Visualisierungslösung für Gross-Luftfrachtdrehkreuz
Die Automatisierungstechnik kommt heute an der Mensch-Maschine-Schnittstelle ohne Visualisierung praktisch nicht mehr aus. Dabei haben webbasierte SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition) die Nase vorn. Dank offener Standards können sie unterschiedlichste Maschinen und Anlagen ohne grossen Aufwand auf einer einheitlichen Bedienoberfläche zusammenführen und online zuverlässig überwachen. Der Beitrag zeigt eine Visualisierungslösung im grössten Luftfrachtzentrum Deutschlands.
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Seit Mai 2008 ist das DHL-Luftfrachtdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle voll in Betrieb. Jeden Werktag werden hier 1500 t Fracht umgeschlagen. In der über 400 m langen Sortierhalle können pro Stunde rund 100000 Päckchen, Grossbriefe und nicht bandfähige Sendungen sortiert werden. Die insgesamt 6,5 km langen Förderbänder mit den Sortiereinrichtungen sind in 4 Ebenen übereinander angeordnet und arbeiten vollautomatisch.
Das bedingt, dass die eingesetzte Automatisierungstechnik - vom Sensor bis zu den speicherprogrammierbaren Steuerungen - absolut zuverlässig funktioniert. Eine ständige Überwachung ist zwingend, damit auf eventuelle Fehlermeldungen schnellstmöglich reagiert werden kann. Nur so lassen sich Anlagenstillstände vermeiden oder doch zumindest minimieren. Die Visualisierung sämtlicher Messwerte, Schaltzustände und Meldungen der komplexen Sortieranlagen war deshalb ein wichtiges Thema. Dazu müssen 40000 Onlinewerte, 75000 Alarmmeldungen und etwa 15000 historische Werte der unterschiedlichen Anlagenteile dargestellt und verwaltet werden.
Offene Standards - ideal für heterogene Anlagenstrukturen
Die Wahl fiel gleich aus mehreren Gründen auf die Visualisierungssoftware Webfactory, die vom Spezialisten Webfactory GmbH entwickelt wurde (siehe Kasten nachgefragt). Diese webbasierte Visualisierungslösung nutzt konsequent die bekannten Internet-Standards, also beispielsweise TCP/IP, HTML, XML, VML etc. Ausserdem erlaubt das Lizenzmodell eine beliebige Anzahl von Bedienterminals ohne Mehrkosten. Diese Features, kombiniert mit einer skalierbaren Architektur, ermöglichen eine flexible Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten. Spätere Erweiterungen sind einfach realisierbar und selbst heterogene Anlagenlandschaften lassen sich so auf einer gemeinsamen Plattform abbilden.
In der Sortieranlage der DHL sind über den Webfactory-OPC-Server beispielsweise die 34 Steuerungen der einzelnen Anlagenteile eingebunden, die teilweise von verschiedenen Herstellern stammen. Dank der genormten Schnittstelle spielen eventuelle Unterschiede jedoch keine Rolle. Der Visualisierung ist egal, welche Steuerungstypen oder Bussysteme in einer Anlage im Einsatz sind, über OPC lassen sich alle Messwerte, Statusanzeigen und andere Daten jederzeit problemlos visualisieren und überwachen.
