Studer: Wirtschaftliche Erholung Neuheiten: Studer hofft auf die EMO in Mailand

Redakteur: Anne Richter

Studer beendete das Jahr 2020 positiv, dank sehr guten Auftragseingangs Anfang Jahr und starken Endjahresspurts. Eine weitere wirtschaftliche Erholung für 2021 ist spürbar. Studer hofft auf die EMO 2021 in Mailand und will dort mit verschiedenen Innovationen überraschen.

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Auch vor dem Hintergrund der Pandemie hat Studer an der bewährten Berufsausbildung festgehalten. Lernenden machen über 11 Prozent der Studer Belegschaft aus.
Auch vor dem Hintergrund der Pandemie hat Studer an der bewährten Berufsausbildung festgehalten. Lernenden machen über 11 Prozent der Studer Belegschaft aus.
(Bild: Studer)

Das letzte Motion Meeting liegt über ein Jahr zurück. Damals hatte Studer zwar einen Umsatzrückgang zu verkraften, aber gerade das drittbeste Jahr seit Bestehen der Firma abgeschlossen. Die Wirtschaftslage hatte sich jedoch bereits damals verschlechtert. «Das sind wir gewohnt, denn der Maschinenbau ist bekanntermassen ein sehr zyklisches Geschäft und bestehen kann nur, wer mit diesen Schwankungen umgehen kann», meint Jens Bleher, CEO der Fritz Studer AG anlässlich der jährlichen Studer-Pressekonferenz, die in diesem Jahr am 21. April rein virtuell stattgefunden hat. Hinzu kam die Corona-Pandemie. Dazu hat Studer laut J. bleher schnell reagiert und konsequent umfangreiche Schutzmassnahmen eingeleitet. So konnten Ausbrüche im Betrieb vermieden werden und Studer war zu jedem Zeitpunkt vollumfänglich für seine Kunden da und setzt alles daran, dass dies so bleibt.

Studer hat Corona und dem Abschwung erfolgreich getrotzt, insgesamt ist die Lage deutlich besser als in der Finanzkrise vor zehn Jahren, meldet J. Bleher. Auf Umsatzrückgänge wurde mit dem bewährten Jahresarbeitszeitmodell und, wo erforderlich, mit Kurzarbeit reagiert. Wichtige Entwicklungen wurden weitergeführt und das Produktportfolio weiterentwickelt. «Studer hat in 2020 investiert und wird dies auch in diesem Jahr tun», sagt Jens Bleher. «Alles in allem sehen wir uns gut aufgestellt, was besonders im aktuellen Wettbewerbsumfeld ein entscheidender Vorteil ist», so Bleher weiter.

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Während der Pressekonferenz hat Studer zwar einen Einblick in seine Technologien gegeben, aber auch sehr neugierig auf weitere Innovationen gemacht. Denn Studer und die gesamte United Grinding Group arbeiten auf die EMO 2021 in Mailand hin und wollen die Besucher mit mehreren Innovationen überraschen.

Verheissungsvoller Jahresstart und starker Dezember

Dank des positiven Auftragsbestands aus dem Vorjahr konnte Studer mit gutem Polster in das Jahr 2020 starten. «Durch den sehr guten Auftragseingang gegen Ende des letzten Jahres vor allem aus Asien, Lateineuropa, aber auch vereinzelt aus Zentraleuropa, generierte Studer in Summe deutlich höhere Aufträge als noch in der letzten grossen Krise in 2009. Dies ist insofern positiv, da der generelle Marktrückgang ähnlich hoch ausfiel, wie während der Finanzkrise vor über elf Jahren», so Sandro Bottazzo, CSO der Fritz Studer AG. Der starke Dezember stimmte das Unternehmen zudem positiv. «Viele unserer Kunden erwarten vor allem ein stärkeres zweites Quartal respektive eine stärkere zweite Jahreshälfte 2021. Gerade auch deshalb wurden viele Schleifmaschinen noch im Dezember bestellt», zieht Sandro Bottazzo das Fazit des abgelaufenen Jahres.

Breites Portfolio als Erfolgsfaktor

«Massgebender Faktor des Studer-Erfolgs ist das breite Portfolio an unterschiedlichsten Universal-Aussen, Innen-, Produktions- und konventionellen Rundschleifmaschinen», führt S. Bottazzo weiter aus. Im letzten Jahr war die in 2019 lancierte neue S33 die mit Abstand meistverkaufte Studer-Rundschleifmaschine. Gefolgt von den Innenschleifmaschinen sowie der neuen S31 und der neuen Favorit. Sehr erfreulich haben sich auch die Verkäufe der Einstiegs-Aussenschleifmaschine, der FavoritCNC, entwickelt.

