Technologiestandort Schweiz 2018 - Mikron Tool

20 Jahre Mikron Tool in Agno: Sensationelles Wachstum

| Redakteur: Böhm

Damit an den richtigen Werkstoffen entwickelt wird, lässt sich Mikron Tool eigens Kniegelenkimplantaten giessen. Denn gerade die Randschichten sind bei Sonderlegierungen hoch kritisch zu bearbeiten.
Damit an den richtigen Werkstoffen entwickelt wird, lässt sich Mikron Tool eigens Kniegelenkimplantaten giessen. Denn gerade die Randschichten sind bei Sonderlegierungen hoch kritisch zu bearbeiten. (Bild: Mikron Tool)

Fräser mit fünffach höheren Schnittdaten, bei mehrfach höheren Standzeiten in Hochleistungswerkstoffe wie Chrom-Nickelstähle bis hin zu Inconel. Unglaublich? Fast unglaublich, wenn man nicht die jüngste Generation der Mikron-Fräser «CrazyMill Cool P&S» im Einsatz hat. Hierbei handelt es sich um Swissmade-Hochleistungsfräser der absoluten Spitzenklasse. Der SMM-Chefredaktor konnte sich in der Entwicklungsabteilung von Mikron Tool Agno ein Bild von den jüngsten Fräser- und Tieflochbohr-Entwicklungen machen.

Vor 20 Jahren wurde Mikron Tool als eigenständiges Unternehmen gegründet und wuchs seither von 30 auf über 230 Mitarbeiter. Und es hört nicht auf zu wachsen: Die Produktionen in Agno und Rottweil platzen derzeit aus allen Nähten, gesucht werden 60 (!) qualifizierte Mitarbeiter, doch dazu später. Der Grund für das enorme Wachstum liegt in den herausragenden Leistungsdaten der CrazyMill- und CrazyDrill-Werkzeuge begründet, die technologisch zur Weltspitze gehören.

Enorm: 14-faches Zeitspanvolumen

Marco Cirfeta, Verkaufsleiter Mikron Tool: «Unsere Werkzeuge kosten oft mehr als die unserer Mitbewerber, aber sie verkaufen sich hervorragend und das Interesse ist enorm. Ein Beispiel: Wir hatten dermassen viele Besucher an der letzten AMB an unserem Stand, unter anderem, weil sie von den Leistungsdaten unserer Werkzeuge gehört haben. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass unsere Werkzeuge zu den besten am Markt gehören, wie man am folgenden Beispiel an den Schnittwerten unserer jüngsten Entwicklung CrazyMill Cool P&S sieht. Der CrazyMill Cool P&S bringt das 14-fache Zeitspanvolumen wie sein Mitbewerber. Das sind Werte, die glaubt man uns nicht, bis wir es dann an der Maschine präsentieren.»


Im folgenden die Schnittwerte beim Nutfräsen von ASTM 316L, X2CrNiMo17-12-2:

CrazyMill P&S, d = 5mm:

vc: 150 m/min, n = 9550 U/min

ap 1xd, vf = 573 mm/min,

Qs = 14.33 cm3/min


Schnittdaten des Mitbewerbers:

vc: 46 m/min, n = 2928 U/min,

ap 0.2xd, vf = 213 mm/min,

Qs = 1.07 cm3/min

Dr. Alberto Gotti (Entwicklungsleiter): «Mit dem CrazyMill P&S verfügen wir neu über ein Multitalent: Bohr-, Rampen-, Nuten-, Taschen-, Umfangsfräsen. Der Kunde kann mit unserem Tauchfräser nicht nur extrem schnell fräsen, er spart noch dazu ein zweites oder drittes Werkzeug ein. Jetzt kommen wir zum Zeitspanvolumen. Der CrazyMill fährt ein höheres ap, höheres vc und höheres vf. Mit einem 5mm Fräser ein Zeitspanvolumen von Qs = 14.33 cm3/min zu generieren, das ist eine extreme Herausforderung und muss auch «spänetechnisch» bewältigt werden. Um die Späne effizient aus der Bearbeitungszone zu entfernen kommt unsere patentierte, integrierte Kühlung voll zum Tragen: die Späne werden effizient rausgespült, gleichzeitig bleiben die Schneiden kalt.»

