Editorial SMM 9/2018 Wem nützt Automation? ​

Redakteur: Konrad Mücke

Derzeit stehen die Blechbearbeiter vor zahlreichen, sich teils widersprechenden Forderungen. Sie sollen flexibler und kurzfristiger Aufträge abarbeiten. Dazu verfügen sie aber über immer weniger Fachkräfte.

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Konrad Mücke, Redaktor SMM
Konrad Mücke, Redaktor SMM
(Bild: SMM)

Automation erscheint in dieser Situation als das Gebot der Stunde. Auch in der Blechbearbeitung ist die vierte industrielle Revolution in vollem Gange. Experten empfehlen, die Produktion vollauf zu vernetzen und zu automatisieren. Viele, eher klein- und mittelständisch orientierte Blechbearbeiter stellt das vor scheinbar unüberwindbare Hürden. Von den grossen Anbietern hochwertiger Blechbearbeitungsmaschinen gibt es zwar inzwischen ausgetüftelte Systeme. Die erfordern allerdings zum einen hohe Investitionen, zum anderen einiges an Know-how. Über viele Jahre bewährte Maschinen, speziell in der Blechbearbeitung, haben keinerlei Voraussetzungen und Ausstattung, um sie für Industrie 4.0 tauglich zu machen. In den Werkstätten und Werkhallen sind aufwendig Netzwerke zur Datenübertragung zu installieren. Diese müssen den oft rauhen Bedingungen in der Blechbearbeitung gewachsen sein.

Gelingt es dennoch, sämtliche technische Ausstattung zu installieren, sind die Fachkräfte entsprechend zu trainieren und fortzubilden. Insbesondere seit vielen Jahren tätige Mitarbeitende werden das sicher nur erschwert bewältigen. Insgesamt sind zudem häufig völlig neue interne Abläufe und Strukturen zu entwickeln und zu etablieren. Nicht zuletzt sind zukunftssichere Strategien und Massnahmen zur Datensicherheit zu treffen und zu realisieren. Das erfordert einigen Aufwand von allen Beschäftigten, vom Chef bis zum Facharbeiter an der Maschine.

Wie sollen speziell kleinere Betriebe dies leisten?

Doch alsbald wird nicht mehr die Frage sein, ob man überhaupt in Automation und Vernetzung investieren will und kann. Dann geht es einzig darum, welche Systeme individuell für die Umgebung und die jeweiligen Forderungen geeignet sind und vom Betrieb bevorzugt werden. Wer sich nicht auf den Weg zu Industrie 4.0 begibt, wird bald nicht mehr wettbewerbsfähig sein. <<

Ihr Konrad Mücke, Redaktor SMM

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