institute of Technology (USA), vergleichen die Veränderungen in der Branche in ihrem Buch «Race Against the Machine» mit der Revolution in der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert, als neue Technologien eine Massenproduktion ermöglichten.

Roboter bewähren sich auch in mittelständischen Unternehmen, wie sie für die Schweiz typisch sind. So setzt etwa die PB Swiss Tools im Emmental seit 30 Jahren auf Roboter von ABB. Aktuell hat sie 18 der gelenkigen Helfer an ihren beiden Fertigungsstandorten im Einsatz, primär für das Entladen der Spritzgussmaschinen. «Massenartikel wie Schraubenzieher lassen sich ohne Automation in der Schweiz nicht mehr wirtschaftlich produzieren», erklärt Frank-Peter Kirgis, Leiter Robotics bei ABB Schweiz. Auch wenn PB Swiss Tools sich mit ihrer Qualität im globalen Premiummarkt für Schraubenzieher, Drehmoment- und Sonderwerkzeuge etabliert hat und höhere Preise als die Konkurrenz realisieren kann, erhöht nicht zuletzt die Stärke des Schweizer Frankens den Druck auf die Margen und auf die Fertigungseffizienz weiter.

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