Dätwyler erreichte 2024 einen Umsatz von CHF 1'107.7 Mio. und steigerte die bereinigte EBIT-Marge auf 10.7 Prozent, trotz schwacher Märkte und eines spürbar negativen Währungseffektes. Das Transformationsprogramm «ForwardNow» wird die geplante Steigerung von Umsatz und Profitabilität beschleunigen.
Der Hauptsitz des Geschäftsbereichs Industrial Solutions liegt in Schattdorf.
(Bild: Valentin Luthiger)
Dätwyler hat im Berichtsjahr 2024 weiter in die Wachstumsfähigkeit investiert und in einem anspruchsvollen Marktumfeld ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Der Gewinn von vielen neuen Kundenprojekten zeige, dass die langfristigen Wachstumstrends in den bearbeiteten Märkten trotz aktueller Nachfrageschwäche intakt sind. Mit der Lancierung des Transformationsprogramms «ForwardNow» wird Dätwyler die geplante Steigerung von Umsatz und Profitabilität beschleunigen.
Dätwyler konnte im Berichtsjahr einen Umsatz von CHF 1'107.7 Mio. (Vorjahr CHF 1'151.5 Mio.) verbuchen. Dies entspricht – bei einem schwachen Umfeld in vier von fünf relevanten Märkten – einem währungsbereinigten Rückgang von 1.4 Prozent. Rund die Hälfte davon entfällt auf den Wegfall von Umsatz mit margenstarken Komponenten für Covid-Impfungen. Der negative Einfluss aus Währungseffekten, primär aufgrund des starken Schweizer Frankens, belief sich auf CHF 27.4 Mio. oder 2.4 Prozent.
Bereinigte EBIT-Marge über Vorjahr
Auf Stufe des Betriebsergebnisses (EBIT) hat Dätwyler im Berichtsjahr, wie im Dezember 2024 angekündigt, Einmalkosten von CHF 37.9 Mio. für das Transformationsprogramm «ForwardNow» verbucht. Ausgewiesen resultierte ein EBIT von CHF 80.2 Mio. und eine EBIT-Marge von 7.2 Prozent. Angepasst um die Einmaleffekte wurde die bereinigte EBIT-Marge trotz rückläufiger Umsatzerlöse auf 10.7 Prozent erhöht (Vorjahr 10.5 Prozent). Absolut erreichte der bereinigte EBIT mit CHF 118.1 Mio. nahezu den Vorjahreswert (CHF 120.4 Mio.). Tiefere Finanz- und Steueraufwände führten zu einem ausgewiesenen Nettoergebnis von CHF 31.1 Mio. Angepasst um die Einmaleffekte lag das bereinigte Nettoergebnis mit CHF 69.0 Mio. leicht über dem Vorjahreswert (CHF 66.8 Mio.). Pro Aktie entspricht dies CHF 4.06 (Vorjahr CHF 3.93). Die Gewinnzahlen wurden ebenfalls durch den starken Schweizer Franken negativ beeinflusst. Das Transformationsprogramm «ForwardNow» wird bereits während des dreijährigen Programmzeitraums von 2025 bis 2027 zu kumulierten Ergebnisverbesserungen von rund CHF 52 Mio. führen. Nach erfolgreichem Abschluss aller Massnahmenpakete erwartet Dätwyler nachhaltige jährliche Ergebnisverbesserungen von rund CHF 24 Mio.
Dätwyler hat 2024 in Anbetracht der Herausforderungen in den Absatzmärkten ein solides Ergebnis erzielt und die bereinigte EBIT-Marge gesteigert. Wir haben unsere Projektpipeline weiter mit attraktiven Produkten für global führende Kunden gestärkt und gleichzeitig wesentliche Optimierungen im Unternehmen vorangetrieben. Auf die prognostizierte Erholung unserer Märkte sind wir gut vorbereitet. Mit dem Transformationsprogramm «ForwardNow» investieren wir gezielt in die nachhaltige Wachstumsfähigkeit von Dätwyler.
Der Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit ging im Berichtsjahr auf CHF 171.7 Mio. zurück (Vorjahr CHF 194.9 Mio.). Der Vorjahreswert wurde durch einen umfangreichen Abbau von Sicherheitslagern aus der Pandemie an den Dätwyler Standorten beeinflusst. Im Berichtsjahr konnten dank konsequenter Massnahmen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduziert werden. Aufgrund in Vorjahren getätigter Investitionen, insbesondere in Infrastruktur, lag die Investitionstätigkeit nochmals deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Free Cash Flow verfehlte mit CHF 127.9 Mio. zwar den hohen Wert des Vorjahrs (CHF 136.7 Mio.), erreichte aber in Anbetracht des schwierigen Umfelds ein starkes Niveau. Dies ermöglicht es Dätwyler, die Bilanz weiter zu stärken. Der Verwaltungsrat sieht vor, der Generalversammlung eine Bardividende von CHF 3.20 pro Inhaberaktie und von CHF 0.64 pro Namenaktie vorzuschlagen.
