Hundert Jahre Ypsotec Zum Jubiläum: Investitionen in die Zukunft

Autor Anne Richter

In diesem Jahr begeht Ypsotec sein 100-Jahr-Jubiläum. Doch das international tätige Zulieferunternehmen im Bereich Präzisionsmechanik und Medizintechnik schaut weniger in die Vergangenheit, sondern investiert in Produktionsmittel und damit in die Zukunft des Unternehmens.

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Ypsotec Geschäftsführer Maurice Meytre (rechts) und Jürg Aegerter, Leiter Verkauf und Marketing vor der jüngsten Errungenschaft der Firma – die Multiswiss 6x16, einem Mehrspindel-Drehautomaten von Tornos.
Ypsotec Geschäftsführer Maurice Meytre (rechts) und Jürg Aegerter, Leiter Verkauf und Marketing vor der jüngsten Errungenschaft der Firma – die Multiswiss 6x16, einem Mehrspindel-Drehautomaten von Tornos.
(Bild: Anne Richter, SMM)

Bei Firmenjubiläen steht meist die Vergangenheit eines Unternehmens im Vordergrund. Nicht so bei Ypsotec, einem international erfolgreichen Zulieferunternehmen in der Präzisionszerspanung und Medizintechnik. Ypsotec begeht in diesem Jahr sein 100-Jahr-Jubiläum, doch im Zentrum steht die Zukunft des Unternehmens. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wird kräftig investiert. Eine Anlage zur automatischen Lasermontage, ein Mehrspindel-Drehautomat von Tornos, eine Langdrehmaschine mit drei Revolvern von Star und je eine Standardmaschine für Drehen und Fräsen von YCM – das allein sind die Anschaffungen der letzten Monate. Und weitere sind geplant. «Wenn wir in der Schweiz mit unseren hohen Lohnkosten eine Chance haben wollen, müssen wir investieren», erklärt Maurice Meytre, Geschäftsführer der Ypsotec AG.

Ypsotec hat in den vergangenen 100 Jahren unterschiedliche technische Entwicklungen miterlebt, diese in ihre Arbeitsprozesse integriert und die Firma weiterentwickelt. Als ein Beispiel ist u. a. die Einführung von CNC-Maschinen in den 80er-Jahren zu erwähnen. Auch hat sie sich in diesen 100 Jahren in einem sehr kompetitiven Markt behauptet und ihren Platz gefestigt und beschäftigt heute über 160 Mitarbeiter europaweit.

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Maschinenentwicklung heute

Als eine der neuesten Errungenschaften hat Ypsotec im Jahr 2015 im Bereich Langdrehen eine 12-Achsen-CNC-Drehmaschine mit drei Revolvern angeschafft. Die Maschine bietet durch den dritten Revolver die Möglichkeit, über 60 Werkzeuge einzusetzen. Die Anlage wird im Durchmesserbereich bis 38 mm eingesetzt und hat für Ypsotec eine grosse Produktivitätserhöhung ergeben. Die Flexibilität, die Genauigkeit und die hohe Stabilität der Maschine ermöglichen es, mit aussergewöhnlich hohen Schnittmetern zu fahren.

Um ein sehr attraktives Projekt mit einem Schweizer Kunden wirtschaftlich und mit hohen Stückzahlen durchführen zu können, hat Ypsotec im Jahr 2016 in eine Mehrspindeldrehmaschine Multiswiss von Tornos investiert. Die Mehrspindel-Technologie war im Unternehmen bis zu dem Zeitpunkt unbekannt, hat aber weitere Wettbewerbsvorteile gebracht. Die Anlage ist die Kombination aus einem Kurz- und einem Langdreher. Durch die sechs beweglichen Spindelstöcke kann die Maschine diverse Teile im idealen Bereich bis zu einer Länge von 40 mm herstellen. Und dies in einer unglaublich schnellen Taktzeit.

Standort in Tabor – Türöffner für Grenchen

Ypsotec hat früh erkannt, dass aufgrund der hohen Kosten nicht alles in der Schweiz gefertigt werden kann. So wurde bereits vor elf Jahren damit begonnen, einen zweiten Standort in Tschechien aufzubauen. Diese Strategie zahlt sich heute aus. Mit den hochprofessionellen Produktionsstandorten in Grenchen und Tábor ist Ypsotec in der Lage, Lösungen für alle Anforderungen der Kunden in den Bereichen Drehen, Fräsen, Laserschweissen und Baugruppenmontage effizient und zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten und termingerecht umzusetzen. Und nicht nur in Grenchen wird weiter investiert, auch das Werk in Tabor soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. «Der Standort in Tábor ist für uns auch ein Türöffner», berichtet Maurice Meytre und ergänzt: «Die Schweiz steht bei vielen nicht nur für Qualität und Präzision, sondern wird automatisch als sehr teurer Produktionsstandort angesehen und nicht in Betracht gezogen. So profitiert unser Schweizer Standort in Grenchen schlussendlich vom Standort in Tábor, da wir in Grenchen bestimmte Bauteile durchaus zu konkurrenzfähigen Preisen fertigen können.» -ari- SMM

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