Fachfeinpositionierung mit kamerabasiertem Positionierungssensor sorgt für geringere Stillstandszeiten

Richtig positioniert

| Redakteur: Silvano Böni

Der IPS 200i von Leuze Electronic bietet eine sichere Fachfeinpositionierung von Regalbediengeräten.
Bildergalerie: 4 Bilder
Der IPS 200i von Leuze Electronic bietet eine sichere Fachfeinpositionierung von Regalbediengeräten. (Bild: Leuze)

Hochregallager sind durch unterschiedliche Beladungszustände, temperaturbedingte Ausdehnung oder fertigungstechnische Toleranzen ständig in Bewegung. Eine Herausforderung für die Sensorik, in dieser Umgebung eine störungsfreie Fachfeinpositionierung des Regalbediengerätes zu gewährleisten.

Mit dem IPS 200i bringt Leuze Electronic den nach eigenen Angaben kleinsten kamerabasierten Positionierungssensor zur Fachfeinpositionierung von Paletten in Hochregallagern oder Behälterkleinteilelagern auf den Markt. Damit bietet der Sensorikspezialist eine smarte Alternative zur bisherigen Steher- und Riegelpositionierung mit mehreren Reflexionslichttastern. Aufwendiges Montieren, Ausrichten und Nachjustieren im laufenden Betrieb entfällt und spart dem Kunden wertvolle Zeit. Über eine neuartige Qualitätskennzahl meldet der IPS 200i Veränderungen an Sensor oder Regalfach und hilft dem Anwender so, frühzeitig mögliche Störungen im Betriebsablauf zu entdecken und eine vorsorgliche Wartung im Sinne von Predicitive Maintenance durchführen zu können: Die Qualitätskennzahl trägt dazu bei, Besonderheiten wie beispielsweise Verschmutzung oder eine überhängende Folie an einer beliebigen Position zu erkennen. Der gefährdete Anlagenbereich kann rechtzeitig lokalisiert und so ein Anlagenstillstand durch Fehlpositionierung vermieden werden. Auch hilft die Qualitätskennzahl, Besonderheiten zu erkennen, die einem Ausfall der Anlage vorausgehen, um einzelne gefährdete Anlagenkomponenten rechtzeitig herauszufiltern. Mithilfe dieser Erkenntnisse lassen sich Wartungszeiten vorbeugend planen, Ausfallzeiten minimieren und die Wirtschaftlichkeit steigern. Ein derartiges Vorgehen ist unter Zeit- und Kostengesichtspunkten attraktiv und trägt nicht zuletzt zu einer positiven Bilanz unter dem Aspekt des Total Cost of Ownership bei. Dank integriertem Webserver können per globalem Zugriff alle relevanten Daten weltweit abgerufen werden, ohne auf die Steuerung zugreifen zu müssen.

Schnelle Inbetriebnahme und hohe Leseperformance

Der IPS 200i ermöglicht eine einfache und schnelle Inbetriebnahme sowie Bedienung. So reduziert das webbasierte, mehrsprachig verfügbare Konfigurationstool mit einem benutzergeführten Wizard die Inbetriebnahmezeit auf ein Minimum. Auch kann der Sensor per XML-Kommandos konfiguriert oder über lediglich zwei Tasten ohne PC-Anbindung intuitiv in Betrieb genommen und bedient werden. Feedback-LEDs geben direkte Rückmeldung und machen das Ausrichten des Sensors so einfach wie das Einparken eines Autos. Ähnlich einem akustischen Abstandssensor eines Automobils wird die Position des Markers relativ zum Sensor durch die vier seitlich angebrachten LEDs angezeigt. Jede Side-LED entspricht dabei einem einzelnen Quadranten. Befindet sich der Marker in einem der Quadranten, leuchtet beziehungsweise blinkt die entsprechende LED. Befindet sich der Marker im Zentrum (Koordinatenursprung) leuchten alle vier LEDs gleichzeitig auf. Dann ist der Sensor optimal positioniert. Zusätzlich wird im Ausrichtmodus durch die Blinkfrequenz der Abstand des Markers zur Ursprungskoordinate visuell dargestellt.

Der neue, auf eine hohe Tiefenschärfe optimierte Sensor verfügt über eine feste Fokuslage und wird nach erfolgter Grobpositionierung zur optischen Feinpositionierung eines Regalbediengeräts (RBG) in X- beziehungsweise Y-Richtung verwendet. Er ist in der Lage, einem RBG die Korrekturkoordinaten für das exakte Anfahren eines Regalfachs zu übermitteln. Konkret sieht das Ganze so aus: Der smarte Sensor detektiert kreisrunde Löcher beziehungsweise Reflektoren in einem einfachtiefen Riegel oder Steher eines Palettenlagers und bestimmt die Positionsabweichung von Paletten oder Behältern in X- und Y-Richtung relativ zur Sollposition. Der Positionierungssensor erzeugt ein oder mehrere Bilder als Grauwert. In diesem Bild sucht der Sensor zunächst eine definierte, runde Markierung (Loch/Reflektor). Die Ausgabe der X-/Y-Abweichung erfolgt in Millimetern zur Sollposition oder mittels der vorhandenen Schaltausgänge als Quadranten.

Einsatz in verschiedenen Temperaturbereichen möglich

Der 66 x 43 x 44 Millimeter kleine IPS 200i in Industrieausführung der Schutzart IP65 ist sowohl für einen Einsatz im Normal-Temperaturbereich als auch mit optionaler integrierter Heizung für den Tiefkühlbereich bis –30° C geeignet. In der Standardvariante bietet Leuze das Gerät mit einer Kunststoff-Gehäusehaube an, welche optional durch eine Glas-Gehäusehaube ersetzt werden kann. Der kompakte Sensor macht dank 3-Seiten-Montage eine flexible Befestigung am Regalbediengerät möglich. Die leistungsstarke, fremdlichtunabhängige infrarote LED-Beleuchtung sorgt für hochflexible Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Förder- und Lagertechnik. Mit ihr ergibt sich eine kurze Belichtungszeit für bewegte Objekte und es ist keine weitere externe Beleuchtung mehr notwendig. Auch die hohe Objektgeschwindigkeit in Kombination mit einer hohen Tiefenschärfe unterstützt die Flexibilität des neuen Positionierungssensors. Intelligente Bildverarbeitungsalgorithmen stellen eine zuverlässige Positionierung sowie einen hohen Durchsatz sicher. Die FTP-Bildübertragung des IPS 200i ermöglicht eine lückenlose Dokumentation der (Fehler-)Bilder.

Einfache Integration in bestehende Netzwerk­umgebung

Aufgrund der integrierten Ethernet-Schnittstelle (TCP/IP beziehungsweise UDP) und geplanten Profinet-Schnittstelle sind sowohl ein direktes Einbinden in die Netzwerkumgebung des Kunden als auch eine schnelle, ortsunabhängige Diagnose via Remote Control problemlos möglich. «Erstmals bietet der IPS 200i mit der Qualitätskennzahl die Möglichkeit, frühzeitig eine Ursache für den möglichen Stillstand eines RGB zu erkennen. Ein grosser Schritt in Richtung Predictive Maintenance, einem der am häufigsten genannten Anwendungsgebiete von Industrie 4.0.», resümiert Sven Abraham, Produkt Manager Ident + Vision bei Leuze Electronic. «Fachfeinpositionierung mit einem kamerabasierten System ist eine zukunftsorientierte und smarte Lösung, die langfristig auch kostenseitig eindeutig der Gewinner ist.» SMM

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45879168 / Sensorik)