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Infos aus erster Hand Verschiebung der Siams: Exklusiver Einblick

| Redakteur: Silvano Böni

Der Corona-Virus wirkt sich auch weiterhin negativ auf die Wirtschaft und darauf aus, wie wir Geschäfte machen. Wie viele andere Messen musste auch die Siams Ausschau nach einem Alternativtermin halten und hat diesen im November gefunden. Immer in der Hoffnung, dass dieses gesundheitliche Sturmwetter bis zum 10. November vorbeigezogen sein wird. Wir trafen uns mit Account Managerin Laurence Roy und Pierre-Yves Kohler, dem CEO der Veranstaltung.

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Der neue Termin steht: Die Siams 2020 findet vom 10. bis 13. November statt. Pierre-Yves Kohler, CEO der Veranstaltung, und Account Managerin Laurence Roy mit exklusiven Einblicken.
Der neue Termin steht: Die Siams 2020 findet vom 10. bis 13. November statt. Pierre-Yves Kohler, CEO der Veranstaltung, und Account Managerin Laurence Roy mit exklusiven Einblicken.
(Bild: Siams)

Die Organisatoren machten sich schon einige Wochen lang Sorgen. Je näher der ursprüngliche Termin der Messe rückte, desto mehr stiegen sowohl für die Organisatoren wie die Aussteller die Kosten einer eventuellen Verschiebung. Eine Entscheidung drängte sich auf. Um dies nicht allein zu entscheiden, leiteten die Organisatoren umfangreiche Befragungen in die Wege und halten nun fest: «Wir wussten ja bereits, dass unsere Aussteller aussergewöhnliche Leute sind, und das hat sich in dieser schwierigen Zeit einmal mehr bestätigt – sie haben alle mitgespielt und uns unterstützt. Es sind die allerbesten Aussteller der Welt! Ihnen allen sei gedankt!»

Schritt 1 – das Aussteller-Komitee

Diese Gruppe aus rund 20 Unternehmen vertritt die Aussteller. Sie umfasst Personen aus den beiden Haupt-Sprachregionen und Vertreter aller ausgestellten Produktekategorien. Die Komiteemitglieder wurden am 3. März kontaktiert. Schnell kam die Empfehlung von ihnen, die Messe zu verschieben. Wenn möglich noch auf einen Termin in diesem Jahr, bestenfalls auf Anfang November.

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Schritt 2 – die Aussteller

Nach dieser ersten Orientierung kontaktierten die Organisatoren alle Aussteller im Rahmen einer Online-Umfrage. «Eine Stunde nach dem Start der Umfrage trafen bereits 100 Antworten ein», sagt Laurence Roy. Am nächsten Tag waren schon 350 Antworten eingetroffen (bei 440 Ausstellern). Dies zeigt eindrücklich, welchen Stellenwert die Messe bei ihren Austellern hat.

Schritt 3 – eine schwierige Entscheidung

«Ideal wäre gewesen, die Siams einfach auf April 2021 und die Innoteq auf März 2022 zu verschieben. So hätten wir weiterhin jedes Jahr eine Frühjahrsmesse in der Schweiz gehabt: einmal in Moutier und einmal in Bern. Wir haben dies mit den Organisatoren der neuen Berner Messe diskutiert, aber es gab momentan keinen wirklichen Grund für sie, eine derart weitreichende Entscheidung zu treffen», erklärt Pierre-Yves Kohler.

In Bezug auf andere Veranstaltungen befragt, meinten die Aussteller aus der französischen Schweiz (sie machen rund 50 Prozent der Siams-Aussteller aus), es sei wichtig, die Micronora in die Überlegungen einzubeziehen, während die Innoteq nicht wirklich ein Teil davon sei. Bei den Ausstellern aus der Deutschschweiz war es genau umgekehrt.

