Aktuelle Entwicklungen bei den Werkzeugen

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Techniktrend: Leichtbau für die Elektromobilität

Derzeit gebe, so Zedtwitz weiter, die Politik einen wesentlichen Trend auch für die Hersteller von Präzisionswerkzeugen vor: die Elektromobilität. Sie verlange nach technischen Lösungen zur industriellen Herstellung von Leichtbaukarossen.

Hierfür sieht Zedtwitz seine Branche bestens gerüstet. Trotz «limitierender Faktoren wie Personalkapazitäten in Hochkonjunkturzeiten einerseits und geringeren finanziellen Mitteln in Krisenzeiten andererseits» sei die Innovationsfähigkeit der Branche ungebrochen und deutlich überdurchschnittlich hoch: «Die Unternehmen entwickeln ständig - auch im Austausch mit den Kunden - ihre Produkte weiter; sie entwickeln neue Lösungsansätze für neue Herausforderungen wie aktuell den Leichtbau.»

Bearbeitung von GFK, CFK sowie Sandwich-Materialien

Den Trend zur Be- und Verarbeitung von Leichtbauwerkstoffen bestätigt auch Bert Bleicher, Sprecher der Hoffmann Group und geschäftsführender Gesellschafter der Hoffmann Holding, München: «Zerspanungswerkzeuge zur Bearbeitung von modernen Werkstoffen wie GFK oder CFK, Thermo- und Duroplastik sowie Hybrid- und Sandwich-Materialien sind stark im Vormarsch.»

Diese modernen Werkstoffe etablierten sich zunehmend im Markt. Eingesetzt würden sie vor allem, «wenn es um Leichtbau, Stabilität und Ausdehnungskoeffizienten geht». Entsprechend werde die Hoffmann Group die AMB 2010 nutzen, um erstmals eine Reihe neuer Zerspanungswerkzeuge zu präsentieren. Bleicher: «Sie erfüllen die speziellen Anforderungen an Verfahren zur Bearbeitung moderner Werkstoffe, beispielsweise, um die Delamination von Sandwichmaterialien zu verhindern und ein gratfreies Fräsen zu ermöglichen.»

Modulare CBN- und PKD-Werkzeuge

«In der Entwicklung von Werkzeugen zur Bearbeitung neuartiger und schwer zerspanbarer Materialien liegt sicherlich der Schwerpunkt der Werkzeuginnovationen von morgen», unterstreicht auch Dr. Steffen Sattel, Leiter Forschung und Entwicklung der Gühring oHG, Albstadt. Vielfalt und Komplexität extremer Werkstoffkombinationen seien aber nur ein Beispiel für die aktuellen Herausforderungen, die sich bei der Herstellung neuer Werkzeuglösungen stellen.

So biete Gühring für die Komplettbearbeitung von CFK-Metall-Sandwiches bereits modulare CBN- oder PKD-Werkzeuge. Neue Werkstoffe forderten Forschung und Entwicklung ebenso wie die Anforderungen nach ständig steigenden Bearbeitungsgeschwindigkeiten.

So sieht man bei der Karl-Heinz Arnold GmbH, Ostfildern, eine wesentliche Herausforderung darin, «modulare Werkzeugsysteme zu entwickeln und zu verbessern, die den auftretenden Kräften auf Wendeschneidplatte und Werkzeughalter standhalten» - und will entsprechende Neuentwicklungen exklusiv auf der AMB 2010 vorstellen.

Leistungssteigerungen von 50 bis 100 Prozent

Ein weiteres zentrales Thema der diesjährigen AMB ist die Effizienzverbesserung, und zwar auf allen Ebenen. Dem stellen sich auch die Präzisionswerkzeuge-Hersteller. Beispielsweise die Walter AG, Tübingen.

Sie zeigt in Stuttgart eine neue Generation CVD-beschichteter Wendeschneidplatten und verspricht «Leistungssteigerungen von 50 bis 100 Prozent».

Leistungsfähigkeit und Lebensdauer permanent verbessern

Auch Gühring sieht in der Entwicklung moderner Werkzeuglösungen zur Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung bei Zerspanprozessen eine zentrale Aufgabe.

Dr. Sattel: «Für uns gehört es zur Entwicklungsphilosophie, die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Produkte permanent zu verbessern», und nennt als Beispiel die energie- und umweltschonende Zerspanung durch Einsatz der von Gühring etablierten Minimalmengenschmierung.