Healthcare Solutions für erwartete Markterholung gut vorbereitet
In der Business Area Healthcare Solutions reduzierten die Kunden im Berichtsjahr immer noch ihre Sicherheitslager. Das führte zu einem Umsatzerlös von CHF 446.0 Mio. (Vorjahr CHF 469.0 Mio.). Trotz eines währungsbereinigten Rückgangs von 2.5 Prozent stellt dieser Wert den vierthöchsten Wert der Dätwyler Firmengeschichte dar. Das Vorjahr enthielt noch CHF 7.5 Mio. Umsatz mit margenstarken Komponenten für Covid-Impfungen. Aufgrund der tieferen Nachfrage und des negativen Währungseinflusses reduzierte sich das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) auf CHF 61.8 Mio. (Vorjahr CHF 74.4 Mio.). Die bereinigte EBIT-Marge belief sich auf 13.9 Prozent (Vorjahr 15.9 Prozent). Nach anteiligen Einmalkosten für das angekündigte Transformationsprogramm ergab sich ein ausgewiesener EBIT von CHF 47.0 Mio. Dätwyler habe die Marktschwäche im Berichtsjahr genutzt, um Prozesse in den Produktionsstandorten weiter zu optimieren und die Komplexität der Abläufe zu reduzieren. Dabei wurde gezielt an Kapazitäten und Kompetenzen festgehalten, um für die erwartete Markterholung gut vorbereitet zu sein.
Industrial Solutions mit deutlicher Margenverbesserung
Der Bereich Industrial Solutions konnte im Berichtsjahr 2024 trotz überwiegend schwachem Marktumfeld einen Umsatz von CHF 664.8 Mio. erzielen (Vorjahr CHF 688.2 Mio.). Bereinigt um Währungseinflüsse entspricht dies einem Rückgang um 1.0 Prozent. Die Zahl der global produzierten Personenwagen war im Berichtsjahr leicht rückläufig und das Volumenwachstum bei batterieelektrischen Fahrzeugen verlief langsamer als ursprünglich erwartet. Weiter war die Öl- und Gasindustrie im US-Wahljahr durch hohe Unsicherheit und demnach starke Zurückhaltung gekennzeichnet. Trotz spürbarem Gegenwind durch den starken Schweizer Franken gelang es dem Unternehmensbereich, den bereinigten Betriebsgewinn (EBIT) um 22.4 Prozent auf CHF 56.3 Mio. (Vorjahr CHF 46.0 Mio.) zu steigern. Entsprechend verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge um 180 Basispunkte auf 8.5 Prozent (Vorjahr 6.7 Prozent). Der ausgewiesene EBIT belief sich nach Verrechnung der Einmalkosten für das angekündigte Transformationsprogramm auf CHF 33.2 Mio. Die höhere bereinigte Profitabilität sei das Resultat eines konsequenten Preis- und Kostenmanagements sowie gezielter Optimierungsmassnahmen, insbesondere an den Standorten in Nord- und Südamerika.
Stand vom 30.10.2020
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Transformationsprogramm zur Beschleunigung des profitablen Wachstums
Um die geplante Steigerung von Umsatz und Profitabilität zu beschleunigen, haben der Verwaltungsrat und die Konzernleitung, wie im Dezember 2024 kommuniziert, das umfassende Transformationsprogramm «ForwardNow» lanciert. Durch dieses Programm werden wichtige Synergien gehoben, die Wettbewerbsfähigkeit weiter erhöht und das Unternehmen für die Zukunft besser aufgestellt. Die Verbesserungspotenziale werden über einen Zeitraum von drei Jahren (2025 bis 2027) über vier Handlungsfelder adressiert: Optimierung des internationalen Produktionsnetzwerkes, Stärkung der kommerziellen Exzellenz, Straffung des Produktportfolios und zukunftssicheres «Target Operating Model». Die Handlungsfelder werden mit einzelnen Initiativen hinterlegt, innerhalb des Unternehmens vorangetrieben und von einem dedizierten Transformationsteam zusammengeführt.
Parallel zum Transformationsprogramm investiert Dätwyler weiter konsequent in Innovations- und Wachstumsprojekte und forciert die entscheidenden Aktivitäten im Bereich Healthcare sowie die Transformation zur E-Mobilität mit hoher Priorität. Die Innovationsprojekte entwickeln sich nach Plan. Für die elektroaktiven Polymere (EAP) hat das Unternehmen eine Pilotproduktionslinie im industriellen Massstab in Betrieb genommen. Erste EAP-Produkte werden von mehreren Kunden für verschiedene Anwendungen evaluiert. Die weichen Trockenelektroden «SoftPulse» zur Messung und Überwachung von Biosignalen stehen für vielfältige Anwendungen im kommerziellen Einsatz. Entwicklungsprojekte mit globalen Innovationsführern im Bereich intelligenter, tragbarer Geräte bestätigen die Leistungsfähigkeit der Dätwyler Trockenelektroden.
