Interview mit dem Präsidenten der SM-Sektion «Beider Basel» «... Betriebe verlagern die Produktion ins Ausland»

Redakteur: Lya Bartholet

>> Interview mit Stefan Schelker, Geschäftsführer/Inhaber der Gysin AG und Präsident der Swissmechanic-Sektion «Beider Basel».

Firmen zum Thema

Stefan Schelker, Präsident der Swissmechanic-Sektion «Beider Basel».
Stefan Schelker, Präsident der Swissmechanic-Sektion «Beider Basel».
(Bild: Swissmechanic)

Swissmechanic: Mit der Übernahme des Amtes als Präsident der Swissmechanic-Sektion «Beider Basel» hatten Sie bestimmt gewisse Erwartungen und setzten sich Ziele. Welche dieser Erwartungen und Zielsetzungen konnten Sie in der Zwischenzeit umsetzen?

Stefan Schelker: Mein Hauptziel mit der Übernahme der Präsidentschaft im Jahre 2010 war die Reorganisation unseres Ausbildungszentrums, verbunden mit der Umstrukturierung und Gesundung der Finanzen im Ausbildungswesen. Diese Aufgabe musste prioritär angegangen werden, befand sich doch die Kursrechnung im Ausbildungszentrum in arger Schieflage und wies Schulden in der Höhe von rund einer halben Million Franken aus. Im Zusammenhang mit der Sanierung wurde ebenfalls im Jahre 2010 das Ausbildungszentrum von Oberwil nach Liestal verlegt. Einer der Gründe war, dass man sich mit dem Standortwechsel nach Liestal in den Kantonshauptort in zentrumsnaher Lage und in unmittelbarer Nähe der Berufsfachschule etablieren konnte. Daraus ergaben sich auch Kooperationen mit der Grundschule «Metall», die der Berufsfachschule angegliedert ist. Erfreulicherweise konnte auch das Angebot mit der Übernahme der überbetrieblichen Kurse (üK) für Konstrukteure im eigenen AZ ausgebaut werden. Zwischenzeitlich wurden auch die Finanzen saniert. Die jetzige Rechnung weist genügend Liquiditätsreserven und ein kleines Vermögen aus, was uns erlaubt, auch in Zukunft die notwendigen Investitionen im Ausbildungszentrum vorzunehmen.

Nebst der positiven und erfreulichen Entwicklung im Bereich der beruflichen Grundbildung ging eine wirtschaftlich eher schwierigere Periode einher. Hart getroffen vom hohen Schweizer Franken sowie der allgemeinen Wirtschaftsabschwächung in Europa musste bestimmt auch ein Teil der Mitglieder darunter leiden. Wie haben Sie als Präsident das Befinden der Mitglieder gespürt, und wie haben Sie diese schwierige wirtschaftliche Situation überwunden?

St. Schelker: Ich schätze, dass unsere Branche bereits im Jahre 2009 den grössten Einbruch hinnehmen musste. Das Jahr 2010 war vielfach bereits deutlich besser, einige Unternehmen konnten sogar mit überdurchschnittlich positiven Ergebnissen aufwarten. Im Jahre 2011 machte sich zunehmend die Währungssituation mit dem hohen Schweizer Franken spürbar. Grundsätzlich waren die Tendenzen, wenn man die Gesamtheit der Mitglieder betrachtet, sehr divergent. So gibt es Unternehmen, die auch in diesen Jahren sehr erfolgreich unterwegs sind und die Krise nur am Rande spüren. Andere konnten sich durch Einkaufs- oder Produktionsverlagerungen mehr oder weniger schadlos halten, und dann gibt es einen Teil der Mitglieder, die tatsächlich sehr hart von der Situation betroffen wurden. Zusammenfassend beurteile ich die momentane Situation als wenig einheitlich und in der Gesamtheit noch als unbefriedigend.

(ID:42270491)