Sattel weiter: «Eine immer wichtiger werdende Position bei der Entwicklung neuer Werkzeuge nehme die Simulation von Zerspanvorgängen ein.» So würden bei Gühring heute schon durch Simulationstools vor der Herstellung erster Werkzeugprotoypen wichtige Erkenntnisse gewonnen, die «die Optimierung neuer Werkzeuggeometrien oder Werkzeugsysteme gerade hinsichtlich hochanspruchsvoller Zerspanprozesse deutlich beschleunigen».

Einsatz multifunktionaler Werkzeugsysteme

Bei der Benz GmbH Werkzeugsysteme, Haslach, will man die Effizienz vor allem durch die «Komplettbearbeitung auf einer Maschine mit Hilfe standardisierter oder speziell konzipierter Zerspanungsaggregate» sowie durch den Einsatz multifunktionaler Werkzeugsysteme verbessern.

Benz-Vertriebsleiter Konrad Keck erklärt. «Nicht die besten Einzelspieler gewinnen - sondern das beste Team», laute die Devise, und so sieht Keck auch im engen Zusammenspiel mit den Maschinenherstellern den richtigen Weg. «Sie geben mit Ihren Innovationen den Weg vor, aber nur, wenn man eng und frühzeitig im Engineering partnerschaftlich zusammenarbeitet, kann man prozesssichere und wirtschaftliche Zerspanungsprozesse realisieren.»

Aluminium Kassettenfräser mit CVD-Diamant Schneidplatten

Auf zweierlei Weise nähert man sich bei Becker Diamantwerkzeuge GmbH, Puchheim, dem Thema Effizienz.

Zum einen durch einen neuen Aluminium Kassettenfräser in «Ultraleichtbauweise für maximale Umdrehungszahlen zum Einsatz von CVD-Diamant-Schneidplatten», wie Rosemarie Becker erklärt, «damit erreichen wir eine gegenüber PKD-Beschichtung fünffach höhere Standzeit.» Halbierte Kosten versprechen auch neue Werkzeuge in Sandwichbauweise. Sie bestehen aus einem PcBN-beschichteten Hartmetallkern, der in jeder Ecke mit HM-Rohlingen mit je zwei Schneidecken bestückt werden kann, sogar standardmässig mit verschiedenen Schneidenausführungen. Becker: «Das Sandwich-Material senkt nicht nur die Kosten, sondern steigert auch die Produktivität und verbessert die Möglichkeiten der vielseitigen Einsetzbarkeit.»

Dienstleistungen verschaffen Wettbewerbsvorsprung

«Der Druck auf Dienstleistungen rund um Werkzeuge hat sich verstärkt», konstatiert Bert Bleicher von der Hoffmann Group, «nicht nur innovative Produkte, sondern auch gesamtheitliche Prozesslösungen im Bereich der Zerspanung sind jetzt gefragt.»

«Der allumfassende Service um die Werkzeugsysteme gewährleistet eine hohe Kundenzufriedenheit», fasst Konrad Keck von Benz die Entwicklung zusammen. Benz habe deshalb ein eigenes ProduktCenter etabliert, das sich um Aspekte wie kompetente Beratung über die gegebenenfalls individuelle Produktauslegung, Produktion und Lieferung bis hin zum After-Sales-Service, Reparatur-Service, Crash-Pakte oder einen ExpressService kümmere.

Dienstleistungen zunehmend im Fokus

Die Hoffmann Group zeigt in Sachen Dienstleistung auf der AMB 2010 «richtungsweisende und durchgängige 360°-Services für den gesamten Zerspanungsprozess aus einer Hand».

Ähnlich handhabt man das bei Gühring, wo der Bereich Dienstleistungen «einen Kernpunkt der Firmenphilosophie bildet», wie Dr. Sattel betont. Verschiedene technologische und logistische Tool Management-Konzepte sowie mehrere Nachschleif- und Beschichtungszentren auf der ganzen Welt sollen sicherstellen, die Kunden «schnell, ortsnah und kompetent» zu unterstützen.

Umfassendes Service-Konzept

Walter stellt auf der AMB erstmals die neue Dienstleistungsmarke «Walter Services» vor. Unter diesem Markendach bietet das Unternehmen ein umfangreiches Service-Konzept für die vier Bereiche Planung, Produktion und Logistik, Instandhaltung sowie Training und Know-how.

Ziel sei es, den Kunden entlang der gesamten Prozesskette mit der kompletten Anwendungs- und Werkzeugkompetenz beratend zu unterstützen. «Die Ziele unserer Kunden, sind auch unsere Ziele: Kosten und Komplexität zu reduzieren und letztendlich Produktivitätssteigerungen zu erreichen - von der Produktionsplanung, über die Prozessgestaltung bis hin zur Instandhaltung», erläutert Vorstandsvorsitzender Andreas Evertz das Service-Paket, das in Zukunft noch weiter ausgebaut werden solle.

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