Kühlschmierstoffstrategien Temperaturvermeidung statt -reduzierung

Redakteur: Matthias Vogel

>> Neue Kühlschmierstoffstrategien sind ein wichtiger Schlüssel, um in Zukunft schwer zerspanbare Materialien produktiv und kostenoptimiert zu zerspanen. Antworten dazu stellt der Schmierstoffexperte Rother Technologie mit der Aerosol-Trockenschmierung (ATS) bereit. Für den hohen wirtschaftlichen, technologischen, gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen ihres Prinzips «Temperaturvermeidung statt -reduzierung» wurden die Schwaben sogar mit dem Industriepreis Best of 2012 ausgezeichnet.

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Performancesprünge erreicht der Zerspaner in vielen Applikationen und Materialien, wie etwa in der Aluminiumbearbeitung.
Performancesprünge erreicht der Zerspaner in vielen Applikationen und Materialien, wie etwa in der Aluminiumbearbeitung.
(Bild: Rother Technologie)

Die richtige Kühlschmierstoffstrategie macht viele Zerspan- und Umformprozesse erst möglich. Dies gilt insbesondere für das Bearbeiten unter hohen thermischen und mechanischen Belastungen von beispielsweise hochharten Stählen, hochwarmfesten Legierungen auf Eisen-, Nickel- oder Titanbasis.

Die genannten schwer zerspanbaren Werkstoffe «... sind die Ursache für die geringen Standzeiten der Werkzeuge, die langen Prozesszeiten und die mindere Qualität der Bauteiloberflächen», so Marc Busch, Gruppenleiter Hochleistungszerspanung am IPT und Gesamtleiter der Werkzeugstudie 2012.

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Hochfeines Aerosol vermindert Reibung

Angesichts dieses harten Werkzeugalltags packen Zerspaner mit Überflutungs- und/oder Hochdruckkühlung oftmals die «Bazooka» aus, um ihre Werkzeuge und Werkstücke einigermassen zu schützen und prozesssicher zu arbeiten: Nach Angaben des Umweltministeriums werden bei etwa 85 Prozent der Metallbearbeitungsprozesse Kühlschmierstoffe eingesetzt und dabei jährlich rund 85 000 Tonnen verbraucht. Sie bergen jedoch Risiken für Umwelt und Mensch. Hinzu komme ein nicht zu unterschätzender Aufwand für den Betrieb und die Pflege des Betriebsstoffs. «Auch bei der Trockenbearbeitung und MMS hat sich Ernüchterung eingestellt, sind doch diese Verfahren gerade bei der Zerspanung von Hightechmaterialien hinter den Erwartungen zurückgeblieben», so Reiner Rother, Geschäftsführer von Rother Technologie.

ATS von Rother lässt auch in anspruchsvollen Applikationen Hitze erst gar nicht in werkzeuggefährdendem Masse aufkommen. Denn durch ein hochfeines Aerosol wird sehr viel weniger Reibung erzeugt. Trotz minimalem Verbrauch ist eine optimale Schmierleistung gewährleistet. Zusätzlich kann bei Bedarf die Aerosolkühlung cryolub zugeschaltet werden. Dieses spezielle Gas kühlt die Zerspanungskontaktzone auf bis zu –70 °C ab. Die Kühlleistung lässt sich, ebenso wie die Aerosolsättigung, bedarfsgerecht und somit bauteil- und materialabhängig einstellen.

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