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Synthetische Lebewesen: „Technologie mit ungeahnten Möglichkeiten“

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“Es gibt keinen Massstab, mit dem man die Sicherheit eines Organismus bewerten könnte”

Das sei bei weitem nicht genug, betont Schmidt, der auch die EU-Kommission berät. “Das ist zwar eine Riesenleistung und ein Schritt in die richtige Richtung, aber es muss noch viel mehr passieren. Es gibt noch keinen Massstab, mit dem man die Sicherheit eines Organismus bewerten könnte.”

Überhaupt, so betont auch Budisa, erfordere der Einsatz solcher Lebewesen einen gesellschaftlichen Konsens. An einer transparenten Diskussion zu Chancen und Gefahren müssten sich nicht nur Biologen beteiligen, sondern etwa auch Ethiker oder Theologen. Klar ist: “Das Risiko wird niemals Null sein”, sagt Schmidt. “Aber wie gering muss es sein, damit wir es akzeptieren?” Das gelte es zu klären.

Trotz aller Fortschritte der synthetischen Biologie: Von der tatsächlichen Schaffung von Leben sind Forscher letztlich weit entfernt. “Die faszinierendste Frage ist: ‘Was ist Leben’”, sagt Waldminghaus. “Wir kennen inzwischen alle chemischen Bestandteile, aber wir können Leben nicht entstehen lassen. Es ist schön, dass es dieses Rätsel noch gibt.”

Wissenschaftliches Literaturverzeichnis

- Venter et al. in “Science” (2010): 10.1126/science.1190719

- Church, Isaacs et al. in “Science” (2013): 10.1126/science.1241459

- Church et al. in “Nature” (2015): 10.1038/nature14121

- Isaacs et al. in “Nature” (2015): 10.1038/nature14095

- Isaacs et al. in “Nucleic Acids Research” (2015): 10.1093/nar/gku1378

- Boeke et al. in “PNAS” (2015): 10.1073/pnas.1424704112

- Romesberg et al. in “Nature” (2014): 10.1038/nature13314

- Budisa in “Current Organioc Chemistry” (2014): 10.2174/138527281808140616154301

- Schmidt et al. in “Bioessays” (2014): 10.1002/bies.201300149

- Schmidt in “Biospektrum”: 10.1007/s12268-012-0229-1

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