InnovationsForum Automation 2017: Festo AG Revolution in der Automatisierung

Redakteur: Luca Meister

Die Pneumatik an sich gilt als leicht beherrschbare Technologie. Ab sofort wird sie noch einfacher, vielseitiger und flexibler: Das Festo-Motion-Terminal VTEM katapultiert die Pneumatik ins Zeitalter von Industrie 4.0. – mit Apps, die es ermöglichen, über 50 Einzelkomponenten zu ersetzen. Neueste Entwicklungen in Piezotechnik und Software machen es möglich.

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(Bild: Festo)

Wie das Smartphone vor zehn Jahren den Markt der Mobilfunk-Endgeräte durcheinandergewirbelt hat, so wird das Festo-Motion-Terminal die Automatisierungstechnik auf den Kopf stellen. Die neue Art der Funktionsintegration – kombiniert mit Software-Apps – vereinfacht die Wertschöpfungskette, denn es wird nur noch eine Hardware benötigt.

Echte Industrie 4.0

Piezotechnologie, integrierte Hub- und Drucksensorik, gepaart mit der Ansteuerung über sogenannte Motion Apps, eröffnen Maschinen- und Anlagenbauern ganz neue Perspektiven. Dank der im Festo-Motion-Terminal verwirklichten Fusion aus Mechanik, Elektronik und Software wird ein pneumatisches Produkt zur echten Industrie-4.0-Komponente und ermöglicht eine flexible Produktion. Der Wechsel pneumatischer Funktionen sowie die Adaption auf neue Formate werden mittels Parameteränderung über Apps gesteuert. Die integrierte intelligente Sensorik für Regelung, Diagnose und selbstlernende Aufgaben erspart Zusatzkomponenten.

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Motion Apps

Zum Start des Festo-Motion-Terminals stehen zehn Funktionen über Motion Apps zur Verfügung: von der einfachen Änderung der Wegeventilfunktionen bis zu energieeffizienten Bewegungen, vom proportionalen Verhalten bis hin zur Leckage-Diagnose. Das Besondere dabei: Alles funktioniert mit einer identischen Ventilhardware. Maschinenentwickler können nun mit einer Hardware Basismaschinentypen erstellen und durch schnelles Zuschalten neuer Funktionen über Apps die Maschine mit unterschiedlichsten Funktionen und Ausprägungen je nach Kundenwunsch ausstatten. Weitere Apps sind in Vorbereitung.

Die Funktionszuweisung per Software bringt noch weitere Vorteile: Manipulationssicherheit und Know-how-Schutz, denn von aussen ist den Ventilen nicht anzusehen, welche Funktionen sie ausführen. Ausserdem vereinfacht sich das Thema Wartung, da lange Ersatz- und Verschleissteillisten obsolet werden.

Energieeffizienz per se

Für Energieeinsparungen im Applikationsbetrieb sorgen die speziell entwickelten Motion Apps sowie die Diagnosefunktion für die Applikationsleckage. Aber auch die energiesparende Piezo-Technologie für die proportionale Ventilvorstufe trägt ihren Teil dazu bei.

Mit den Apps «Wählbares Druckniveau» und «Eco-Fahrt» lässt sich der Luftverbrauch flexibel an die Anforderungen anpassen. Dank wählbarem Druckniveau kann ein digital gewählter Druck die pneumatische Kraft auf das für die Applikation nötige Niveau begrenzen. Die Eco-Fahrt senkt den Druckluftverbrauch auf das nötige Minimalniveau, sofern keine Press- und Haltekräfte in der Endlage benötigt werden. Abhängig von der Applikation, sind so Energie-Einsparungen von bis zu 70 % im Vergleich zum Standardbetrieb möglich.

Weniger Kosten und Komplexität

Das Festo-Motion-Terminal ermöglicht sowohl die schnelle und kraftvolle Bewegung als auch die Leckage-Prüfung zu niedrigeren Kosten gegenüber heutigen Lösungen. So kann beispielsweise gegenüber elektrischen Lösungen auf Komponenten wie Motor-Controller verzichtet werden. Aber auch der Verdrahtungsaufwand sinkt und somit die Fehleranfälligkeit. Der benötigte Einbauraum geht um bis zu 65 % zurück.

Im Technologievergleich avancieren Lösungen mit dem Festo-Motion-Terminal zu kostengünstigen Alternativen. So wird statt eines Ventils, eines Druckreglers und eines Drucksensors, also dreier Komponenten, nur noch eine einzige Hardware nötig. SMM

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