Nachbearbeitung von Blechen Wirtschaftliches Richten und Entgraten

Redakteur: Luca Meister

Die Schweizer Blechverarbeiter sind seit Jahren einem zunehmend währungsbedingten Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Dies kann durchaus als Chance betrachtet werden, denn es führt dazu, dass sich diese Firmen zu 100 Prozent auf Wirtschaftlichkeit trimmen und verstärkt automatisieren. Insbesondere die Prozessschritte Entgraten und Richten ermöglichen hier eine deutliche Effizienzsteigerung, denn sie sparen Zeit und Lohnkosten.

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Modular aufgebaut: Die Entgratmaschine "Neptun" der Paul Ernst Maschinenfabrik GmbH arbeitet im Nassverfahren.
Modular aufgebaut: Die Entgratmaschine "Neptun" der Paul Ernst Maschinenfabrik GmbH arbeitet im Nassverfahren.
(Bild: Ernst)

Wer kennt das nicht – Mitarbeiter mit Schnittverletzungen, Kunden die Teile wegen des Grates reklamieren und Bleche, die nach dem Stanzen oder der Laserbearbeitung so krumm sind, dass sie sich nur schwer weiterbearbeiten lassen? Mit den Entgratmaschinen aus dem Hause Ernst bietet die Ernst-Schweiz GmbH die wohl umfangreichste Palette an trocken und nass arbeitender Entgrattechnik.

Warum überhaupt entgraten?

Die Anforderungen an die Blechbearbeitung steigen stetig. Waren früher gebrochene Kanten ausreichend, so erwarten die Kunden heute häufig Radien von 0,2 bis 0,5 Millimeter an den Blechen. Mit teurer und zeitintensiver Handarbeit ist dies wirtschaftlich nicht zu realisieren und die Ergebnisse sind weder konstant noch reproduzierbar. Doch damit nicht genug – die Oberfläche sollte auch möglichst perfekt aussehen und es darf kein Oxid mehr an den Schmalseiten sein.

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Modul für Modul zum perfekten Blech

All diese Aufgaben löst Ernst mit seinen modularen Entgratmaschinen, die genau die Funktionalität bringen, die der Kunde benötigt und die sich später noch erweitern lassen. Mit der flexiblen Ernst-Entgratwalze werden Laser- und Stanzteile perfekt entgratet, denn eine Zerspanung findet fast ausschliesslich im Kantenbereich statt – genau dort, wo der Grat ist. Das Unternehmen unterscheidet zwischen Aggregaten zum Entgraten und zum Schleifen und bietet beides. Beim Schleifen wird im Gegensatz zum Entgraten die gesamte Oberfläche gleichmässig bearbeitet, dafür ist ein höherer Einsatz an Energie und Schleifmaterial notwendig.

Nachdem der hochstehende Primärgrat entfernt wurde, folgt optional ein Modul, welches bis zu 25 Millimeter starke Bleche von der Oxidschicht befreit. Erst dadurch wird eine gute Lackhaftung an der Schnittkante gewährleistet. Im Anschluss verrundet ein weiteres Modul die Kanten und zwar genau so intensiv, wie der Kunde das benötigt. Radien bis 0,5 Millimeter sind im Nassschliff möglich, im Trockenschliff sogar darüber hinaus. Dies stellt nicht nur sicher, dass keine Schnittverletzungen auftreten können, sondern auch, dass die Lackschicht an der Kante genauso stark ist wie auf der Fläche.

Wichtig ist, dass Aggregate zum Einsatz kommen, die alle Werkstückkanten gleichmässig bearbeiten. Daher rotieren die schleifenden Bürstwerkzeuge um mehrere Achsen und erzeugen so eine homogene Verrundung. Während viele Hersteller Maschinen bauen, die Längs- und Querkanten unterschiedlich intensiv bearbeiten, setzt Ernst auf Maschinen, die 100-prozentig gleichmässige Ergebnisse produzieren – an innen und an aussen liegenden Kanten.

Als letztes Modul kann der Kunde noch entscheiden, ob er ein Schleif-Finish, ein Bürst-Finish oder sogar beides möchte, wobei eine Grundvoraussetzung für das Oberflächenschleifen ebene Bleche sind. «Handfreundliche» Teile mit perfekten Oberflächen sind das Ergebnis – perfekt für die Weiterverarbeitung, denn so werden gleichzeitig die Werkzeuge der Abkantpressen geschont und Kosten gespart.

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