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Nanoentwicklung Präzision: Nanodrehen und -fräsen

| Redakteur: Anne Richter

>> Auf der EMO 2013 in Hannover stellte Tornos unter anderem erstmals die kleine Hochpräzisionsdrehmaschine Swiss Nano ausserhalb der Schweiz vor. Die ursprünglich für Uhrmacher entwickelte Maschine stösst auch in vielen anderen Branchen der Mikrotechnik auf starkes Interesse. Ausserdem zeigte Almac eine Stangenfräsmaschine, die auf Basis der Swiss Nano entwickelt wurde.

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Die Swiss Nano wurde auf der EMO 2013 in Hannover erstmals ausserhalb der Schweiz präsentiert.
Die Swiss Nano wurde auf der EMO 2013 in Hannover erstmals ausserhalb der Schweiz präsentiert.
(Bild: Tornos)

Nachdem in der Schweiz bereits die ersten Maschinen ausgeliefert wurden, wurde die Swiss Nano in Hannover zum ersten Mal ausserhalb dieses Landes ausgestellt. Es mag erstaunen, dass eine solch kleine Uhrmachermaschine im Land des Automobils präsentiert wird. Denn diese komplett in Moutier montierte Maschine wurde für Uhrmacher entwickelt. Aber diese kleinste Maschine auf dem Markt hat bereits in anderen Branchen grosses Interesse erweckt, die eine kleine Hochpräzisionsmaschine zu einem erschwinglichen Preis suchen. Die Swiss Nano hat auf der EMO ihre Leistungsfähigkeit demonstriert – es wurde auf dem Stand selbst ein Hochpräzisions-Uhrwerksteil herstellt.

Komplexbearbeitung in beengten Räumlichkeiten

Die Swiss Nano wurde für kleine, komplexe Bearbeitungen in beengten Räumlichkeiten entwickelt und benötigt deshalb keinen Zugang von hinten. Bei Bedarf kann die Maschine auch an eine Wand gestellt werden. Der Arbeitsbereich ist durch ein Visier geschützt und von allen Seiten her zugänglich. Die Swiss Nano wurde gezielt und kompromisslos für die Uhrenherstellung entwickelt und ist mit ihrer Kinematik in der Lage, 75 Prozent aller beweglichen Teile in einer Uhr herzustellen. Bei der Entwicklung wurde die Priorität auf Stabilität gelegt.

Sie belegt eine Grundfläche von 1,8 x 0,65 x 1,6 m (L x B x H), kann Werkstücke mit einem Durchmesser bis vier Millimeter bearbeiten und ist mit einem X1/Y1-Werkzeughalter für sieben angetriebene Werkzeuge mit einem maximalen Schaftmass von 8 x 8 mm ausgerüstet. Am Ende der Swiss Nano können ausserdem drei Werkzeuge mit einem Durchmesser bis 16 mm und zwei weitere Werkzeuge für die Gegenbearbeitung installiert werden.

Stangenfräsmaschine auf Basis der Swiss Nano

Die Swiss-Nano-Familie erhält ausserdem mit der Almac BA 1008 Zuwachs. Dabei handelt es sich um eine von der Firma Almac auf Basis der Swiss Nano entwickelte Stangenfräsmaschine speziell für die Herstellung komplexer Teile, die zahlreiche Fräsvorgänge erfordern. Michael Hauser, CEO von Tornos, erklärt: «Wir haben die Swiss Nano zahlreichen in der Uhrenindustrie tätigen Kunden vorgestellt und alle haben uns bestätigt, dass diese Maschine den Markt verändern wird.» Almac-Geschäftsführer Philippe Devanthéry fügt hinzu: «Die kompakte Grösse der Swiss Nano ist ein augenfälliger Vorteil in der Uhrenindustrie. Deshalb hatten wir die Idee, diesen Vorteil auch in einer Stangenfräsmaschine umzusetzen.»

Ergonomisches Design

Almac hat vor allem auch in Bezug auf das Design einen entscheidenden Schritt gemacht. Der Unterbau der Stangenfräsmaschine BA 1008 ist derselbe wie derjenige der Swiss Nano. Der obere Teil wurde entsprechend abgeändert, um zwei Mehrspindel-Werkzeugsysteme aufzunehmen. Ein völlig freier Zugang ist durch dasselbe Öffnungsprinzip über einen Schutzhelm wie bei der Swiss Nano gewährleistet. Speziell für die Uhrenindustrie besteht die Möglichkeit einer Holzplatte und weitere Optionen sind vorgesehen. Philippe Devanthéry meint: «Wir ziehen auch eine Ausführung in Betracht, bei der die Holzplatte dem Bediener direkt als Arbeitsplatz dient.»

Mehrspindler-Produktivität

Wie bei der für Drehbearbeitungen ausgelegten Tornos-Ausführung werden die Stangen auch bei der BA 1008 über die Maschine geladen, aber die Spindel kann keine Drehbearbeitungen durchführen. Dank eines Teilapparates können Werkstücke bis zu einem maximalen Durchmesser von 16 mm geladen werden. Positionierte Bearbeitungen sowie die Interpolation zwischen den Werkzeugsystemen und dem Werkstück sind selbstverständlich möglich. Die mit vier frontalen, drei seitlichen und zwei Gegenspindeln ausgerüstete Maschine wurde für die Fertigung von ganz spezifischen Werkstücken entwickelt. Philippe Devanthéry: «Dieser Maschinentyp hat nur dann eine Chance auf dem Markt, wenn er die Möglichkeit bietet, die Werkstücke fertigzustellen. Und dies ist der Fall.» Und weiter: «Für die Uhrenindustrie peilen wir vor allem die Fertigung von Zifferblattbestandteilen wie Appliken, Chatons und Fenster an, aber auch Werk- und Ausstattungsteile.» <<

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