EMO 2017

Starrag: digitale Fertigungslösungen – optimierte Profitabilität

| Redakteur: Anne Richter

Noch kompakter, noch flexibler: Gleich zwei neue Heckert-Bearbeitungszentren hat Starrag auf der EMO präsentiert.
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Noch kompakter, noch flexibler: Gleich zwei neue Heckert-Bearbeitungszentren hat Starrag auf der EMO präsentiert. (Bild: Starrag)

Auf der EMO in Hannover hat Starrag Produk­ti­vität und Leistungsfähigkeit in den Fokus gestellt. Von den neuen Heckert-Bearbeitungszentren für optimierte Profitabilität bis zu langjährig erprobten Industrie-4.0-Lösungen hat das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette im Visier.

Bis zu 30 Prozent geringerer Flächenbedarf und um 15 Prozent höhere Produktivität – mit diesen starken Argumenten hat Starrag die neuen Bearbeitungszentren Heckert X40 und Heckert H50 auf der EMO vorgestellt. Der modulare Aufbau der horizontalen 5-Achs-Zentren mit 400 mm bzw. 500 mm Palettengrösse ermöglicht die individuelle Konfiguration für Einsätze von der Leichtmetallbearbeitung bis zur Schwerzerspanung. Die von Grund auf neu entwickelten Zentren sind leistungsstark und hochpräzise. Die Maschinen sind von vorneherein für die 5-Achs-Simultanbearbeitung konzipiert, werden allerdings auch als 4-Achs-Variante angeboten. Die neuen Maschinen fussen auf dem bewährten Konzept der Chemnitzer HEC-Maschinen, bei dem maximale Steifigkeit als fundamentale Eigenschaft in die Wiege gelegt wird. Ein wesentliches Merkmal ist der kleine Footprint. Durch die daraus resultierende, gesteigerte Flächenproduktivität stellen die neuen Heckert-Maschinen eine Alternative zu mehrspindligen Zentren dar.

In Modulbauweise zu optimierter Profitabilität

Die beiden Maschinen basieren auf einem Modulbaukasten, der es erlaubt, kundenspezifisch konfigurierte Maschinen in nur zehn Wochen zu liefern. Während grosse Teile der Baugruppen in allen Maschinenvarianten gleich sind, bestehen beim Ständer Variationsmöglichkeiten: Für hochdynamische Zerspanung steht eine gewichtsoptimierte Ausführung zur Verfügung. Demgegenüber kommt für die Schwerzerspanung ein massiverer Ständer zum Einsatz, der die optimale Dämpfung gewährleistet. Auch das Herzstück der Maschine, die Spindel, gibt es in vielerlei Ausführungen. Der Kunde kann zwischen universell einsetzbaren HSK63-Spindeln, Hochgeschwindigkeitsspindeln für die dynamische Aluminiumzerspanung und drehmomentstarken HSK100-Spindeln wählen, wie sie beispielsweise für die Zerspanung von Titan benötigt werden. Eine neue Bedienoberfläche mit 24"-Multitouch-Screen erweitert die Möglichkeiten der Benutzer enorm und vereinfacht die Bedienung. Die Verfahrwege wurden optimiert und die Nebenzeiten minimiert. Die Peripherieaggregate sind intelligent in den Maschinenbauraum integriert, so dass gute Zugänglichkeit und Servicefreundlichkeit erhalten bleiben.

Dazu präsentierte Starrag auf der EMO ein in die Heckert H50 integriertes Palettenspeichersystem, mit minimiertem Footprint. Diese 6-Paletten-Lösung bietet einen kostengünstigen Einstieg in die autonome Fertigung.

Digital vernetzte Fertigung

Nicht neu und nicht kompliziert sind die wesentlichen drei Kundenwünsche an die digitalisierte Produktion: Es geht ihnen um höhere Profitabilität, mehr Sicherheit und Wachstum. «Das gelingt nur mit individuellen, digitalisierten Fertigungslösungen», erklärt Walter Börsch, CEO der Starrag. «Wir stellen die Weichen dazu mit unserem eigenen Integrated Production System (IPS) und der selbst entwickelten Leitrechner-Technologie, dank der Anwender und Betreiber ihre Starrag-Fertigungssysteme und -linien prozesssicher steuern und überwachen lassen. Auf diese Weise unterstützen wir sie bei der komplexen Aufgabe, Daten in einer vernetzten Produktionswelt mehrwertorientiert zu nutzen.»

