Zerspanung

OMB – den Chinesen das Fürchten lehren

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Sechs verschiedene Werkzeughersteller

Tatsächlich benötigt man für die Prozessoptimierung enorm viel Know-how, wie M. Wick bestätigt: «Bis wir den Prozess so weit hatten, vergingen drei Monate. Besonders kritisch war die Standzeit der Werkzeuge. Hier haben wir verschiedenste Werkzeuge für die unterschiedlichsten Operationen getestet. Die Kunst war, die Standzeit zu erhöhen, aber nicht auf Kosten der Laufzeiten. Wir nutzen insgesamt sechs verschiedene Werkzeughersteller für dieses eher einfache Bauteil. Beim Abstechen und den radialen Nuten setzen wir beispielsweise einen anderen Hersteller als bei der stirnseitigen Nut ein, jeder hat hier seine unterschiedlichen Fähigkeiten und wir setzen auf die jeweils besten.»

Prozesssicherer Wärmegang

Die Stärken der Maschinen liegen in ihrer Präzision, praktisch kein Wärmegang, lediglich 1 bis 2 Hundertstel im Durchmesser: M. Wick: «Den Wärmegang können wir sehr prozesssicher über die Steuerung aufgrund unserer Erfahrungswerte korrigieren, so dass wir von Anfang an loslegen können. Aber wie gesagt, die Buchse, die wir auf ihr fertigen ist mit maximal 5 Hundertstel toleriert. Das sind unkritische Werte und die Toleranzen können praktisch immer eingehalten werden. Die Biglia-Maschinen verfügen darüber hinaus über hervorragende Verfügbarkeiten. Wir hätten sofort eine ähnliche Maschine eines anderen Herstellers haben können. Wir haben aber lieber drei Monate auf die Biglia gewartet, weil wir sehr gute Erfahrungswerte mit den Maschinen gesammelt haben. Für uns sind Wiederholgenauigkeit und Zuverlässigkeit in der Massenfertigung das A und O.» Einen weiteren Pluspunkt in Bezug auf Prozesssicherheit sieht M. Wick in der Teileentnahme: «Der Greifer ist ausgezeichnet gelöst. Das fertige Werkstück wird immer prozesssicher entnommen, ohne dass es beschädigt wird. Das ist Biglia-Standard und war ebenfalls ein wichtiger Aspekt, dass wir uns für die Maschine entschieden haben.»

D. Bührer kennt einen der Gründe der hohen Prozesssicherheit der Maschinen: «Ich denke die Prozesssicherheit der Biglia-Maschinen ist kein Zufall, denn das Unternehmen nutzt seine Drehmaschinen in der eigenen Produktion. Biglia ist ein Unternehmen, das seine Produktion noch in der Hand hat und weiss, was es macht. Sie sind Anwender ihrer eigenen Produkte, und das merkt man. Ich denke, das ist ein entscheidendes Kriterium.»

In diesem Zusammenhang stellt der SMM die Frage, ob man eine solche Zuverlässigkeit nicht doch eher bei Schweizer Maschinen vermutet als bei den Italienern: D. Bührer freut sich über diese Frage, denn er hört sie nicht zum ersten Mal: «Das sind keine Italiener, das sind Piemontesen, das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied.»

Fanuc-Steuerungen ohne Probleme

M. Wick führt weiter aus: «Ein wichtiger Faktor ist zudem die Anwenderfreundlichkeit. Sie bemerkt man auch in den alltäglichen Dingen, die oft vernachlässigt werden, aber das Arbeiten erschweren – wie beispielsweise die Zugänglichkeit, die ist perfekt gelöst. Innerhalb von ein paar Minuten ist die Maschine sauber, so dass man sie übers Wochenende abstellen kann. Das spielt eine Rolle bei einer Unternehmensgrösse, wie wir es sind.»

Kurz vor Schluss kommt M. Wick auf die Fanuc-Steuerungen zu sprechen. «Die Fanuc-Steuerungen hätten wir jetzt fast vergessen. Aber die laufen derart problemlos, dass man gar nicht mehr an sie denkt. Ich habe Erfahrungen mit anderen Steuerungen, wo wir immer wieder Probleme mit deren Verfügbarkeit haben. Eine zuverlässige Steuerung ist ebenfalls ein Baustein, der einen Teil des Gesamten trägt.» Ähnlich gut wie die Steuerungen ist der Service von BWB. Er spielt in der Regel im WZM-Sektor die entscheidende Rolle. Da die Biglia derart zuverlässig läuft, sind die Service-Spezialisten von BWB nur selten Gast bei OMB. M. Wick: «Gleichwohl, der Service läuft reibungslos, das ist ein eingespieltes Team.»

Das würde man heute anders machen

Auf die letzte Frage, was man am Konzept der Anlage heute anders oder besser machen würde, antwortet M. Wick: «Im Nachhinein hätten wir direkt auf Stangenlademagazin setzen sollen. Ansonsten würde ich das gleiche Konzept fahren.» Dem ist an dieser Stelle nichts hinzuzufügen, ausser dass Vogel Business Media diesen Beitrag sicher nicht in unserem MM China veröffentlichen wird, um den chinesischen Mitbewerbern aufzuzeigen, wie, wo und mit was man am effizientesten «schaffen» kann. <<

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