proAlpha: Standardisierte Produktionsplanung Produktion weltweit koordiniert planen und steuern

Von Konrad Mücke

Um die Entwicklung, den Prototypen- und Werkzeugbau sowie die Produktion vollständig koordiniert und übereinstimmend zu planen und zu organisieren, nutzt der Mikrooptik-Hersteller Mikrop AG mit Stammsitz in Wittenbach die mandantenfähige ERP-Software von proAlpha.

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Vom Zulieferbetrieb zum Systementwickler: das Stammhaus der Mikrop AG in Wittenbach.
Vom Zulieferbetrieb zum Systementwickler: das Stammhaus der Mikrop AG in Wittenbach.
(Bild: Mikrop AG)

Um die Qualität der optischen Systeme zu gewährleisten, sind vor allem die Werkzeuge zum Bearbeiten der Linsen hochgenau zu fertigen. Somit ist die Fertigung der Werkzeuge für die Hersteller ebenso entscheidend für die Funktion der Mikrooptiken wie das Produktdesign. Deshalb entwickelt die Mikrop AG ihre Produkte und die erforderlichen Werkzeuge und Bearbeitungsprozesse am Stammsitz in der Schweiz. Produziert werden die Mikrooptiken dann im serbischen Tochterunternehmen. Damit Entwicklung, Prototypenbau, Prozessentwicklung und Produktion optimal zusammenarbeiten, nutzt die Mikrop AG seit dem Jahr 2009 die ERP-Software von proAlpha. Damit kann das Unternehmen bestens für beide Betriebsstätten die Produktion planen und steuern.

Vom Zulieferer zum Systemhersteller

Mikrop war bis vor einigen Jahren als Zulieferer für medizinische Optiken – speziell für die Endoskopie – tätig. Inzwischen entwickelt, fertigt und montiert man aber komplette optische Systeme. Dazu berichtet Roger Kugler, ERP-Leiter bei der Mikrop AG: «Inzwischen fertigen wir zeitgleich für 20 bis 30 Auftraggeber aus der Medizintechnik, der Automotive-Industrie und aus weiteren Branchen, die mit Hilfe von Endoskopie vor allem die Qualität ihrer Produkte prüfen.»

Konsistente Daten in Entwicklung und Produktion

Alle Aufträge werden zunächst im Stammhaus in der Schweiz bearbeitet. Für ein gewünschtes optisches System werden beispielsweise zunächst die benötigten Glasqualitäten ermittelt und bestellt, die Geometrien der Linsen berechnet sowie die Schleif- und Bearbeitungswerkzeuge hergestellt. Die Aufträge und die Arbeitsvorbereitung plant und strukturiert der Optimierer der ERP-Software in der Schweiz. Beim weiteren Planen und Organisieren der Produktionsabläufe profitieren die Spezialisten bei Mikrop davon, dass die ERP-Software von proAlpha Mandanten verwalten kann. Die in der Schweiz hinterlegten Stammdaten sowie sämtliche Auftrags- und Produktionsdaten inklusive aller Bauteile- und Stücklisten werden eins zu eins an den ERP-Mandanten im serbischen Produktionsbetrieb gespiegelt. «Im Optimierungsprozess arbeiten wir mit eigenen Nummernkreisen. Alle in der Schweiz verorteten Auftragsaktivitäten sind im ERP-System mit drei- beziehungsweise vierstelligen Nummern hinterlegt. Die am Standort in Serbien vorgesehenen Tätigkeiten und Aufgaben erhalten fünfstellige Nummern», erläutert Roger Kugler. Sobald ein Auftrag den Optimierungsprozess in der Schweiz vollständig durchlaufen hat und zur Fertigung freigegeben ist, filtert das ERP-System alle mit fünfstelligen Nummern hinterlegten Aktivitäten heraus. Es bündelt diese zu einem separaten Produktionsauftrag und überträgt diesen an den Software-Mandanten in Serbien.

