Swissmem-Zerspanungsseminar

Prozessüberwachung beim Festwalzen

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Referenzbereich bestimmen

Anhand dessen werden Start- und Stoppbedingungen, die so genannten Trigger, für den eigentlichen Festwalzprozess festgelegt. Dieser Referenzbereich erhält im nächsten Schritt für beide zu messenden Parameter Grenzbereiche nach unten und oben (Bild 3b), die bei zukünftigen Festwalzprozessen einzuhalten sind. Nachdem diese Vorgehensweise einmal durchgeführt wurde, kommt es bei folgenden Bearbeitungen zu einer Überwachung der Messwerte vom Druck und des Durchflusses.

Am Ende eines jeden Bearbeitungszyklus erfolgt eine Speicherung der erzeugten Überwachungsdatei mit einem Hinweis, ob es sich um einen regulären oder einen fehlerbehafteten Prozess handelt. Ein Fehlersignal kann vom Anwender genutzt werden, um eine Signalgebung oder sogar eine Maschinenabschaltung zu realisieren. Die gespeicherte Messdatei kann jederzeit wieder aufgerufen werden (Bild 4), um sich die Messwerte der Festwalzbearbeitung und damit die einhergehende Güte bzw. Qualität des Prozesses zu veranschaulichen. Weitere wichtige Eckdaten wie das Datum, die Serienummer, die Programmnummer usw. können ebenfalls erfasst und mit der erzeugten Datei gespeichert werden.

Prozessüberwachung für das Festwalzen

Aufgrund der Tatsache, dass zwar nicht die direkte Festwalzkraft, aber die Festwalzkraft bestimmenden Parameter erfasst, kontrolliert sowie dokumentiert werden können, ist es mit dem Toolscope möglich, eine lückenlose und umfassende Prozessüberwachung für das Festwalzen durchzuführen. Nahezu alle Fehler, die eine Beeinträchtigung der Festwalzkraft oder einen Ausfall des jeweiligen Werkzeuges verursachen können, sind mit dem Toolscope zu erfassen. Dies ist ein weiterer Vorteil des Festwalzens gegenüber dem Kugelstrahlen und anderen Verfahren zur Verlängerung der Bauteillebensdauer. Die Anwender des Festwalzens haben mit der Verwendung der Prozessüberwachung u.a. folgende weitere Vorteile auf ihrer Seite:

  • Sicherstellung der Prozessparameter und damit der Prozessqualität,
  • Überwachung von Signalen sowohl mechanischer als auch hydrostatischer Festwalzwerkzeuge,
  • Detektion von Werkzeugbruch,
  • Automatische Dokumentation der Prozessparameter,
  • Oszilloskopfunktion zur Unterstützung des Einrichtvorgangs,
  • Keine separate, visuelle und manuelle Überwachung der Federauslenkung bzw. des Druckanzeigers.

Eine Gewährleistung der Prozessqualität ist im Bereich der Endbearbeitung noch immer eine Seltenheit, obwohl hierdurch Reklamationen vermieden und die Anwenderzufriedenheit gesteigert werden können. Zukünftig ist jedoch damit zu rechnen, dass zunehmende Automatisierungen und höhere Qualitätsstandards den Verbreitungsgrad von Überwachungslösungen, wie dem Toolscope beim Festwalzen, beflügeln werden. <<

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