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Interessanter Markt für Zerspaner
Die Branchenverbände freuen sich auf eine rosige Zukunft. Und diese könnte auch positive Zeiten für die Zerspanungsindustrie mit sich bringen. Im Zuge der zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs im Automobil ist die Branche auf der Suche nach alternativen Märkten, in denen sie ihre Bemühung intensivieren kann. Die Luft- und Raumfahrtindustrie bietet sich da geradezu an. Egal ob in einem Zivilflugzeug, einer Militärmaschine oder in einem Helikopter, überall sind Bauteile zu finden, die mithilfe von Werkzeugmaschinen gefertigt wurden.
Ganz neu ist dieser Markt für die Zerspaner natürlich nicht. Das zeigt das jährlich stattfindende internationale Branchentreffen Machining Innovations Conference for Aerospace Industry, kurz: MIC, welches sich mit aktuellen Fertigungstechnologien und -entwicklungen für die Luftfahrt beschäftigt. Ende letzten Jahres luden das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen IFW der Leibniz-Universität Hannover und das Machining Innovations Network, kurz: MIN, führende Werkzeugmaschinen-, Werkzeug- und Flugzeughersteller sowie Zulieferer bereits zum 16. Mal zu diesem Treffen ein. Die Konferenz mit mehr als 30 Fachvorträgen nutzten Experten aus Industrie und Wissenschaft, um sich über aktuelle Entwicklungen und bevorstehende Herausforderungen auszutauschen. Insbesondere bei Gewicht und Sicherheit stellt die Luftfahrtindustrie gewisse Anforderungen. Daher spielen neue Materialien wie Verbundwerkstoffe oder auch Titan eine grosse Rolle für die Branche. Werkzeugmaschinen- und Werkzeughersteller stehen damit vor der Herausforderung, Werkzeuge und Bearbeitungsprozesse an diese Materialien anzupassen.
In seiner Keynote stellte Dr.-Ing. Masahiko Mori die Trends bei neuen Werkzeugmaschinen vor: Er betonte insbesondere die Kombination von unterschiedlichen Funktionen und Fertigungsprozessen innerhalb einer Maschine. Die Zukunft gehöre etwa Maschinen, die nicht nur abtragen, sondern Material auch wieder auftragen könnten, also Additive Manufacturing integrierten.
Einen differenzierteren Blick aus Sicht der Werkzeugindustrie wagte Christoph Grey, Vizepräsident Material Science bei Kennametal. In seiner Keynote verglich er die Entwicklungen in der Werkzeugindustrie mit den Wachstumsraten der Luftfahrtbranche. Er kam zu dem Schluss, dass trotz der vielen Fortschritte und Verbesserungen etwa bei der Titanbearbeitung man an das prognostizierte Branchenwachstum nicht herankommen könne. Das Ziel der Werkzeugbranche müsse es sein, individualisierte Lösungen bereitzustellen.
Der grösste Unterschied zwischen der Luftfahrt und anderen Branchen liegt in der Taktung der Produktion. In der Luftfahrt lautet die Einheit meist «pro Tag» anstatt «pro Sekunde» oder «pro Minute». So wurde auf der MIC 2016 vor dem Hintergrund des stetigen Branchenwachstums diskutiert, wie sich eine Prozesskettenfertigung erreichen lässt, die sich stärker an einer Produktion mit höherer Taktung orientiert.
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