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Standort Schweiz beispielhaft für weltweite Produktion
Diese Wertschöpfungskette ist auch am Standort in Rüti vorherrschend. Dort laufen täglich unterschiedlichste Prozesse wie beispielweise Silikon-Spritzguss (2K-LSR), PUR-Schäumen, Vibration, Ultraschallschweissen, Hinterspritzen von dekorativen Komponenten, Stanzen und Umformen, Montage und Multi-Komponenten-Spritzguss-Fertigung und das auf über 35 Maschinen (von 50 bis 1600 t).
«Unsere Servicetechniker werden sehr früh bei der Inbetriebnahme einer neuen Roboterzelle mit eingebunden, helfen beispielsweise auch schon beim Aufbau. So steigt das Know-how, die Mitarbeiter lernen die Zelle gleich von Anfang an kennen und sind früh in der Lage, die Anlage zu betreiben», erläutert Daniel Zweifel, Teamleader Launch Management, das Vorgehen während der Inbetriebnahme einer Anlage. Auch entwickelt die Firma Weidplas eine Roboterzelle meist für ein ganz spezifisches Kundenprojekt, das heisst für einen Fahrzeug-Lebenszyklus, und nicht, um diese je nach Auftragsstand umzurüsten. So ist gewährleistet, dass Mitarbeiter die Zellen kennen und diese jederzeit bedienen können. «Ein weiterer Punkt sind natürlich die Ersatzteile für den Roboter, die wir im Lager haben müssen», so Daniel Zweifel weiter. «Wenn wir uns auf einen Hersteller konzentrieren, dann bedeutet das für uns auch weniger Aufwand und ein kleineres Lager.»
Kompakte Roboterzelle für Einstiegsleisten
In der jüngsten Anlage in dieser Produktionshalle werden die Schriftzüge eines Automobilherstellers in die Einstiegsleiste gelasert. Die Wahl des Roboters fiel dabei auf einen Kuka KR 60 HA. Entscheidend für die Auswahl war es, das Optimum herauszuholen. Das heisst, eine möglichst kurze Taktzeit bei optimaler Arbeitsauslastung des Roboters zu gewährleisten, die geeignete Traglast für die sehr komplexen Greifer zu bieten und das alles auf einer möglichst geringen Stellfläche zu realisieren.
Den ersten Arbeitsschritt dieser Anlage beschreibt Klemen Jakopic, Industrial Engineer, wie folgt: «Der Mitarbeiter füllt von aussen die beiden Magazine auf dem Dreh-Aufnahmetisch mit 200 bis 300 Platinen aus rostfreien Stahlfolien pro Magazin. Ein Platinenstapel wiegt zwischen 10 und 12 kg bei drei möglichen Grössen. Dieser Eingriff wird im Schnitt zwei bis drei Mal pro Schicht durchgeführt. Von diesem Stapel nimmt der Roboter jeweils zwei Rohplatinen zum Bearbeiten mit dem Vierfach-Greifer auf. Der Greifer besteht aus zwei Rohling-Platinengreifern und zwei beheizten Platinengreifern.»
In einem ersten Bearbeitungsschritt werden die Platinen auf die Aufnahme eines Laserrundschalttischs aufgelegt. Dort wird simultan auf beiden Platinen der Schriftzug des Automobilherstellers mittels Laser eingeschnitten. Sobald dieser Arbeitsschritt abgeschlossen ist, entnimmt der Roboter die Platinen und verarbeitet diese weiter. Im letzten Arbeitsschritt werden die beiden fertigen Platinen wieder auf einem Dreh-Fertigteilmagazin abgelegt. Sobald die beiden Stapel des Magazins voll sind, dreht der Tisch und der Mitarbeiter kann ohne Arbeitsunterbruch der Anlage die Platinenstapel entnehmen und für den weiterführenden Prozess bereitstellen.
Wettbewerbsfähig bleiben im Hochpreisland Schweiz
Ein entscheidender Punkt beim Anlagenbau und der Roboterwahl ist für die Firma Weidplas auch die Lieferzeit der einzelnen Komponenten der Anlage, da es vorkommen kann, dass wenig Zeit zwischen Planung und Produktionsstart bleibt. «Wir hatten knapp ein halbes Jahr, um diese Laser-Anlage umzusetzen und einzurichten, da der Produktionsstart vorgegeben war. Damit blieben uns lediglich 20 Wochen zwischen Konzept und Inbetriebnahme», so Klemen Jakopic. Auch dies ist einer der Gründe, weshalb gut geschultes Personal einen wesentlichen Beitrag leistet zum effizienten Produzieren in einem Hochpreisland wie der Schweiz und damit zum Erhalt des hiesigen Werkplatzes. SMM
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