Standortspezifisch angepasst kalkulieren

Den abgeleiteten Produktionsauftrag kalkuliert die ERP-Software automatisch mit den im serbischen Produktionsbetrieb zutreffenden Kosten für Personal und Maschinen. So wird ein komplexes, reibungslos funktionierendes Zusammenspiel der beiden Entwicklungs- und Produktionsstandorte verwirklicht. Sämtliche Werkstoffe, Rohlinge, Halbzeuge, Werkzeuge und spezifischen Vorrichtungen werden vom Stammhaus in der Schweiz beschafft beziehungsweise gefertigt. Damit die Kollegen in Serbien produzieren können, treffen mehrfach wöchentlich Sendungen aus der Schweiz ein. Startet die Produktion, bucht das ERP-System die Mengen, die Zeiten und die Kosten automatisch ein und spiegelt diese Daten zurück an den Mandanten in Wittenbach. Das hält stets sämtliche Daten an beiden Standorten aktuell. Somit können zum Beispiel die für den Material- und Teileaustausch zwischen den Standorten nötigen Zoll- und Handelsrechnungen effizient erstellt werden. Problemlos können also die in Serbien gefertigten Komponenten damit versehen zurück in die Schweiz transportiert werden, um sie dort zu kompletten Geräten zu montieren, deren Qualität zu prüfen und sie an die Auftraggeber zu versenden.

Wiederholt Prozesse optimieren

Die Mikrop AG produziert ihre Mikrooptiken und optischen Systeme in nur kleinen Serien und in zahlreichen Varianten. Wegen der häufig schwankenden Qualität der Rohstoffe und Halbzeuge erfordert dies einen besonderen Aufwand. Dazu erläutert Roger Kugler: «Glas ist nicht gleich Glas. Seine chemische Zusammensetzung ist sehr variabel. Gleiches gilt im Hinblick auf die Geometrien, die wir daraus fertigen. In der Praxis führt dies zu vergleichsweise hohen Ausschussquoten.» So kalkuliert Mikrop üblicherweise mit 10 bis 30 Prozent Ausschuss. Wie Roger Kugler bestätigt, ist dies ein stets zu berücksichtigender Unsicherheitsfaktor. Er erschwert die Planung, die Auftragssteuerung und die Kalkulation. Um gegenzusteuern, ist eine möglichst differenzierte Betriebsdatenerfassung essenziell. «Mit dem ERP-System von proAlpha erfassen wir für jeden Auftrag sämtliche Kosten für Material, Personal und Fertigung. Dazu gehören auch die Kosten für die Werkzeugfertigung sowie für alle eingesetzten Klein- und Verbrauchsmaterialien», berichtet Roger Kugler.

Mit den daraus entstandenen umfassenden Mengen an Daten optimieren die Fachkräfte bei Mikrop, um fortlaufend weitere hinzukommende Aufträge besser und zuverlässiger zu planen. «Ohne diese Unterstützung durch das ERP-System könnten wir die Vielzahl an Aufträgen weder managen noch wirtschaftlich erfolgreich bearbeiten», fasst Roger Kugler zusammen.

Künftig individuell anpassen

Seit der Installation des ERP-Systems ist der Hersteller der Mikrooptiken in Wittenbach erheblich gewachsen. Dazu hat auch das ERP-System beigetragen. Nun beabsichtigen die Spezialisten, ihre Produktion und ihre Leistungen weiter auszubauen. Beispielsweise will man für Auftraggeber eine individuelle Kennzeichnung der gefertigten Optiken und optischen Systeme verwirklichen. Das war bisher nicht möglich. Ehemals beschriftete und etikettierte man sämtliche Komponenten manuell. Mit Hilfe des ERP-Systems gelingt dies inzwischen teilweise automatisiert und somit deutlich effizienter und wirtschaftlicher. Die Software druckt die Etiketten als Listen. Allerdings lassen sich damit keine individuellen, auf die Auftraggeber abgestimmten Kennzeichnungen verwirklichen. Deshalb ist beabsichtigt, das ERP-System für eine individuelle Kennzeichnung zu ertüchtigen.

Roger Kugler ist überzeugt, dass dies basierend auf der guten Zusammenarbeit mit den Spezialisten bei proAlpha gelingt. Das Softwarehaus ist in der Schweiz mit einem eigenen Expertenteam präsent. «Diese Nähe und die kompetente Betreuung durch unsere Ansprechpartner bei pro­Alpha wissen wir sehr zu schätzen», bestätigt Roger Kugler. Mit den Leistungen der Softwareentwickler sind er und seine Fachkräfte stets rundum zufrieden. - kmu - SMM

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