Steuerung – zwei Kanäle für zwei Spindeln

Redakteur: Anne Richter

>> Die neue Hochpräzisionsdrehmaschine Schäublin der Baureihe 136/142 ist mit der Multikanalsteuerung 31i-B von Fanuc ausgestattet. Aufgrund der zweiten Spindel kann je nach Bauteil entsprechend Bearbeitungszeit eingespart werden. Ein Anwender konnte seine Bearbeitungszeit um 40 Sekunden reduzieren.

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(Bild: Anne Richter, SMM)

Wie bei vielen Unternehmen im Jura sind die Wurzeln der Zürcher Frères SA eng mit der Uhrenindustrie verknüpft. Das in Les Bois angesiedelte Unternehmen ist spezialisiert auf die Fertigung von Präzisionsteilen aus Schwermetalllegierungen und auf die Präzisionsbearbeitung von Drehteilen. Die Herstellung, das Sintern und die Verarbeitung von Schwermetalllegierungen wie sie in der Uhrenindustrie für die Unruh oder die Schwungmasse benötigt werden, gehört dabei zum besonderen Know-how des Unternehmens. Zum Einsatz kommen Metalle mit möglichst hohem spezifischem Gewicht wie Wolfram und Palladium. Die Qualität der Unruh bestimmt massgeblich die Qualität der Uhr. Entscheidend sind das spezifische Gewicht des Materials und die Präzision des Bauteils.

Gegenspindel spart Bearbeitungszeit

Die Präzisionsbearbeitung findet auf Schäublin-Hochpräzisionsdrehmaschinen mit Fanuc-Steuerung statt. Seit einem Jahr fertigt das Unternehmen mit der Schäublin 136 11AX-Y, einer 11-Achs-Hochpräzisionsdrehmaschine mit Gegenspindel. Die Maschine mit Fanuc-Steuerung hat Schäublin erstmals auf der EMO 2009 in Mailand vorgestellt. Durch die Gegenspindel konnte die Bearbeitungszeit des Bauteils um 40 Sekunden auf 2:40 Minuten verkürzt werden. Die Genauigkeit des Mitteldurchmessers zum Befestigen der Unruh mit einem Präzisionskugellager liegt bei 6µm.

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Sowohl für Massenproduktion als auch für Kleinserien

«Wir wollten eine Maschine entwickeln, die sowohl für die Massenproduktion als auch für kleinere Serien flexibel und gleichwertig einsetzbar ist», erklärt Rolf Muster, Geschäftsführer von Schäublin Machines SA. Die Baureihe Schäublin 136/142 ist dementsprechend konzipiert: Sie ist leicht zu automatisieren, der Zugang zur Maschine ist einfach und die Einrichtung der Maschine ist schnell machbar.

Zusätzlich braucht es eine entsprechende Steuerung. Hier arbeitet Schäublin seit 1990 mit Fanuc zusammen. «Am wichtigsten für uns ist, dass die Steuerung absolut zuverlässig arbeitet», begründet R. Muster die Zusammenarbeit mit Fanuc und ergänzt: «Ausserdem exportieren wir in 64 Länder. Da ist Fanuc mit seiner weltweiten Bekanntheit und seinem Service ideal.» Aufgrund der Kooperation mit Fanuc konnte Schäublin die Entwicklungszeit der Schäublin 136 auf nur 14 Monate begrenzen.

Mehrkanalsteuerung erhöht Produktivität

Die Baureihe der Schäublin 136/142 ist in seiner Zweispindel-Ausführung mit der Fanuc-Mehrkanalsteuerung 31i ausgestattet, in der einfachen Einspindel-Ausführung mit Fanuc 0i. Ein wichtiger Vorteil der Fanuc-Steuerung liegt in der einfachen und benutzerfreundlichen Bedienung. Die Durchgängigkeit von Bedienung und Programmierung ermöglicht eine maximale Produktivität der Maschine.

Aufwärtskompatibilität und Werkstattprogrammierung

Aufgrund der Aufwärtskompatibilität laufen ältere Programme problemlos und Bediener mit Fanuc-Erfahrung können ohne grossen Schulungsaufwand eingearbeitet werden. Ein weiterer Vorteil der Fanuc-Steuerung ist die schnelle Werkstattprogrammierung. Mit der bedienerfreundlichen Software Manual Guide i wird die Arbeit des Bedieners wesentlich erleichtert, da sie die Fertigstellung eines Bearbeitungsprozesses von der Zeichnung bis zum fertigen Teil in kürzester Zeit ermöglicht.

Kontrolle zur Vermeidung von Kollisionen

Ein integrierter 3-D-Interferenzcheck hilft dem Bediener, Maschinenkollisionen zu vermeiden. Die Steuerung beachtet die eingegebenen räumlichen Informationen zusammen mit den aktuellen Werkzeugdaten bei der Berechnung der Achsbewegungen und vermeidet so eine mögliche Kollision. Der letzte Impuls wird nicht ausgegeben und die Maschine stoppt. Ausserdem ist die Steuerung mit einem automatischen Kontrollsystem ausgestattet, um die Wartung der Maschine besser planen zu können.

So schätzen auch die Mitarbeiter der Zürcher Frères SA die Vorzüge der Steuerung von Fanuc. Geschäftsführer E. Zürcher bestätigt: «Wer von unseren Mitarbeitern einmal mit der Fanuc-Steuerung gearbeitet hat, möchte nicht mehr zurück zu anderen Steuerungen.» <<

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