Eine weitere Neuheit aus der Tessiner Werkzeugschmiede ist der CrazyDrill Cool SST-Inox für Edelstahl, zurzeit für Bohrtiefen bis 20xd ab Lager erhältlich, mit bisher nicht für möglich gehaltenen Schnittwerten. Nächstes Jahr werden noch längere Versionen bis 30xd und bis 40xd auf den Markt gebracht. Der innengekühlte d = 4.3 mm Tieflochbohrer, der dem SMM-Chefredaktor exklusiv präsentiert wird, bohrt in einen 1.4404-Block, als wär es ein Stück Butter, mit einem Vorschub von 780mm/min, in einem Bohrstoss ohne zu entspänen. Der CrazyDrill Cool SST-Inox benötigt für 129mm lediglich 10 Sekunden.

Fünf bis zehnfache Leistungssteigerungen

Markus Schnyder (President): «Zwischen den Schnittwerten unserer Werkzeuge und denen unserer Mitbewerber liegen Welten. Oft können wir bis 5-fache Leistungssteigerungen demonstrieren. In spezifischen Materialien liegen wir sogar 10-fach über den Werten gegenüber dem Stand der Technik.»

Auf die Gründe der extremen Schnittdaten angesprochen, antwortet Dr. A. Gotti: «Wir stecken enorm viel Geld in die Forschung und Entwicklung, die Leistungsdaten unserer Werkzeuge sind letztlich das Ergebnis unserer intensiven Entwicklungsarbeit.»

Marco Cirfeta ergänzt: «Wir sind mit unseren Bohr- und Fräswerkzeugen bis 6mm Durchmesser in einer Hochleistungs-Nische der Fertigung zu Hause. Wir spezialisieren uns auf die Bearbeitung von Chrom-Nickelstählen, Chrom-Cobaltstählen, Inconel, Titanlegierungen. Typischerweise finden diese Werkstoffe in der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrtfahrt, Elektronikindustrie und im Turbinenbau Anwendung. Obwohl unsere Werkzeuge mehr kosten als die Mitbewerber-Werkzeuge, steigt die Nachfrage explosiv an. Denn, wenn die Anwender merken, dass sie mit unseren MikronTool-Werkzeugen nicht nur fünfmal schneller unterwegs sind, sondern darüber hinaus feststellen, dass unsere Werkzeuge erst noch länger halten, dann wecken wir ihr Interesse.»

60 qualifizierte Mitarbeiter gesucht

Markus Schnyder: «Das ist der Grund, warum wir die Fertigungskapazitäten markant ausbauen. So suchen wir aktuell 60 qualifizierte Mitarbeiter, 30 für den Standort Agno und 30 am Standort in D-Rottweil. Die Leute müssen zu den Besten gehören, wir gehen technologisch an die schleiftechnischen Grenzen, sowohl seitens der Komplexität der Schneiden als auch der Präzision. Unsere Werkzeuge bringen hervorragende Leistungen, verlangen aber auch intensive Beratung. Diese können wir mit unseren Verkaufsingenieuren bieten. Der Bearbeitungsprozess und die Schnittdaten müssen oft komplett neu angepasst werden, um das Optimum aus unseren Werkzeugen herauszuholen. Wenn unsere Kunden das erste Mal von unseren Schnittdaten hören, halten sie uns noch für verrückt. Aber wenn sie sie dann getestet haben, erkennen sie den Vorteil unserer CrazyTools für ihre Produktion.»

  • Autor: Matthias Böhm, Chefredaktor SMM

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