Basierend auf der prognostizierten Entwicklung der relevanten Märkte und den nachhaltigen Verbesserungen aus dem Transformationsprogramm erwartet Dätwyler mittelfristig in einem normalen Geschäftsumfeld ein jährliches organisches Umsatzwachstum im höheren einstelligen Prozentbereich sowie eine EBIT-Marge von 17 Prozent plus.
Dätwyler hat im Berichtsjahr auch bezüglich Nachhaltigkeit weitere Fortschritte erzielt. So konnte das Unternehmen durch gezielte Massnahmen den Anteil der Elektrizität aus erneuerbaren Quellen von 38.3 Prozent im Vorjahr auf 64.1 Prozent erhöhen. Als Folge davon reduzierten sich die CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) der Werke um 32 Prozent. Auch die Wasserentnahme durch die Standorte ging im Vergleich zum Vorjahr um 7.9 Prozent zurück. Mit dem Beitritt zur Science Based Targets Initiative (SBTi) hat sich Dätwyler verpflichtet, auf verbindliche Treibhausgasreduktionsziele hinzuarbeiten. Die Nachhaltigkeitsleistungen von Dätwyler wurden 2024 von der global anerkannten Ratingagentur Ecovadis erstmals mit dem höchsten Platin-Standard ausgezeichnet. Damit zählt Dätwyler zu den führenden 1 Prozent von mehr als 150 000 bewerteten Unternehmen aus über 185 Ländern.
Verstärkung der Konzernleitung und des Verwaltungsrats
Die Konzernleitung wird seit dem 1. Februar 2025 durch Michael Höller verstärkt, der die Leitung der Business Area Industrial Solutions übernommen hat. Zuvor wurde dieser Bereich von CEO Volker Cwielong in Personalunion direkt geführt. Michael Höller bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in globalen Führungspositionen im Produktions- und Qualitätsmanagement mit und verfügt über ein Diplom als Wirtschaftsingenieur.
Wie bereits kommuniziert, wird der ordentlichen Generalversammlung vom 18. März 2025 Britt Hendriksen zur Wahl als neue Verwaltungsrätin und als Vertreterin der Publikumsaktionäre vorgeschlagen. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der globalen Healthcare-Industrie, zuletzt als Group CFO von Unilabs. Zuvor war sie während mehr als 20 Jahren in verschiedenen globalen Führungsfunktionen für Novartis tätig. Verwaltungsratspräsident Paul Hälg hat den Wunsch des Verwaltungsrats angenommen, das Transformationsprogramm bis zur Generalversammlung 2027 zu begleiten, bevor er aus Altersgründen von seiner Funktion zurücktreten wird.
Ausblick 2025: Erwartete Verbesserung des Marktumfeldes
Dätwyler geht für 2025 von einer schrittweisen Verbesserung des Marktumfeldes aus. Die Business Area Healthcare Solutions verzeichnet eine allmähliche Erholung der Auftragseingänge und sei zuversichtlich, dass die Talsohle beim Lagerabbau bei den Kunden durchschritten ist. Zudem wird Dätwyler im Verlauf des ersten Quartals 2025 die Serienproduktion von hochwertigen Kolbenstopfen aus dem «FirstLine»-Standard für Medikamente zur Gewichtsreduktion (GLP-1) aufnehmen.
Die Prognosen für den globalen Automobilmarkt deuten überwiegend auf ein leichtes Wachstum hin. Das Wachstum für die hybrid- und batterieelektrischen Fahrzeuge wird jedoch deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen, insbesondere in China. Die Business Unit Mobility habe bei den neu gewonnenen Kundenprojekten den Anteil für elektrifizierte Anwendungen insbesondere im wichtigen chinesischen Markt wesentlich erhöht. In der Business Unit Connectors habe der Anteil der attraktiven Hochvoltanwendungen bei Neuprojekten stark zugenommen.
In der für die Business Unit General Industry relevanten Energieindustrie geht Dätwyler aufgrund der jüngsten Positionierung der neuen US-Regierung von einer steigenden Nachfrage aus. Für den globalen Kapselkaffeemarkt wird ein stabiles Wachstum vorausgesagt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den zwei führenden Anbietern von Kaffeekapseln sollte sich die Business Unit Food & Beverage weiterhin gut entwickeln. Aufgrund der Marktprognosen ist Dätwyler vorsichtig optimistisch und erwartet für das Gesamtunternehmen eine kontinuierliche Steigerung von Umsatz und Profitabilität.
Themen wie die allgemeine konjunkturelle Entwicklung in den wichtigen Ländern, geopolitische Spannungen und Ereignisse oder eine zunehmend protektionistische Politik der neuen US-Regierung stellen Unsicherheitsfaktoren dar, welche die angenommenen Marktentwicklungen beeinflussen könnten. Mit eigenen Produktionswerken in den drei wichtigsten Wirtschaftsregionen Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika sei das Unternehmen auch für diesen Fall gut aufgestellt. Dätwyler sei in der Lage, die Kunden weitgehend aus Werken in den entsprechenden Regionen zu bedienen («local-for-local»).