Bezugnehmend auf die Termine ergab die Umfrage, dass die Daten Anfang November am wichtigsten waren. «Auch wenn die Mehrzahl der Aussteller uns zu Anfang November riet, hat dies unweigerlich auch unglückliche Folgen. Es ist nun mal unmöglich, internationale Technikmessen eines ganzen Jahres ohne Terminkollisionen auf sechs Monate zu konzentrieren», merkte der CEO an.

10. bis 13. November – Termine und Konsequenzen

«Die Positionierung der Siams als Messe für die gesamte Produktionskette der Mikrotechnik ist ihre Stärke und vor allem im Herzen unserer Region und der Mikrotechnik von grosser Bedeutung, aber auch ein bisschen eine Schwachstelle angesichts der Terminverschiebung. Unsere Aussteller stellen nun mal überall und in allen Bereichen aus.» Die unglückliche Folge ist unter anderem, dass GrindTec und Electronica zur gleichen Zeit stattfinden und eine kleine Zahl von Ausstellern davon betroffen ist.

Transparenz und Optimismus

Zusätzlich zu den mit sehr vielen Kommentaren versehenen Fragebögen sahen sich die Organisatoren mit einer wahren Lawine an Nachrichten und Anfragen konfrontiert. Einige wenige waren eher negativ, aber die grosse Mehrheit der Aussteller steht voll und ganz hinter den Organisatoren und freut sich bereits auf eine hervorragende Siams im Herbst. Laurence Roy fügt hinzu: «Sie halten fest, dass dies eine wirklich aussergewöhnliche Situation sei, danken uns dafür, wie wir vorgegangen sind und unterstützen uns sehr weitgehend. Leider sind die neuen Daten aber für einige ein Problem.»

Informierte Besucher

Die Organisatoren haben mittlerweile alle Besucher informiert, die bereits eine Eintrittskarte hatten – diese behalten natürlich ihre Gültigkeit. Eine Karte für Dienstag, den 21. April, ist also zum Beispiel für Dienstag, den 10. November, gültig. In den ersten zwei Wochen nach der Eröffnung des Kartenschalters wurden mehr als 1500 Karten für Besucher aus 26 Ländern runtergeladen. «Wir sind sehr stark regional verankert und bieten in der Welt der Mikrotechnik ein aussergewöhnliches Schaufenster für KMU aus der Juraregion und der Schweizer Mikrotechnik an – auch für Besucher aus der ganzen Welt», so der diesbezügliche Kommentar der Account Managerin.

Die Verschiebung: so einfach wie möglich

Um die administrativen Schritte für die Aussteller so weit wie möglich zu vereinfachen, erhalten diese einen Brief mit einem einfachen Formular. Nur jene Aussteller, die an den neuen Terminen entweder nicht teilnehmen können, oder wollen, müssen es an die Organisatoren retournieren. Für alle anderen bleibt alles, was für April getan wurde, auch für November gültig.

Die erhaltenen Anzahlungen bleiben auch für die Novemberveranstaltung gültig und von Ausstellern, die leider absagen müssen, wird ein Kostenbeitrag verlangt. Laurence Roy meint dazu: «Theoretisch wird dem Aussteller bei einer Absage mehr als drei Monate vor der Veranstaltung die Hälfte seiner Anzahlung zurückerstattet, aber wir befinden uns gegenwärtig in einer Ausnahmesituation und werden deshalb diese Regel nicht anwenden.» Annullierung und Verschiebung sind jedoch mit gewissen Kosten verbunden. Der CEO ergänzt: «Obwohl wir die Messe stoppen konnten, bevor grössere Kosten entstanden, hatten wir doch schon eine Menge Geld in Kommunikation, Werbung, Drucksachen und natürlich auch Arbeitszeit investiert. Viele Aussteller hatten ebenfalls bereits in Kommunikation und Arbeit investiert. Mehrere hunderttausend Franken lösen sich so buchstäblich in Rauch auf.»

