Interview: Ivan Muri, CEO GIS AG

«Nur wer investiert und optimiert, bleibt am Ball»

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Wie wichtig ist der Bereich Wartung?

I. Muri: Die Wartung und der Unterhalt allgemein sind sehr wichtig. In den letzten 10 Jahren wurden die Unternehmen noch mehr auf das Thema sensibilisiert, man möchte mittlerweile einen professionellen, externen Nachweis zur Sicherheit haben. Wer beim Service spart, hat früher oder später Betriebsausfälle. Diese Kosten sind dann meist um einiges höher als die der Servicedienstleistung. Durch die gestiegene Nachfrage haben wir auch viel mehr Serviceanfragen als früher. Innerhalb der letzten fünf Jahre konnten wir so unser Serviceteam von zwei auf sechs Mitarbeiter aufstocken – und diese sind alle voll ausgelastet.

Spezialanfertigungen gehören zu den Stärken von GIS. Wie hoch ist der Engineering-Aufwand für diese Produkte?

I. Muri: Das variiert sehr stark. Bei manchen Projekten sind das ein bis zwei Stunden. Aber es gibt auch Aufträge mit 100 Stunden Engineering-Aufwand. Die sind eher Seltenheit, aber es gibt immer mal wieder Projekte, wo man bei null anfängt und am Schluss etwas konstruieren darf, was man noch nie gemacht hat. Aber vieles hat man über die Jahre schon in einer ähnlichen Form gefertigt. Gerade im Vakuumbereich, welcher sehr produktschonend und flexibel einsetzbar ist, gibt es sehr viele kundenspezifische Lösungen. Dort ist der Arbeitsaufwand meist deutlich höher als bei Kraninstallationen.

Welches technisches Entwicklungspotenzial gibt es bei Elektrokettenzügen überhaupt noch?

I. Muri: Eigentlich ist das ein sehr träges Gebiet im Gegensatz zu anderen Technikbranchen. Es gibt jedoch noch verschiedene Potenziale, die man ausschöpfen kann. Variable Geschwindigkeiten sind ein grossen Thema, also Frequenzumrichter getriebene Kettenzüge. Ein anderes Thema sind Funksteuerungen, welche sehr im Trend liegen. Alle diese Kettenzüge haben aber eines gemeinsam: Sie sind deutlich teurer als Standardprodukte. Der Anteil dieser intelligenten Systeme nimmt auch nicht so rapide zu, der Kundennutzen ist meistens noch zu gering im Vergleich zum Aufpreis. Ein weiteres Thema ist die Energieeffizienz der Antriebe. Da unsere neue Generation modular aufgebaut ist, sind wir aber bereits bestens gewappnet dafür und können schnell und einfach auch eine neue Antriebstechnologie in unser System integrieren. <<

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