Werkzeugspannsystem Spannsystem mit Schweizer Stärken

Redakteur: Matthias Böhm

Dieser Bericht ist ein typisches Beispiel, dass Schweizer Qualität trotz ihres Preises überzeugt. Selbst in Norddeutschland wird auf Schweizer Qualität gesetzt: Beim Lohnfertiger Deicken & Engels aus Stuhr kommt seit fünf Jahren in der gesamten Fertigung nur noch ein Werkzeugspannsystem zum Einsatz: das «Powrgrip»-Spannsystem des Tenniker Herstellers Rego-Fix.

Firmen zum Thema

Bei dem aus Aluminium gefertigten Bauteil für ein Massenspektrometer sind die besonderen Herausforderungen die sehr engen Form- und Lagetoleranzen. Durch die tiefen Taschen neigt bei diesem Teil das Werkzeug dazu, aus der Aufnahme heraus-gezogen zu werden, was dank der hohen Spannkräfte verhindert wird.
Bei dem aus Aluminium gefertigten Bauteil für ein Massenspektrometer sind die besonderen Herausforderungen die sehr engen Form- und Lagetoleranzen. Durch die tiefen Taschen neigt bei diesem Teil das Werkzeug dazu, aus der Aufnahme heraus-gezogen zu werden, was dank der hohen Spannkräfte verhindert wird.
(Bild: Rego-Fix)

Das Schweizer Spannsystem konnte sich in den letzten fünf Jahren vielfältig bewähren, vor allem die Flexibilität, die Rundlaufgenauigkeit sowie die Schnelligkeit überzeugen die Norddeutschen.

In 2009 umgestellt

«Wir investierten 2009 im Zuge der Umstellung der Maschinen- und Werkzeugtechnologie auf VHM- und schnelllaufende Werkzeuge erstmals in das ‹Powrgrip›-Werkzeugspannsystem und legten damit die Basis für eine hochinnovative Fertigung», blickt Holger Kraeft, Geschäftsführer von Deicken & Engels, zurück. «Während damals Schnittdaten hochgefahren sowie neue Maschinen und Werkzeuge beschafft wurden, folgt heute der nächste Schritt im Optimierungsprozess mit Blick auf Effizienzsteigerung, Kostensenkung und Zeitersparnis.» Dabei spielt ‹Powrgrip› in Stuhr eine zentrale Rolle, denn in der ganzen Fertigung kommt ausschliesslich das Spannsystem von Rego-Fix zum Einsatz. Nur ein System für Schleifen, Schlichten, Schruppen und Gewindeschneiden – der eindrucksvolle Beleg für die hohe Flexibiliät von «Powrgrip».

Bildergalerie

Vom Lohnfertiger zum Systemlieferanten

«Die reine Produktion ist austauschbar. Deshalb ist es unser Ziel, uns vom Lohnfertiger zu einem Systemlieferanten weiterzuentwickeln», erklärt Andrew Engels, Inhaber der Deicken & Engels Maschinenfabrik GmbH & Co.KG aus Stuhr bei Bremen.

Das 1966 gegründete Unternehmen hat heute 63 Mitarbeiter und verfügt über einen modernen Maschinenpark für alle Bearbeitungsmöglichkeiten, bestehend aus 23 CNC- und 10 konventionellen Maschinen. Die Kunden der Norddeutschen kommen grösstenteils aus den Bereichen Energieerzeugung, Automotive, Medizintechnik und Maschinenbau.

Im Rahmen der Zusammenarbeit ist der Lohnfertiger für die ganze Prozesskette zuständig: Von der Beschaffung des Materials, über Vorarbeiten wie Tieflochbohren bis hin zu Glüh- und Wärmeprozessen. Das gefertigte Teil wird anschliessend mit zertifizierter Dokumentation inklusive Zeugnissen und (Mass-)Protokollen an die Kunden ausgeliefert.

Von Alu bis zu hochfesten Legierungen

In der Fertigung in Stuhr kommen mittlerweile zwei «Powrgrip»-Geräte bei sämtlichen Anwendungen zum Einsatz. Dies ist umso bemerkenswerter, weil Deicken & Engels breit aufgestellt ist bezüglich der Kunden/Branchen und somit viele verschiedene Materialien und Arbeitsgänge hat.

