Kommissionierstrategie

Ware zur Person, Person zur Ware oder pickt der Roboter gleich selbst?

| Redakteur: Bernd Maienschein

Treiben das Thema Start-ups nach vorne (v.l.): Hannover-Messe-Chef Dr. Jochen Köckler und BVL-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, hier beim Handshake auf dem 34. Deutschen Logistik-Kongress.
Treiben das Thema Start-ups nach vorne (v.l.): Hannover-Messe-Chef Dr. Jochen Köckler und BVL-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, hier beim Handshake auf dem 34. Deutschen Logistik-Kongress. (Bild: Maienschein)

Klassisch wird nach dem Ware-zur-Person- oder dem Person-zur-Ware-System kommissioniert. „Pick by Robot“ ergänzt diese beiden grundsätzlichen Kommissionierstrategien um eine vollautomatisierte Methode. Das Stückgut wird dabei direkt von einem Kommissionierroboter identifiziert, sicher gegriffen und zum Bestimmungsort gebracht.

Ein wichtiger Beweggrund, im nächsten Jahr das Messeduo Hannover-Messe und Cemat zu besuchen (23. bis 27. April 2018) wird sein, dass dort interessante Start-ups aus der Intralogistik anzutreffen sein werden. „Eigentlich sind Start-ups nicht messefähig“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG in Hannover auf der Cemat-Pressekonferenz beim 34. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin. „Aber Start-ups sind gut für Messen.“

Guter Nährboden für Start-ups

Köckler meint damit das im Normalfall sehr überschaubare Marketingbudget solcher Start-ups, die ihr Startkapital zuvorderst in Manpower und Räumlichkeiten stecken müssten – da bleibt für einen repräsentativen Messestand meist kein Spielraum mehr. Und auch die Bundesvereinigung Logistik (BVL) mit ihrer schon länger bestehenden Arbeitsgruppe „Digitalisierung in der Lagertechnik“ treibt das Thema Start-ups nach vorne.

Dass Start-ups sehr wohl richtig in Hannover sind, zeigt Frederik Brantner, Geschäftsführer und Gründer der Münchener Magazino GmbH, an der Siemens eine Beteiligung hält. Sein Roboter TORU (japanisch für greifen) bestimmt auf Basis eines Stereomessverfahrens zur effizienten Generierung einer 3D-Punktewolke die Position eines Objektes im Raum, zusätzlich unterstützt eine 2D-Kamera, die Kanten und Ecken erkennt. TORU ist in erster Linie für Anwendungen im E-Commerce gemünzt.

Frederik Brantner, Geschäftsführer und Gründer der Magazino GmbH, München, will mit dem Roboter „SOTO“ jetzt auch deutlich schwerere Objekte handhaben, wie sie in der Industrie bewegt werden müssen.
Frederik Brantner, Geschäftsführer und Gründer der Magazino GmbH, München, will mit dem Roboter „SOTO“ jetzt auch deutlich schwerere Objekte handhaben, wie sie in der Industrie bewegt werden müssen. (Bild: Maienschein)

Doch damit gibt sich Brantner nicht zufrieden. Der Roboter SOTO, zur Zeit in der Prototypenphase, funktioniert ähnlich wie TORU, kann aber deutlich größere und schwerere Objekte handhaben, wie etwa Kleinladungsträger (KLT) oder Kartons bis 15 kg. Damit will Magazino die industrielle Logistik aufmischen.

Roboter teilen ihr Wissen

Automatisierung hat heute ganz andere Antworten auf die geforderte Flexibilität wie noch vor ein paar Jahren. Die Robotik ist Vision-basiert, das heißt, der Roboter hat ein Auge und entscheidet selbstständig, er kann parallel zum Menschen arbeiten und – wahrscheinlich das wichtigste Feature von allen – er teilt sein Wissen. „Der Roboter, der zur Zeit bei Fiege durchs Lager fährt, generiert ungefähr 3 GB Daten pro Minute“, sagt Brantner. „Wenn ein Roboter gelernt hat, einen Teddybären zu greifen oder im Produktionsumfeld eine bestimmte Tätigkeit zu verrichten, dann kann er das allen anderen Robotern sehr schnell beibringen.“

SOTO, der größere Kartons und Kleinladungsträger transportieren können wird, kann damit ans Band fahren, den KLT an ein Schrägschachtsystem abgeben und auch leere Kanban-Behälter wieder aufnehmen.

Weitere Informationen zum Thema:

Magazino

Deutsche Messe

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