Gebäudeeffizienz

Siemens weiht effizientestes Gebäude der Welt ein

| Redakteur: Stéphane Itasse

Mit „The Crystal“ schöpft Siemens alle Möglichkeiten des grünen Bauens aus.
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Mit „The Crystal“ schöpft Siemens alle Möglichkeiten des grünen Bauens aus. (Bild: Siemens)

Siemens hat am Mittwoch in London sein Nachhaltigkeitszentrum für Städte eingeweiht. Das Unternehmen strebt für das Gebäude die Zertifizierungen Leed Platinum und Breeam Outstanding an – die jeweils höchste Auszeichnung für nachhaltiges Bauen. Es soll als erstes Gebäude der Welt die Topbewertungen dieser Zertifizierungsstandards erreichen.

Das Gebäude an den Royal Victoria Docks beherbergt die weltweit größte Ausstellung zum Thema Zukunft von Städten und Stadtentwicklung, wie Siemens weiter mitteilt. „The Crystal" - so der Name - sei Konferenzzentrum, urbane Dialogplattform, Technologie- und Innovationszentrum in einem. Es soll ab 29. September für alle Besucher offen sein. Die passive Gebäudearchitektur und die installierten Technik zur Ressourcenschonung würden dazu beitragen, dass der Crystal mit der Hälfte der Energie vergleichbarer Bürogebäude auskommen und etwa zwei Drittel weniger Kohlendioxid emittieren wird.

Verwinkelte Fassaden sorgen für effiziente Nutzung des Sonnenlichts

Die Glasfassade erinnert an einen schwarzen Kristall, so das Unternehmen. Die Fassaden seien so angeordnet und verwinkelt, dass möglichst viel Tageslicht ins Gebäude falle, gleichzeitig aber auch Teile des Inneren beschattet würden, wo direkter Sonneneinfall nicht erwünscht sei. Intelligente Lichttechnik von Osram kontrolliere die Lichtverhältnisse und schalte wenn nötig künstliche Beleuchtung zu. Viele Baustoffe und -teile sind laut Mitteilung aus möglichst wenig Material und recycelbar.

Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugten einen Teil des Stroms. Praktisch die gesamte Heizung und Kühlung übernehmen laut Siemens regenerative Energiequellen vor Ort. Sonnenkollektoren und eine Erdwärmepumpe erwärmten das Wasser für Waschbecken, Duschen und Küche. Die Erdwärmepumpanlage heize das Gebäude und führe im Sommer Hitze ab. Sensoren in allen Räumen würden erkennen, wie viele Personen sich dort gerade aufhalten, und Heizung und Lüftung automatisch anpassen.

Siemens setzt im Gebäude auf konsequente Wassernutzung

Im Gebäude gehe kein Tropfen Wasser verloren: Regenwasser werde aufgefangen, in einem unterirdischen Tank gespeichert und anschließend zu Trinkwasserqualität aufbereitet. Auch das Brauchwasser werde gesammelt, gereinigt und wiederverwendet – in den Toilettenspülungen oder zur Bewässerung von Pflanzen.

Siemens hat in das Kompetenzzentrum für Städte nach eigenen Angaben rund 35 Mio. Euro investiert. Das Markenzeichen des Unternehmens werde im Crystal bewusst nicht verwendet. Siemens wolle für Begegnungen von Entscheidern über Infrastrukturprojekte, Stadtmanagern, -entwicklern und -architekten eine neutrale Umgebung bieten und zur offenen Diskussion einladen. Weitere Kompetenzzentren seien in Schanghai und Washington geplant.

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