Im Marktüberblick war allen voran in Deutschland die Auftragslage verglichen mit den vorangehenden Jahren niedrig. S. Bottazo führt das einerseits auf die Covid-19-Pandemie zurück, aber auch auf den anhaltenden Strukturwandel in der Automobilindustrie. Weiterhin auf einem sehr erfreulichen Niveau waren die Auftragseingänge in 2020 aus Asien, Nordamerika sowie Nordosteuropa. Hier vor allem dank hoher Nachfrage aus den Segmenten der Lohnfertiger und der Flugzeugindustrie. Jedoch war auch Lateineuropa, durch den starken Endjahresspurt aus Italien, durchaus positiv. «Insgesamt verkauften wir im 2020 unsere Schleifmaschinen in über 40 verschiedene Länder, weltweit», erläutert S. Bottazzo.

Erfolgsfaktor Customer Care

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor war im letzten Jahr auch der Studer Customer Care. «Dank unseres dezentralen, kundennahen Netzwerks an über 130 Studer-Servicetechnikern weltweit, konnten wir unsere Kunden während der Pandemie stetig unterstützen», so S. Bottazzo - trotz grenzüberschreitender Restriktionen. Dieses weltweite Netz an Servicetechnikern ist in dieser Form sicher einzigartig im universellen Rundschleifmaschinenmarkt. Ein Netz, welches Studer zudem weiter ausbauen wird. «Wir sind überzeugt, dass ein nachhaltiger Erfolg nur möglich ist, wenn wir nahe bei unseren Kunden sind und bleiben», betont S. Bottazzo.

Produktion: Einsatz aller Studer-Technologien

In der United Grinding Group wurde gemeinsam eine Digitalisierungs-Roadmap erarbeitet, welche Studer nun Schritt für Schritt umsetzt. «Wir setzen zudem alle Technologien, welche wir unseren Kunden anbieten, auch in unserer eigenen Produktion ein», erläutert Stephan Stoll, COO der Fritz Studer AG. Als Beispiel können die United Grinding Digital Solutions genannt werden. Mit dem Production Monitor kann jederzeit der Betriebszustand der eigenen Fertigungs- und Montageproduktionsmittel im Überblick angeschaut werden. Es zeigt den Kunden in Echtzeit, ob und welche Maschinen in Betrieb sind und kann die entsprechende Produktions-Historie einsehen. Dies ist ganz besonders für Führungskräfte in der Werkstatt, aber auch für Maschinenbediener von Mannlos-Maschinen von grösstem Interesse und Nutzen. In dieser App können nicht nur Studer-Maschinen und andere Maschinen aus der United Grinding Group eingebunden werden, sondern, über die standardisierte umati-Schnittstelle, auch verschiedenste externe Produktionsmittel und Hersteller integriert werden.

Innovationen aus dem Studer Tech Center

Im Studer Tech Center werden Innovationen geschaffen und kundenspezifische Anfragen auf Herz und Nieren geprüft. Auch in der Technologie-Entwicklung ist Digitalisierung ein grosses Thema. «Heute und in Zukunft brauchen wir eine transparente und dennoch sichere Verbindung, damit Prozessinformationen einfach auf externe Systeme übertragen werden können», so Daniel Huber, CTO der Fritz Studer AG. Genau diese Vorteile bietet die Studer OPC-UA Lösung. Auch im Tech Center sind sämtliche Maschinen mittels OPC-UA nach umati-Standard an unsere United Grinding Digital Solutions-Applikationen angeschlossen, und mit zusätzlichen Sensoren ausgerüstet.

Eine Neuigkeit aus der Technologie ist die Lasermesstechnik mit dem Studer Lasercontrol. Studer verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Grundlagenforschung über den Einsatz maschinenintegrierter Lasermesstechnik zur Vermessung von Schleifscheiben oder Werkstücken. Die neueste Generation des Studer-Lasermesssystems Lasercontrol eignet sich zum berührungslosen Messen unter anderem von Werkzeugschneiden unter rausten Bedingungen, aber auch bei rotierenden Werkstücken, welches die Messzeit erheblich verkürzt. Hochdynamische und berührungslose Messungen erlauben auch die Qualitätsbeurteilung hochpräziser PKD-Werkzeuge.

Studer Lernende auf Spitzenniveau

Die Studer-Berufsausbildung hat im vergangenen Jahr erneut Leistungen auf absolutem Spitzenniveau hervorgebracht. Alle vier Studer-Teilnehmer errangen bei den SwissSkills in den Disziplinen der Polymechaniker und der Automatiker Medaillen. Mit einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze erreichten sie die beste Bilanz seit Jahren. «Studer stellt damit den amtierenden Schweizer Meister der Polymechaniker und wird auf den nächsten WorldSkillls wieder vertreten sein», freut sich Jens Bleher.

Auch die Lernenden waren von der Pandemie betroffen, doch gerade jetzt hat Studer an der bewährten Berufsausbildung festgehalten. «Die Zahl der Studer-Lernenden bleibt unverändert hoch, sie machen über 11% der Belegschaft aus», erläutert Jens Bleher. Auch die professionelle Ausbildung konnte Studer jederzeit sicherstellen. Dies zeigt sich nicht zuletzt an den Erfolgen der Lernenden im Abschlussjahr, die sich gründlich vorbereiten konnten und allesamt die Prüfungen bestanden haben. Für alle konnte zudem eine interne Anschlusslösung angeboten werden. -ari- SMM

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