Das Starrag IPS dient dabei als Plattform, auf der sich die Produktion – auf Wunsch auch schrittweise – automatisieren und digitalisieren lässt. Das Konzept reicht von Einzelmaschinen, flexiblen Fertigungssystemen (FFS) bis hin zu kompletten Fertigungslinien. Im Gegensatz zu anderen Anbietern setzt Starrag bei allen wichtigen Komponenten auf Eigenentwicklungen: Als Kernelement dient ein selbstentwickelter Leitrechner (Cell Controller), der FFS und Fertigungslinien prozesssicher überwacht. Der selbstentwickelte Cell Controller ist ein offenes System, mit dem sich unterschiedliche Systemkomponenten miteinander verknüpfen lassen.

Aus diesen IPS-Bausteinen hat Starrag bereits gemeinsam mit Kunden sehr interessante und vielfältige Industrie-4.0-Lösungen entwickelt. So entsteht im Südwesten von China bis zum Sommer 2019 in der Flugzeugfabrik von Chengdu Aerospace mit sechs Ecospeed F 2060 eine der weltweit produktivsten und leistungsfähigsten Anlagen zur Komplettbearbeitung von Strukturbauteilen aus Aluminium. W. Börsch: «Die Lösung für Chengdu beweist, dass Starrag dank IPS mit seiner selbst entwickelten Leitrechner-Technologie auch im grossen Stil individuelle, digitalisierte Fertigungslösungen prozesssicher verwirklichen kann.»

Extrem präzise mit 2,0 µm/m

Neue Möglichkeiten in der Hochgenauigkeitsbearbeitung (Rund- und Planlauf von kleiner 2 μm) bieten die Bearbeitungszentren Berthiez RVU 2800/250, die sich für das Schleifen, Drehen, Fräsen und Inline-Messen von bis zu 20 t schweren und grossen Bauteilen (Durchmesser: max. 2500 mm; Höhe: bis zu 1500 mm) in einer Aufspannung eignen. Sie kommen besonders infrage für die Komplettbearbeitung von Gasturbinenscheiben. Optional gibt es die Maschinen für den automatisierten Betrieb mit Werkzeugzuführung per Roboter. Von der Maschine hat ein grosser internationaler Turbinenhersteller bereits sechs Maschinen bestellt, berichtet Starrag.

Neues für die Schwerzerspanung

Der Bielefelder Starrag-Produktbereich Droop+­Rein stellt mit der Fogs-Baureihe (Fogs: Fräs­maschine mit obenliegendem Gantry) das erste Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentrum für extrem schwere und sehr grosse Bauteile vor. Die Anlage vereint die Vorteile von Portal- und Gantrymaschinen. Die Droop+­Rein Fogs HD (Heavy Duty) ist fast doppelt so leistungsstark und kraftvoll wie eine Standard-Fogs und sie schlichtet aufgrund der hohen Maschinendynamik z. B. Karosseriewerkzeuge rund 20 bis 30 Prozent schneller und wirtschaftlicher als eine vergleichbare Portalfräsmaschine.

Hocheffiziente Bearbeitung von Titan-Strukturbauteilen

Für Einsätze in der Luftfahrtbranche sind die Baureihen Scharmann Ecoforce Ti 9 und Ti 13 gedacht, die das Zerspanen von bis zu 8000 mm langen und flachen Strukturbauteilen aus Titan (z. B. Spanten von modernen Militärflugzeugen oder grössere Rahmenbauteile) ermöglichen. Zum Einsatz kommt ein ultrakompakter 2D-Bearbeitungskopf mit einer extrem leistungsfähigen Getriebespindel (1300 Nm bei 5600 min-1 im S1-Betrieb) mit hoher Steifigkeit. Die grosse Bandbreite an Paletten (1000 x 4000 mm bis 2500 x 8000 mm) ermöglicht die hocheffiziente Zerspanung von einer Vielzahl von Bauteilen mit hohen Abtragungsraten von 800 cm³/min, also mit dem Mehrfachen der sonst üblichen Zerspanungsleistung von CNC-Zentren. -ari- SMM

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