Vollautomatisiertes Strahlentgraten Serienfertigung mit dauerhaft hoher Qualität

Redakteur: Anne Richter

Vollautomatisiertes Werkstückhandling beim Entgraten in Strahlanlagen macht Entgratprozesse deutlich effizienter und verbessert signifikant die dauerhafte Qualität. Doch abrasive Strahlmedien schädigen die mechanischen Handhabungssysteme im Arbeitsraum von Strahlanlagen extrem. Handling Tech hat eine robotergestützte Lösung entwickelt und beweist dies in der Serienfertigung von Komponenten für zahnmedizinische Instrumente bei Kavo Dental.

Firmen zum Thema

(Bild: Handling Tech)

Komponenten für Dental-Instrumente sind typische Werkstücke, die nach einer mechanischen Bearbeitung entgratet werden müssen. Hier gelten allerhöchste Qualitätsanforderungen für die Kavo Dental bekannt ist. Mit sogenanntem Strahlentgraten wird sichergestellt, dass auch innenliegende Grate, z. B. in Gehäuseteilen, die mit mechanischen Werkzeugen wie etwa Schaber nicht erreichbar sind, zuverlässig entfernt werden.

Abrasive Medien erschweren Automatisierung

Solche Prozesse laufen nach bisherigem Stand der Technik in separaten Strahlkabinen ab, in denen ein Werker die Werkstücke manuell mit Strahlhandschuhen greift und in einem Mediumstrahl handelt. Schon allein, dass dazu die Werkstücke aus dem Fertigungsfluss verbracht werden müssen und diese Arbeiten besonders belastend für den jeweiligen Mitarbeiter sind, gibt es bereits seit geraumer Zeit immer wieder Ansätze, solche Prozesse zu automatisieren. Ein ganz entscheidender Grund dafür ist jedoch, mit mechanisch geführten und gesteuerten Abläufen eine kontinuierlich gleichbleibend hohe Qualität zu erreichen. Da aber die abrasiven Medien jegliche mechanische Kinematik im Arbeitsraum einer Strahlkabine extrem belasten, sprich verschleissen, waren Automationsversuche bislang meist nur von mässigem Erfolg gekrönt.

Bildergalerie

Die von Handling Tech für diese Aufgaben nun realisierte Lösung verfolgt einen anderen Ansatz. Im weitesten Sinn ähnlich wie bei der manuellen Werkstückhandhabung erfolgt diese hier ebenfalls von aussen, aber nun nicht mehr von einem Werker, sondern von einem Industrieroboter. Ein Lösungsansatz, der für die Automatisierer aus dem schwäbischen Steinenbronn naheliegt. Schliesslich nutzen sie schon seit 1994 in vielen Hundert realisierten Applikationen die Flexibilität von Knickarm-Industrierobotern, um Bearbeitungsprozesse zu automatisieren. Die modularen Robax-Zellen, für die Handling Tech auch schon den iF-Award 2011 und den Fanuc Award 2012 erhielt, sind prädestiniert zur Adaption an Bearbeitungsmaschinen.

(ID:43625076)