Hochleistungs-Präzisionswerkzeuge aus dem Tessin

Tieflochbohren: Ein Stoss genügt

| Redakteur: Silvano Böni

Nebst der Kurzversion ist der Inox-Bohrer mit Innenkühlung von Mikron Tool nun auch für Tiefen bis 15 x d und 20 x d verfügbar.
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Nebst der Kurzversion ist der Inox-Bohrer mit Innenkühlung von Mikron Tool nun auch für Tiefen bis 15 x d und 20 x d verfügbar. (Bild: Mikron Tool)

Der CrazyDrill Cool SST-Inox ist ein Vollhartmetallbohrer von Mikron Tool, entwickelt für die Bearbeitung von rostfreien Stählen, hitzebeständigen Legierungen und Chrom-Kobalt-Legierungen. Nach der Kurzversion ist der Bohrertyp nun auch für Tiefen bis 15 x d und 20 x d verfügbar. Das Besondere: Dank ausgeklügelter Späneabfuhr und polierten Nuten genügt ein einziger Bohrstoss, um die volle Bohrtiefe zu erreichen.

Aus kurz wird lang: Der Vollhartmetallbohrer CrazyDrill Cool SST-Inox von Mikron Tool ist nun auch als Langversion erhältlich. Gefragt nach den Besonderheiten des Bohrers, erklärt Markus Schnyder, der Verantwortliche von Mikron Tool International und Initiator der Entwicklung: «Speziell gefordert waren die Entwicklungsingenieure von der erschwerten Späneabfuhr durch die langen Spiralnuten.» Zwar konnte die Geometrie der bereits bestehenden Kurzversionen übernommen werden: ein Spanbrecherprofil an der Spitze, welches kurze, gekrümmte Späne generiert, und ein erweitertes Nutenprofil im hinteren Teil, das genauso wie die massive und konstante Kühlschmierung die Späneausfuhr erleichtert. Notwendig war bei diesen Bohrerlängen aber eine weitere Massnahme, um beim Bohren in die Tiefe einen Anstieg der Kräfte zu verhindern: das Polieren der Nuten. «Die extrem glatte Oberfläche der Spiralnuten macht in Bohrtiefen von mehr als 10 x d einen wesentlichen Unterschied aus. Sie sorgt gemeinsam mit den anderen erwähnten Faktoren dafür, dass auch bei tiefen Bohrungen die Kräfte gleich bleiben. So genügt ein einziger Bohrstoss, um die volle Bohrtiefe zu erreichen und die Späne dabei problemlos aus den Nuten zu befördern. Und das mit hohen Schnitt- und Vorschubgeschwindigkeiten», so Schnyder weiter.

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Ein Maximum an Kühlleistung

Ein weiteres entscheidendes Merkmal, um rostfreie Materialien prozesssicher und mit hoher Schnittgeschwindigkeit zerspanen zu können, ist eine effiziente Kühlung. Beim Inox-Bohrer von Mikron Tool führen spiralisierte, im Bohrer integrierte Kühl­kanäle das Kühlschmiermittel bis an die Bohrerspitze. Die spezielle Form, die in ihrem Querschnitt einem Tropfen nachempfunden ist, sorgt dabei für eine bis zu vier Mal grössere Durchflussmenge an Kühlmittel, verglichen mit einem runden Querschnitt. Um auch bei kleinen Bohrdurchmessern diese Kühlleistung zu garantieren, ist der Schaft bei Durchmessern unter 3 mm zusätzlich mit einer Powerkammer (ein Hohlraum im Schaft) versehen. Diese hohe Kühlleistung verhindert, dass die Schneiden überhitzt werden und in der Folge die Schneidkanten ausbrechen und sich Aufbauschneiden bilden.

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Kurze Bohrzeit, lange Standzeit

Markus Schnyder versichert: «Diese neu konzipierten Bohrer sind äusserst zuverlässig, die Standzeiten können vor allem bei der Bearbeitung von hitze­beständigen Legierungen wesentlich verbessert werden. Das bedeutet für den Anwender, dass er seine Teile mit hoher Prozesssicherheit fertigen kann. Ein Beispiel: Ein Hersteller von Dampfventilen aus rostfreiem austenitischem Stahl DIN 1.4301
(AISI 304) für Kaffeemaschinen hat mit einem Crazy­Drill Cool SST-Inox Ø 2,75 mm eine Bohrung in eine Bohrtiefe von 15 x d mit einem einzigen Bohrstoss ausgeführt und dabei mit einem Werkzeug über 100 000 Teile gebohrt. Das sind doppelt so viele, wie vorher möglich waren. Unsere Tests haben ergeben, dass bis zu drei Mal längere Standzeiten möglich sind, abhängig vom zu bearbeitenden Material.» Auch beim Faktor Zeit sei ein grosses Spar­poten­tial vorhanden. Hier zeigen die ersten Erfahrungen, dass eine Bohrtiefe von 20 x d, in einem Bohrstoss und mit den empfohlenen Schnittdaten gebohrt, den Bohrprozess bis zu 10 Mal verkürzen kann. Was selbst die Entwickler erstaunt hat: Es ist möglich und sogar empfohlen, mit denselben Geschwindigkeiten und Vorschüben in jede Tiefe zu bohren; egal ob es um eine kurze Bohrung von 6 x d geht oder um eine tiefe Bohrung von 20 x d.

Ein klarer Bohrprozess sichert die Qualität

Um mit diesen Bohrern eine gute Bohrqualität zu gewährleisten, sind die empfohlenen Richtlinien einzuhalten. Gemäss Hersteller handelt es sich hier durchgehend um getestete Werte. So ist bei Bohrtiefen von mehr als 6 x d eine Pilotbohrung erforderlich, idealerweise mit dem als Ergänzung zur CrazyDrill Cool SST-Inox entwickelten CrazyDrill Coolpilot. Er ist in seinen Dimensionen und Toleranzen ganz auf den Tieflochbohrer abgestimmt. Auch bei den Schnittgeschwindigkeiten und den Vorschüben ist ein Wert innerhalb des angegebenen Bereiches zu wählen. So ist eine maximale Qualität der Bohrung gesichert in Bezug auf Zylindrizität, Achsmittenverlauf und Oberfläche. SMM

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