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Produktion
Noch höhere Anforderungen als sie der Markt stellt, stellt Baumer aber an sich selbst. So sollen die Sensoren in der Schweiz gefertigt, die Kosten aber gleichzeitig reduziert werden. Dies ist kein einfaches Unterfangen im Hochpreisland Schweiz, vor allem, wenn keine Abstriche in der Qualität gemacht werden sollen. Die Lösung: Lean Production. Diese «schlanke Produktion», welche ursprünglich aus der japanischen Automobilindustrie kam, ist heutzutage schon fast eine Modeerscheinung. Zahlreiche Firmen stellten in den letzten Jahren ihre Produktion nach dem japanischen Vorbild um. Bei Baumer ist das Ganze aber schon ein alter Hut. Bereits vor 15 Jahren fingen die Frauenfelder an, nach dem «Lean-Prinzip» zu produzieren. Dies macht sich in erster Linie durch die Insel- und Fliessfertigung bemerkbar (siehe Bild links). Die Arbeitsstationen werden alle mit zahlreichen Alu-Profilen in einer eigenen Werkstatt gefertigt. Ein logischer Schritt, da die Arbeitsplätze immer individuell auf das jeweilige Produkt abgestimmt werden müssen.
In diesen «Fertigungsinseln» können flexibel auch mehrere Mitarbeiter miteinander arbeiten. Jeder von ihnen produziert dabei ein Produkt von A bis Z, das heisst von den Einzelteilen bis hin zum verpackten Endgerät. Durch die hohe Qualifikation der Mitarbeiter (diese werden immer wieder geprüft und zertifiziert), dem One-Piece-Flow des Lean-Prinzips sowie den Teststationen in der Produktionslinie ist die Fehlerquote bei den Produkten mittlerweile auf praktisch Null gesunken (bei der O500-Serie gab es beispielsweise bei 15 000 produzierten Stücken keine einzige Beschwerde). Die Produktion konnte durch diese Lean-Arbeitsplätze wesentlich verschlankt und effizienter gemacht werden, sodass eine Auslandsverlagerung gar nie zur Debatte stand. Dies wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern, wie CEO Oliver Vietze bekannt gab: «Wenn man es intelligent löst, ist man in der Schweiz noch lange wettbewerbsfähig.» <<
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