3D-Druck im Gussbereich Wie Giessereien aus dem 3D-Druck Vorteil ziehen

Redakteur: Luca Meister

Ünimetal aus Istanbul gilt als Vorzeigebeispiel einer Giesserei, die auf 3D-Druck-Technologie setzt. Sie hat in eine Anlage investiert von Voxeljet, Hersteller von 3D-Drucksystemen, der gleichzeitig eines der grössten europäischen Dienstleistungszentren für die «On-Demand-Fertigung» von Formen und Modellen für den Metallguss betreibt.

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3D-Modelle bei Ünimetal, gedruckt auf der Voxeljet «VX500».
3D-Modelle bei Ünimetal, gedruckt auf der Voxeljet «VX500».
(Bild: Voxeljet)

mei. Ünimetal gehört zu den innovativsten Giessereien der Türkei, das wegweisende Technologien wie diejenige des 3D-Drucks zeitnah in die eigene Produktion implementiert. Damit verspricht sich die Firma, verfügbare Verbesserungspotenziale schnell zu nutzen und somit den internationalen Kunden einen Mehrwert zu bieten. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Präzisionskomponenten für anspruchsvolle Branchen wie Luftfahrt, Verteidigung, Medizin, Elektronik und Automotive spezialisiert. Zu seinen Kunden zählen renommierte Unternehmen aus aller Welt.

Die Investition in eine 3D-Druckanlage des Typs «VX500» von Voxeljet sieht man in der Geschäftsleitung von Ünimetal als wichtigen Schritt, um die Führungsposition des Unternehmens weiter auszubauen: «Mit der Maschine erschliessen wir uns völlig neue Möglichkeiten. Neben der höheren Qualität und niedrigeren Kosten waren die gestalterischen Freiheiten bei der Bauteilkonstruktion sowie die signifikant verkürzten Produktionszeiten entscheidende Motive für die Anschaffung der VX500», erklärt Hakan Batili, Geschäftsführer bei Ünimetal.

3D-Druck: erhebliches Potenzial

Auch wenn Ünimetal seine Kompetenz im klassischen Formenbau weiter ausbauen will, sieht man doch in der neuen, werkzeuglosen 3D-Drucktechnologie erhebliches Potenzial. Insbesondere im Prototypenbau und bei der Herstellung kleiner Losgrössen kann das Unternehmen die Anforderungen der internationalen Märkte mit der neuen Anlage bestens erfüllen.

Warum man sich bei der Investition gerade für eine VX500 entschieden hat, erklärt Batili so: «Das Modell kennen wir als zuverlässige und bewährte Industriemaschine, die für den Dauereinsatz unter harten Bedingungen prädestiniert ist. Mit seinem hochauflösenden Druckkopf erreicht der 3D-Drucker eine hervorragende Baugeschwindigkeit und eine überzeugende Druckqualität. Weitere Pluspunkte sehen wir in der Bauraumgrösse, der Schichtstärke, der integrierten Materialzuführung sowie den schnell wechselbaren Job-Boxen.»

3D-gedruckte Sandgussformen steigern Wettbewerbsfähigkeit

Sandgussformen aus dem 3D-Drucker bringen den Giessereien allgemein zahlreiche Vorteile – von kürzeren Durchlaufzeiten über geringere Nacharbeit bis hin zu einer besseren Oberflächenqualität der Rohgussteile. Gerade Unternehmen, die viele Prototypen und Kleinserien fertigen, profitieren in puncto Zeit und Qualität enorm vom 3D-Druck.

Waren es bei der konventionellen Herstellung der Prototypen Monate, die von der Zeichnung bis zum fertigen Gussteil vergehen, ist es beim 3D-Druck ganz anders. Die Durchlaufzeit ist signifikant kürzer. Ist der CAD-Entwurf fertig, werden die Daten per E-Mail an die Auftragsabwicklung geschickt – entweder im selben Betrieb oder an einen externen Dienstleister wie z. B. Voxeljet. Auf Basis dieser Daten generiert ein 3D-Drucker die Formen werkzeuglos und vollautomatisch im Schichtbauverfahren. Der aufwändige Umweg über die sonst notwendige Formeinrichtung entfällt. Selbst komplexe Geometrien lassen sich detailgetreu und präzise generieren.

Dadurch sind Anbieter nicht nur schneller lieferfähig, sondern haben auch Formen mit höherer Qualität. Denn der 3D-Druck von Sandformen entspricht 1:1 dem Computermodell, während sich bei der handwerklichen Herstellung stets kleine Abweichungen ergeben können. Der Aufwand für die spanende Nachbearbeitung der Teile ist durch das kleinere Aufmass auf ein Minimum begrenzt. Dadurch können europäische Giessereien ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern.

Dienstleistungszentrum weiter ausgebaut

Seitenwechsel: Mit der Investition in zwei neue 3D-Drucker stärkt der 3D-Drucksystem-Anbieter Voxeljet die Performance des hauseigenen Dienstleistungszentrums, das zu den europaweit grössten Betrieben für die «On-Demand-Fertigung» von Sandformen und Funktionsmodellen aus Kunststoff zählt. «Wir ergänzen unseren aktuellen Maschinenpark um zwei Hochleistungsdrucker, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden», erklärt Voxeljet-COO Rudolf Franz.

Mit der Anschaffung der beiden Anlagen der jüngsten Voxeljet-Generation, einer «VX1000» und einer «VXC800», geht nicht nur eine deutliche Steigerung der Kapazitäten einher, sondern auch eine bedarfsgerechte Optimierung der Bauraumgrössen. Bei der VX1000 handelt es sich um einen Hochleistungsdrucker der neuesten Generation, der über eine hervorragende Druckqualität verfügt und dabei dank seines grossen Baufelds von 1060 x 600 x 500 Millimetern ein breites Aufgabenspektrum in der Dienstleistung abdeckt.

VXC800: neue Maschinengeneration

Bei der VXC800 handelt es sich um den weltweit ersten kontinuierlich arbeitenden 3D-Drucker. Der Durchlaufdrucker begründet eine völlig neue Maschinengeneration, bei der die Prozessschritte Bauen und Entpacken parallel laufen, ohne den Betrieb der Anlage unterbrechen zu müssen. Die Länge der Formen ist bei dieser Anlagenform nahezu unbegrenzt, in Breite und Höhe misst der Bauraum 850 x 500 Millimeter. Mit den beiden Maschinen ist das Dienstleistungszentrum nun technologisch auf dem neuesten Stand. <<

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