Ausblick 2022

A priori soll die SIAMS 2022 an den ursprünglich geplanten Daten (also vom 4. bis 8. April) stattfinden, aber die Organisatoren lassen die Möglichkeit offen, Herbsttermine zu bevorzugen, «falls sich die Veranstaltung von 2020 als ausserordentlich effizient erweisen sollte». Der CEO meint dazu: «Einige Aussteller haben uns diesbezüglich bereits mitgeteilt, dass ihnen eine Siams im Herbst eigentlich geeigneter erscheint als eine Frühjahrsversion, während andere genau das Gegenteil betonten. Wir werden nach der Messe sicherlich eine Umfrage durchführen, um mehr darüber von unseren Ausstellern zu erfahren.» Die diesjährige Novemberausgabe wird so von Moutier auch als Gelegenheit erachtet, etwas Neues zu lernen.

Wieso man die Siams im November besuchen sollte

Viele Aussteller hatten für die kommende Messe grosse Premieren angekündigt. Mehrere neue Lösungen und Maschinen sollten zum weltweit ersten Mal präsentiert werden und viele Aussteller arbeiteten hart daran, die Siams zu einem makellosen Schaufenster ihrer Neuheiten zu machen. Was sind nun für sie die Folgen der Verschiebung? «Wir haben alle Aussteller kontaktiert, die uns Informationen zu ihren Neuheiten geschickt hatten, und die meisten von ihnen haben ihre Pläne nicht geändert – die Siams ist und bleibt eine der Stärken ihrer Kommunikation für das ganze Jahr», sagt uns der CEO.

Also werden die Stände nach wie vor mit innovativen Lösungen und Ausstellern aufwarten, die ihre Kompetenzen demonstrieren wollen. Er schliesst diesbezüglich: «Arbeiten Sie auf dem Gebiet der Mikrotechnik, Uhrenindustrie, Automobilindustrie, Luftfahrt, Mechatronik, Medizin, Elektronik oder der Zulieferung von Präzisionstechnik? Suchen Sie Produkte, Lösungen und Partner, für die Schweizer Qualität und Innovation zentrale Werte sind? Und müssen Sie ständig Ihre eigenen Produkte, Dienstleistungen und Effizienz verbessern? Möchten Sie sich deshalb in einer sympathischen und freundlichen Atmosphäre informieren? Wenn Sie eine oder mehrere der oben genannten Fragen mit ja beantwortet haben, wird Ihnen ein Besuch der Siams 2020 sicher dabei helfen, Ihre Ziele zu erreichen!»

Laurence Roy ergänzt: «Alles, was wir für April vorbereitet hatten, wird einfach auf November verschoben und dann noch nützlicher sein. Wir bauen Vordächer und Raucherzonen, Parkplätze in unmittelbarer Nähe, verschiedene Gastronomieeinrichtungen und tun alles, um den Besuchern einen ausgezeichneten Tag in Moutier zu ermöglichen, auch wenn das Wetter nicht frühlingshaft ist. Alles dies ergänzt die Möglichkeit, sich zu informieren und Antworten auf Ihre technischen und/oder kommerziellen Fragen zu finden.»

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Der CEO erklärt abschliessend: «Wir tun alles, um unseren Ausstellern die Teilnahme an der Siams zu erleichtern, nicht zuletzt, weil wir ein Non-Profit-Unternehmen sind und unser Hauptziel darin besteht, unseren Ausstellern Kontakt- und Geschäftsmöglichkeiten zu bieten. Wir wollen unbedingt die ganz besondere Atmosphäre bewahren, die die Messe so einzigartig macht. Wir sprechen hier über ihre Atmosphäre, über Beziehungsaspekte und Gefühle, aber natürlich auch über gewinnbringende Kontakte, neu eingegangene Partnerschaften und gegenwärtige wie zukünftige Geschäfte.»

Er schliesst: «Um die Siams-Erfahrung wirklich zu erfassen, muss man sie selbst erleben und deshalb lade ich alle ein, die Messe in Moutier vom 10. bis 13. November 2020 zu besuchen. Der Eintritt ist für all diejenigen kostenlos, die ihre Eintrittskarte von der Website runterladen.» SMM

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