US-Zölle Schweizer Tech-Industrie erneut benachteiligt

Quelle: Pressemitteilung Swissmem 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die USA belegen die Produkte der Schweizer Tech-Industrie neu mit einem Zoll von 12,5 Prozent. Das sind 2,5 Prozentpunkte mehr als für die EU. Um die Nachteile zu kompensieren, fordert Swissmem bessere Standortbedingungen in der Schweiz.

(Bild:  KI-generiert)
(Bild: KI-generiert)

Ende Februar 2026 hatte das oberste Gericht der USA entschieden, dass die von Präsident Trump auf Notrecht basierenden, reziproken Zölle unrechtmässig sind. Seither galt gegenüber allen Staaten ein Zusatzzoll von zehn Prozent für 150 Tage. Am 24. Juli 2026 ist diese Frist abgelaufen.

Wie zu erwarten war, ist die Regierung Trump auf andere Rechtsgrundlagen ausgewichen, um länderspezifische Zölle erheben zu können. Neu basieren sie auf der sogenannten «Section 301». Das ist ein US-Rechtsmittel gegen unfaire Handelspraktiken wie zum Beispiel Zwangsarbeit oder industrielle Überkapazitäten. Auf dieser Grundlage werden Schweizer Industrieprodukte neu mit einem Zoll von 12,5 Prozent belegt. Das sind 2,5 Prozentpunkte mehr als der Zoll, der für die EU-Staaten gilt. Laut Swissmem bedeutet diese Differenz einen ungerechtfertigten Wettbewerbsnachteil für die Firmen der Schweizer Tech-Industrie auf dem US-Markt.

Wettbewerbsnachteil mit besseren Standortbedingungen ausgleichen

Die Begründung, die Schweiz unternehme zu wenig gegen Zwangsarbeit, sei ungerechtfertigt. Denn die Tech-Industrie sei eine High-Tech-Branche, deren Produkte in der Schweiz entwickelt und meist auch hergestellt werden. Die Zulieferer von Vorprodukten und Komponenten stammen in der Regel aus der EU, die keine Probleme mit Zwangsarbeit kenne. «Der Vorwurf ist absurd», sagt Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor und Leiter Wirtschaftspolitik Swissmem. «Mit Zwangsarbeit lassen sich keine High-Tech-Produkte herstellen».

Dieser Wettbewerbsnachteil müsse durch bessere Standortbedingungen kompensiert werden. Konkrete Massnahmen seien die Inkraftsetzung neuer Freihandelsabkommen, um der Schweizer Industrie den Zugang zu wichtigen Exportmärkten zu erleichtern. Im Fokus stehen dabei die Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und Malaysia sowie die Weiterentwicklung des Abkommens mit China. Ausserdem müsse auf einen Gegenvorschlag zur zweiten Konzernverantwortungsinitiative verzichtet werden, da dieser den Unternehmen lediglich zusätzliche Belastungen aufbürde. Auch ein spezielles Schweizer Gesetz gegen Zwangsarbeit sei nicht zielführend und schaffe nur neue Regulierungen. Stattdessen sei ein gezielter Bürokratieabbau nötig, um die Unternehmen zu entlasten.

Unsicherheit bleibt bestehen

Aktuell läuft in den USA im Rahmen der «Section 301» eine weitere Untersuchung zu allfälligen industriellen Überkapazitäten. Es besteht also die Gefahr, dass für die Schweiz ein noch höherer Zollsatz resultieren könnte. Umso wichtiger wäre ein rechtsverbindliches Abkommen mit den USA, welches die Schweiz gegenüber der EU nicht benachteiligt. «Es würde der Schweizer Industrie bei ihren Geschäften mit den USA endlich wieder etwas mehr Sicherheit und Stabilität bringen», sagt Jean-Philippe Kohl.

(neu)

(ID:50913054)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung