Studie Medizintechnik

Stürmische Zeiten für die Medizintechnik

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China rückt mit zum wichtigsten Exportmarkt auf

Selbst noch im schwierigen Jahr 2008 verzeichneten praktisch alle Medtech-Unternehmen ein Wachstum von 7 bis 14 Prozent. Bei der letzten umfassenden Umfrage (SMTI 2010) rechnete die Branche für 2011 noch mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 12 Prozent. Doch im 3. Quartal wurden die Erwartungen für dieses Jahr auf ein Prozent herunter geschraubt. So sehen 90 Prozent der kürzlich befragten CFO die Ursache für ihre schrumpfenden Margen im starken Schweizer Franken. Aufgrund der Kursentwicklung gegenüber dem Euro und dem US-Dollar droht eine Verlagerung von Teilen der Wertschöpfungskette in günstigere Standorte wie Osteuropa, China, Brasilien oder Indien.

China rückt mit einem geschätzten zweitstelligen Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren für die SMTI-Firmen neben Deutschland und den USA zu einem der wichtigsten Exportmärkte auf. Hingegen erschweren Schwellenländer wie z.B. Brasilien mit protektionistischen Massnahmen zusehends den Marktzugang.

Externe Faktoren und interne Schwächen

Regulatorische Auflagen und die allmähliche Angleichung klinischer Anforderungen an die Pharmaindustrie führen zu erschwerten Zulassungsbedingungen und mehr Bürokratie. Darüber hinaus sorgen die laufenden Kostensenkungsmassnahmen im Gesundheitswesen zunehmend für eine Konsolidierung der Wertschöpfungsketten: Fusionen, Übernahmen und Zusammenschlüsse sind die Folge. Auch der Trend, an Forschung und Entwicklung zu sparen, verstärkt sich. Statt wirkliche Innovationen zu entwickeln, bringen Medtech-Firmen bevorzugt Nachfolgegenerationen bestehender Produkte auf den Markt. Gleichzeitig wird die Nachfrageseite immer mächtiger: So schliessen sich Spitäler zusammen und beziehen Medtech-Produkte günstiger über Einkaufsgesellschaften. Und die Patienten wandeln sich allmählich zu gut informierten „Managern ihrer Krankheit“.

Doch nicht nur der steigende Wettbewerbs-, Kosten- und Preisdruck schlägt sich (als „Triple-Herausforderungen“) auf die Margen nieder. So gibt es neben den externen Faktoren eine Reihe neuer Themen, welche die Medtech-Unternehmen betriebsintern angehen müssen: Statt wie bisher Wachstum und Gewinnmaximierung sind zunehmend Restrukturierung, vertiefte Prozessoptimierung und verstärkte Kosteneffizienz angesagt, so etwa durch Automatisierung in der Produktion.

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