Materialien wie Aluminiumlegierungen, allgemeine Baustähle, Edelstähle, hochfeste Legierungen, Kunststoffe, geschmiedete Edelstähle und Sonderstähle mit Zugfestigkeiten bis 1400 Nm/mm2 sind schwierig zu bearbeiten, können aber alle mit dem System von Rego-Fix bewältigt werden.

Bei Deicken & Engels kann man sich nach all den Jahren im Einsatz an keinen Fall erinnern, bei dem man sich nicht auf die Stärken von Rundlauf und Haltekraft von «Powrgrip» hätte verlassen können.

Grundstock an Basiswerkzeugen

Auch das Thema der Rüstzeiten steht bei den Norddeutschen im Fokus und die Frage, wie Zeit beim Rüsten eingespart werden kann. Deicken & Engels fährt hier die Strategie, dass 60 Grundwerkzeuge immer in der Maschine bleiben. Früher war es so, dass nach einem Auftrag komplett alle Werkzeuge aus dem Magazin ausgewechselt wurden.

Heute hingegen arbeitet der Lohnfertiger mit einem Grundstock an Basiswerkzeugen, die in der Maschine bleiben. Bei einem 100er-Werkzeugmagazin bedeutet das eine Grundausstattung von 60 Werkzeugen, die in der Maschine bleiben und die für ca. 80 % aller Bearbeitungen der Werkstücke verwendet werden können; nur die restlichen bis zu 40 Werkzeuge werden getauscht.

Diese Strategie führte zwar dazu, dass im ersten Schritt mehr in die Grundausstattung der Maschinen – mehr «Powrgrip»-Werkzeughalter – investiert werden musste, aber nachhaltig betrachtet fahren die Norddeutschen damit viel besser.

Fortschritte in der Fertigung konnte Deicken & Engels durch die extra langen «Powrgrip»-Werkzeughalter erzielen, die sie standardmässig bei Rego-Fix beziehen. Mit den eingesetzten Schwenkkopfmaschinen stellt die Bearbeitung der Werkstücke manchmal eine Herausforderung dar.

Coromant-Capto-Schnittstelle

Gerade hier ist das System eine grosse Hilfe – doch die Messlatte wird immer höher. Wenn heute eine Verlängerung von 400 mm ausreicht, wird ab morgen vom Kunden davon ausgegangen, dass auch 500 mm standardmässig erhältlich sind. In Verbindung mit der Coromant-Capto-Schnittstelle erzielt der Lohnfertiger bei extra langen Werkzeughaltern sehr gute Ergebnisse und kommt mit den Standardlängen des Schweizer Herstellers bestens aus.

«Powrgrip» hat sich bei Deicken & Engels in den fünf Jahren Praxiserfahrung bewährt. Die Vorzüge des Systems sind von den Fertigungstechnikern erkannt worden. Zumal das Produkt von Rego-Fix auch grösste Flexibilität bei hoher Rundlaufgenauigkeit bietet, was letztlich dazu führte, dass sich der Lohnfertiger mit der Anschaffung des zweiten Geräts komplett für «Powrgrip» entschieden hat.

Hohe Drehmomente und Haltekräfte

«Bei ‹Powrgrip› haben uns von Anfang an – wie auch über die Jahre hinweg – die hohen Haltekräfte, die Möglichkeit der Innenkühlung und die Schnelligkeit überzeugt. ‹Powrgrip› deckt in einer spanenden Fertigung nicht nur alles ab, sondern verschiedene Systeme im Einsatz zu haben, raubt auch wertvolle Zeit und verkompliziert den Prozess – dies ist bei uns nicht der Fall», zieht Holger Kraeft ein positives Fazit.

Spannsystem bringt präzisen Rundlauf

«Das Spannsystem unterstützt mit seinem präzisen Rundlauf die gleichmässige Abnutzung der Werkzeugschneiden und führt in den meisten Fällen bis zur doppelten Standzeit. Eine flexible Produktion braucht ein flexibles System – deswegen ist ‹Powrgrip› für uns das optimale Spannsystem, mit dem wir nicht nur sehr zufrieden sind, sondern uns auch gewappnet sehen für eine erfolgreiche Zukunft mit Wachstum.» <<

(ID:43255018)