Smart Data in der Bahnlogistik Service-Flatrate für Lokomotiven

Autor / Redakteur: Jens Schiring, Mobility Divison Siemens Schweiz / Sergio Caré

Flatrate für das Mobiltelefon, Jahresabonnement des Fitnessclubs oder das GA der SBB – «Rundum-sorglos-Pakete» sind beliebt. Auch beim Unterhalt von Lokomotiven. Siemens Schweiz, SBB Cargo und die Coop-Tochter railCare zeigen, wie eine Kooperation funktioniert

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Rundum-sorglos-Pakete haben jetzt auch beim Unterhalt von Lokomotiven den Einzug gefunden: Siemens Schweiz AG, SBB Cargo AG und die Coop-Tochter railCare AG machen es vor.
Rundum-sorglos-Pakete haben jetzt auch beim Unterhalt von Lokomotiven den Einzug gefunden: Siemens Schweiz AG, SBB Cargo AG und die Coop-Tochter railCare AG machen es vor.
(Bild: Siemens)

Es bewegt sich einiges in der Schweizer Bahnwelt. Besonders im Güterverkehr; da spielt der freie Markt, und frische Ideen haben freie Fahrt. In diesem Fall geht es unter anderem um frische Tomaten und andere verderbliche Güter. Damit diese empfindlichen Lebensmittel und viele andere Produkte jeden Morgen pünktlich im Regal der Supermärkte bereitliegen, betreibt Coop Schweiz ein eigenes Eisenbahn-Verkehrsunternehmen namens railCare AG. Die Logistikfirma betreibt mit flinken, aber kurzen Zügen bis zu maximal 300 Meter Länge und 700 Tonnen einen fahrplanmässigen Betrieb mit bis zu drei täglichen Fahrten auf fünf verschiedenen innerschweizerischen Strecken. Dabei werden überwiegend Haltepunkte angesteuert, deren Namen kaum einem Bahnpassagier geläufig sind, wie zum Beispiel: Schafisheim bei Thun, Niederbottigen gleich neben Bümbliz (BE), Aclens nordwestlich von Lausanne oder Chavornay südlich von Yverdon-les-Bains. Es sind teils Verteilzentren des Schweizer Detailhändlers mit Anschlussgleisen, aber allesamt Bahnhöfe mit moderner Infrastruktur für den Container-Umlad vom Lastwagen auf den Zug und umgekehrt. Die Züge bestehen aus speziellen Containerwagen mit Coop-eigenen, teils gekühlten Containern, welche ihrerseits modernsten Standards entsprechen und sowohl per Kran, Reach-Stacker und Horizontalumschlag von einem Verkehrsmittel auf das andere umgeladen werden können. Gezogen werden die Züge ab Oktober 2017 von modernen Siemens-Lokomotiven des Typs Vectron.

Ladenöffnungszeiten als Taktgeber

Die tägliche Versorgung von ungefähr 2000 Verkaufsstellen in der ganzen Schweiz ist ein komplexer Prozess und in jeder Phase zeitkritisch, denn am Schluss der Transportkette steht jeden Tag von Neuem die Türöffnung der Supermärkte. Dieser Fixpunkt ist unverrückbar, und wehe dem Filialleiter, wenn die Zutaten für das Grillfest am Abend fehlen.

Damit das System funktioniert, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Eine der anspruchsvolleren ist die technische Zuverlässigkeit des Eisenbahn-Rollmaterials, insbesondere die der Lokomotiven. Dies ist eine technische Herausforderung, welche nicht zu den Kernkompetenzen eines Detailhandelskonzerns gehört. Deshalb hat ihn Coop ausgelagert. Die Vectron-Maschinen werden im Rahmen eines Pauschalvertrags von Siemens Mobility Services instandgehalten. Für Siemens ist das keine Neuheit, denn ähnliche Verträge laufen bereits in 26 anderen Ländern der Welt. Neu ist aber der umfassende Charakter des Servicepakets. Weil nämlich Siemens mit zahlreichen Partnern zusammenarbeitet, ist der Service umfassender als sonstwo. Einer dieser Partner ist die SBB-Tochter SBB Cargo AG.

Auf dem Papier sieht das System einfach aus: Der Logistiker zahlt eine Pauschale und bekommt dafür die Garantie, dass eine bestimmte Transportleistung jederzeit abrufbar ist. Kurz, railCare fährt und Siemens kümmert sich um den Rest. Dazu gehören die Disposition und das Management des präventiven Unterhalts, also von Kontrollen, Revisionen, Software-Anpassungen, Rädertausch und ähnlichen Arbeiten ausschliesslich innerhalb der geplanten Stillstandzeiten ebenso wie das, was die Branche «korrektiven Unterhalt» nennt, also die Behebung von Störungen und Schäden.

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