Auftragsfertigung

XXL-Auftragsfertiger und Beherrscher der Vielfalt

| Autor / Redakteur: Victoria Sonnenberg / Victoria Sonnenberg

Bereits 1997 hat Kinkele Spiralrohrmaschinen gebaut. Alle blauen Konstruktionsteile sind von Kinkele. Der Auftragsfertiger wäre in der Lage binnen 6 Monate so eine komplette Anlage herzustellen, vorausgesetzt der Kunde hat bereits alles wie beispielsweise Zeichnungen soweit fertig.
Bereits 1997 hat Kinkele Spiralrohrmaschinen gebaut. Alle blauen Konstruktionsteile sind von Kinkele. Der Auftragsfertiger wäre in der Lage binnen 6 Monate so eine komplette Anlage herzustellen, vorausgesetzt der Kunde hat bereits alles wie beispielsweise Zeichnungen soweit fertig. (Bild: Sonnenberg)

Sich selbst beschreibt der bayerische Auftragsfertiger als klassischen, soliden Mittelständler. Tief gestapelt, betrachtet man die exotischen bis hochgeheimen Aufträge aus knapp 40 Branchen. Vom Panzerteil über Deckel für Atommüllbehälter bis hin zu Seiltrommeln für die grösste Hubbrücke der Welt zeigt sich das Ochsenfurter Unternehmen Kinkele als Beherrscher von Menge und Komplexität, der auch normal kann.

«Wir machen das» – so das Firmenmotto von Kinkele, das nicht von ungefähr kommt. Aus der klassischen Lohnfertigung heraus konnte sich der Ochsenfurter inzwischen deutlich mehr im Produktentwicklungsprozess seiner Kunden integrieren und wird oft schon zu Beginn sehr tief in die Planung eingebunden.

«Wir sind kein klassischer Maschinenhersteller, sondern Projektpartner und Dienstleister für Unternehmen, die in diesem Bereich über keine eigene Fertigung verfügen», erklärt Dr.-Ing. Thomas Beck, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsführung.

Als ziemlich gut ausgestattete State-of-the-Art-Factory bezeichnet der gelernte Maschinenbauer das Unternehmen. Obwohl Kinkele im Wesentlichen fast nur Einzelstücke fertigt, ist das Unternehmen sowohl intern mit seinen gut ausgebildeten Mitarbeitern als auch extern in nahezu allen Branchen sehr breit aufgestellt. Knapp 1000 Aufträge werden jährlich abgewickelt, die von ganz klein bis sehr gross reichen. Dabei können die Auftragswerte im fünfstelligen, aber auch im siebenstelligen Bereich liegen.

Balance in der Fertigung ist eine Königsaufgabe

Das hört sich zwar verlockend an, aber davon könnte Kinkele die Balance in seiner Fertigung nicht halten. «Wir brauchen eine Handvoll richtig grosser und viele mittlere Projekte. Aber wir brauchen auch genauso viele kleine Projekte, damit wir unsere Fertigung gleichmässig auslasten. Die Balance ist neben dem technischen Anspruch eine Königsaufgabe», erläutert Beck.

Der bekannte Grosszerspaner und einer der grössten Auftragsfertiger in Deutschland hat diese Balance erreicht und vereint alles unter einem Dach, um so in der Lage zu sein, betriebsfertige Maschinen bauen zu können – von den Fertigungsunterlagen bis hin zur Inbetriebnahme. «Dadurch, dass wir kein eigenes Produkt haben, sind wir immer darauf angewiesen, was der Markt uns an Aufträgen bringt. Wir befinden uns in einem Bereich bis 100 t Fertiggewicht, 50 t Stückgewicht und dafür sind unsere Gantry- und Portalfräsmaschinen mit 20 m und 16 m Verfahrweg in der X-Achse bei 3,5 beziehungsweise 4 m Durchgang optimal», ergänzt Kurt Kinkele, Mitglied der Geschäftsführung aus der bereits fünften Generation.

Ergänzendes zum Thema
 
Interessiert an langjährigen Partnerschaften und spannenden Projekten
Die hohe Ausbildungsquote beim Auftragsfertiger aus Ochsenfurt ist historisch bedingt. Warum Kinkele so stark ausbildet und was die Zukunft bringen soll, erklärt Kurt Kinkele, Mitglied der Geschäftsführung.

Vom Projektieren über das Schweissen und Lackieren bis hin zur Montage

Zu den Kernkompetenzen von Kinkele zählt die Projektierung, für die mehr als 40 Ingenieure und Techniker für die Arbeitsplanung, Detailkonstruktion und das Projektmanagement zuständig sind. Wenn es um die Hardware geht, steht Kinkele für den ausschliesslich qualifizierten Schweissbau im zertifizierten Bereich. Zum Beispiel kommen 16 Tragrahmen, die Kinkele gebaut und montiert hat, auf dem grössten Arbeitsschiff der Welt zum Einsatz.

Weil das Schiff ausgediente Bohrplattformen abbaut, spielt Sicherheit eine grosse Rolle. «Da gibt es sehr detaillierte Vorschriften zum Schweissen. Bei jedem Schweissvorgang müssen wir den Vorgang vorher theoretisch beschreiben. Dann schweissen wir Probestücke, die vom Prüflabor zerstörend geprüft werden. Erst dann gibt es die Freigabe zum Schweissen, die im Anschluss durchgehend überwacht wird», beschreibt Beck den komplexen Schweissvorgang.

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