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Branchenentwicklung in Zahlen
Die Geschäftsergebnisse der MEM-Unternehmen im ersten Halbjahr 2015 bestätigen die in der Befragung geäusserten Befürchtungen. Die Auftragseingänge reduzierten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um –14,7 Prozent. Sowohl das erste (–17,1 %) wie auch das zweite Quartal (–12,3 %) trugen zu diesem hohen Rückgang bei. Der Index der Bestellungseingänge ist damit auf den zweittiefsten Stand der letzten 10 Jahre abgesunken. Die Umsätze der MEM-Industrie verringerten sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 bis Ende Juni 2015 um –7,1 Prozent. Von sinkenden Aufträgen und Umsätzen sind Grossfirmen und KMU in ähnlichem Ausmass betroffen. Der rückläufige Bestellungseingang wirkt sich zunehmend auf die Kapazitätsauslastung der Betriebe aus. Diese ist im Verlauf des Jahres fast kontinuierlich gesunken und lag im Juli 2015 bei 87,1 Prozent und somit nur noch knapp über dem langjährigen Durchschnitt von 86,3 Prozent.
Exporte: Wachstum nach Asien und USA
Die Exporte der MEM-Industrie reduzierten sich gemäss den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode insgesamt um –2,2 Prozent und erreichten einen Warenwert von 31,6 Milliarden Franken. Die wichtigsten Absatzregionen entwickelten sich sehr unterschiedlich. Die Ausfuhren nach Asien (+5,3 %) und in die USA (+11,4 %) zogen teilweise kräftig an. Diese erfreuliche Entwicklung konnte aber den Exportrückgang in die EU (–5,2 %), den mit Abstand wichtigsten Markt, nicht kompensieren. Betrachtet man die einzelnen Produktbereiche, so sanken die Ausfuhren des Maschinenbaus um –5,4 Prozent, die Exporte des Bereiches Elektrotechnik/Elektronik um –5,0 Prozent und jene der Metalle um –4,2 Prozent. Einzig die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten stiegen leicht an (0,6 %).
Anspruchsvoller Anpassungsprozess
Die Erwartungen der Unternehmer der MEM-Industrie für die kommenden 12 Monate sind entsprechend gedämpft. Gemäss der jüngsten Befragung der Unternehmer im Juli 2015 rechnen nur 28,1 Prozent mit mehr Aufträgen aus dem Ausland. Der genau gleiche Anteil erwartet sinkende Aufträge. Immerhin hat sich gegenüber der Erhebung im April 2015 die Quote der Optimisten leicht erhöht und jene der Pessimisten etwas verkleinert. Die leichte Abschwächung des Frankens in den letzten Wochen ist zwar erfreulich und hilft den Unternehmen. Allerdings ist der Franken nach wie vor überbewertet. Um die Situation in der MEM-Industrie nachhaltig zu verbessern, bräuchte es eine deutliche und vor allem dauerhafte Abschwächung des Frankens.
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