Sindex-Vorschau Schach dem Steuerungssystem

Redakteur: Silvano Böni

Gerade die Art und Weise, wie der Deltaroboter die Schachfiguren bewegt, eröffnet ganz neue Züge in der Steuerungstechnik. Keine klassische Maschinensteuerung steckt hinter der Spielführung. Die Kinematik findet allein im Microcontroller des AMK MultiServos statt. Auch wenn die nachgespielte, längste Schachpartie aller Zeiten mit einem Remis endete, könnte es hinter den Kulissen doch einen Verlierer geben: die SPS.

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(Bild: AMK)

Die Zukunft hat längst begonnen, wenn im Maschinenbau Apps eine Applikation ablaufen lassen. Analog beim Demonstrator von AMK, der das Schachspiel aus einer neuen Perspektive zeigt, in der sowohl Gemüter wie Figuren bewegt werden. Sämtliche Steuerungsaufgaben sind in echtzeitkritisch und nicht zeitkritisch eingeteilt, wobei die echtzeitkritischen Funktionen komplett in den Mehrachswechselrichter MultiServo und damit in das Antriebssystem wandern. Diese Geräte verteilen die Intelligenz in der gesamten Anlage und machen faktisch eine klassische SPS zum Aussenseiter der Szenerie.

Kurz in Fakten: Eine in real über zwanzigstündige Schachpartie wird in 269 Zügen augenscheinlich nachgespielt. Dieses weltweit längste Schachspiel zwischen den Profis Nikolic und Arsovic endete 1989 mit einem Remis. Bemerkenswert beim Demonstrator sind vordergründig die Präzision des Roboters im Positionieren und hintergründig die verteilte Intelligenz in der Ansteuerung der Züge, denn diese dynamische Applikation braucht keine Steuerung mehr. Letztendlich genügt bereits eine einfache Rechenleistung, um mit dieser Steuerungsarchitektur Motion-Control-Aufgaben in Echtzeit zu übernehmen. Für die nicht zeitkritische Ablaufsteuerung ist dann keine Industrie-Hardware mehr notwendig, so dass Smartphones und Tablets den Platz einnehmen können. Integriert man die Ablaufsteuerung in das Smartphone, so können Entwickler, Inbetriebnehmer und das Personal vor Ort eine gewohnte Mensch-Maschine-Schnittstelle nutzen. In der Praxis kann die komplette Bedienung und Programmierung der Anlage einschliesslich der Motion Control in funktional unterteilten Apps erfolgen. Alle notwendigen Funktionen zur Steuerung, Bedienung und Visualisierung der Maschine stehen bereit und können damit an die Stelle zentraler, umfangreicher und entsprechend komplizierter Engineering-Umgebungen treten. Dieser Analogie folgend zeigt das Schachspiel völlig neue Möglichkeiten auf, Maschinen modular anzusteuern.

Als Kernelement fungiert dabei der MultiServo, der bei AMK als eine neue Serie von Mehrachswechselrichtern für bis zu vier Servoachsen inklusive Einspeisung vorgestellt wird. Die Geräte bringen ausser der integrierten Versorgung eine Bewegungssteuerung mit. Diese digital arbeitenden Kompaktwechselrichtermodule KW regeln die Antriebe im 4-Quadrantenbetrieb präzise und mit hoher Dynamik. Zudem sind sie multifunktional über verschiedene Feldbusse zur übergeordneten Steuerung vernetzbar.

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