Fertigungsprozesse optimieren Schritt für Schritt zum perfekten Prozess

Redakteur: Anne Richter

SFS intec AG, ein europaweit führendes Unternehmen im Bereich der Tiefzieh- und Fliesspresstechnik, hat zusammen mit den Kühlschmierstoff-Experten von Blaser Swisslube die Fertigungsprozesse optimiert und die Effizienz stark erhöht. Während früher die Wärmeentwicklung bei der Metallumformung Sorgenfalten bereitete, konnte dieses Problem immer besser unter Kontrolle gebracht und die Produktivität entscheidend erhöht werden. Statt 312 Werkzeugrevisionen pro Jahr kommt das Unternehmen heute mit nur fünf aus.

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Arnold Gmür, Abteilungsleiter von SFS intec AG.
Arnold Gmür, Abteilungsleiter von SFS intec AG.
(Bild: Blaser Swisslube)

ari. Der Standort Flawil der in Heerbrugg ansässigen SFS intec AG zählt zu Europas Branchenführern im Bereich der Tiefzieh- und Fliesspresstechnik. Der Betrieb hat sich auf Metallumformung von hochpräzisen Teilen für die Automobilzulieferindustrie, den Maschinenbau und die Geräteindustrie spezialisiert. Im Tiefziehverfahren werden ebene Blechzuschnitte aus Metall zu Hohlkörpern umgeformt. Dabei entstehen zum Beispiel Airbag-Behälter oder dünnwandige Hülsen, die in Klimaanlagen zum Einsatz kommen. Mit der Kaltfliesspresstechnik werden hauptsächlich Teile aus Aluminium und Buntmetallen umgeformt, die etwa als Bestandteile von ABS- und ESP-Systemen in Fahrzeugen eingesetzt werden.

Hohe Wärmeentwicklung

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die SFS intec AG mit den Kühlschmierstoff-Spezialisten von Blaser Swisslube zusammen. Von Beginn an war die Problemstellung klar: Bei den Produktionsprozessen kam es zu einer hohen Wärmeentwicklung zwischen Werkzeugstempel und Matrizen – bis zu 80 °C wurden gemessen. Die Werkzeugbeschichtungen wurden viel zu rasch angegriffen, eine nachhaltige Kühlung konnte nicht erreicht werden. «Seit Beginn unserer Kooperation haben wir alles daran gesetzt, die Prozesse stetig weiterzuentwickeln. Wir haben kontinuierlich Anregungen des Kunden aufgenommen und die Fertigungsschritte gemeinsam analysiert», berichtet Dominik Affolter, Leiter Verkauf Schweiz bei Blaser Swisslube. «Eine grosse Hilfe waren die Erfahrungswerte und das umfassende Know-how unseres global tätigen Kundendienstes – so hatten wir von Anfang an wichtige Inputs, was die Hitzeentwicklung bei spezifischen Anwendungen der Metallumformung betrifft.»

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Verbesserung mit Zirkulationsanlage

Nach einer intensiven Testphase entschieden sich die Verantwortlichen für den Einsatz von Vasco 1000, das in einer Konzentration von zehn Prozent zum Fluten eingesetzt wurde, um die Stanzwerkzeuge permanent zu kühlen. Darüber hinaus startete man damit, den zugeführten Bandstahl (Coil) vor dem Fertigungsprozess mit Vascoform VFX 68 zu besprühen, wodurch eine zusätzliche kühlende und schmierende Wirkung erzielt werden konnte. Um die zum Fluten eingesetzte Emulsion in einem Kreislauf verwenden zu können, hat SFS intec eine Anlage mit Auffangbehälter, Filtration und Pumpen konstruiert und installiert. «Im Gegensatz zur so genannten Verlustschmierung ist eine solche Zirkulationsanlage die um vieles nachhaltigere und ökologischere Lösung», berichtet Affolter. Die Ergebnisse dieser Massnahmen waren mehr als vielversprechend: Es konnte eine starke Verbesserung des Produktionsprozesses erreicht werden. Nach und nach wurden auch die anderen vier Pressen auf diesen Stand gebracht.

Eine einzelne Verbesserung ist aber noch keine langfristige Optimierung: Die Blaser-Fachleute arbeiteten zusammen mit den Produktionsverantwortlichen von SFS intec AG weiter daran, das Maximum aus dem Fertigungsprozess herauszuholen. Nach weiteren Testläufen starteten die Experten damit, die Konzentration von Vasco 1000 von zehn Prozent auf 20 Prozent zu erhöhen. «Durch die höhere Konzentration erreichten wir genügend Kühl- und Schmierwirkung, sodass wir auf die Vorbehandlung der Coils verzichten konnten – eine weitere Erhöhung der Produktivität», gibt Dominik Affolter einen Einblick.

Von 40 000 auf 2,5 Millionen Hübe

Die bisher erzielten Ergebnisse können sich sehen lassen: «Zu Beginn konnten mit demselben Werkzeug 40 000 Hübe hergestellt werden. Aktuell liegt die Zahl durch die deutlich erhöhte Werkzeugstandzeit bei fast 2,5 Millionen Hüben – das ist mehr als das 60-Fache!», freut sich Arnold Gmür, Abteilungsleiter von SFS intec AG. «Eine mehr als 60-fache Verbesserung konnten wir auch im Bereich der Revisionskosten erreichen. Statt 312 Revisionen pro Jahr kommen wir jetzt nämlich mit nur fünf aus», schildert er die hervorragenden Resultate. Arnold Gmür: «Dank der engen Zusammenarbeit mit Blaser Swisslube und dem intelligenten Einsatz des flüssigen Werkzeugs ist es uns gelungen, den gesamten Fertigungsprozess signifikant und nachhaltig zu verbessern.» Auch in Zukunft soll die enge Kooperation der beiden Unternehmen dafür sorgen, dass der Produktionsprozess weiter optimiert wird und dem neuesten Stand der Technik entspricht. <<

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