Der Hersteller innovativer Verpackungsmaschinen Rovema GmbH, Fernwald (D), verbindet seine über Jahrzehnte aufgebaute Motion-Kompetenz mit der auf dem Betriebssystem «Linux» basierten Automatisierungsplattform «ctrlX Automation» von Bosch Rexroth.
Komplexe, weitreichend automatisierte Maschinen, zum Beispiel zum Verpacken von Lebensmitteln und Pharmaprodukten, profitieren von einer flexibel anpassbaren Automatisierungsplattform auf Basis eines offenen Betriebssystems.
(Bild: Rovema)
Vernetzung, modulare Erweiterbarkeit, Sicherheit und die Erfüllung neuer Regularien entscheiden über die Zukunftsfähigkeit der Automatisierung und damit ausgestatteter Maschinen. Modulare Plattformen ermöglichen es Maschinenherstellern, eigene Stärken gezielt einzubringen und zudem von den Vorteilen und dem weitreichenden Spektrum an Funktionen eines offenen Ökosystems zu profitieren.
Spezifische Vorteile nutzen
In seinen Verpackungsmaschinen verbindet beispielsweise Rovema eigene, über Jahrzehnte aufgebaute Motion-Kompetenz mit der offenen Automatisierungsplattform «ctrlX Automation» von Bosch Rexroth. Dazu sagt Ingo Hamel, CTO beim Maschinenhersteller: «Unsere eigene Steuerung ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Mit ‹ctrlX Automation› ersetzen wir diese Kompetenz nicht, sondern heben sie auf eine neue Plattformebene. Unser Motion-Kern bleibt das Herz der Maschine. Bosch Rexroth liefert das offene Betriebssystem, die Schnittstellen, die Security und die Updatefähigkeit. Genau diese Kombination macht unsere Maschinen langfristig zukunftssicher.»
Stabiles Ergebnis
Bosch schloss das Geschäftsjahr 2025 auf dem Schweizer Markt und in Liechtenstein mit 762 Millionen Franken positiv ab. Mit 1,6 Milliarden Franken blieb der Gesamtnettoumsatz, inklusive interner Lieferungen an Tochtergesellschaften, auf Vorjahresniveau stabil – dies gelang trotz einer gedämpften Weltkonjunktur, des starken Frankens und hoher US-Zölle.«Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation weltweit erwarten wir auch in der Schweiz ein herausforderndes Jahr 2026, glauben jedoch weiterhin an das langfristige Potenzial im lokalen Markt», sagte Ute Lepple, Repräsentantin der Bosch-Gruppe in der Schweiz. Mit dem im vergangenen Jahr errichteten neuen Hauptsitz bekräftigt Bosch das Engagement für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Bosch beschäftigt in der Schweiz rund 2160 Mitarbeitende.
Im Jahr 2025 hat das Unternehmen auch seinen neuen Hauptsitz in Zuchwil eröffnet. Er beherbergt die Zentrale von Bosch Schweiz sowie den Hauptsitz der Scintilla AG (Teil des Produktbereichs Zubehör von «Bosch Power Tools») und bietet rund 450 Mitarbeitenden ein modernes und flexibles Arbeitsumfeld. Das Gebäude schafft eine inspirierende Arbeitsatmosphäre, die Kreativität und Zusammenarbeit fördert. Auf 10 700 Quadratmetern Bürofläche wurde ein vielseitiges Raumkonzept für hybride Arbeitsmodelle umgesetzt. Technologisch setzt der Bau Massstäbe durch eine Grundwasser-Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage und eine intelligente Lüftung. Das Projekt unterstreicht das Bekenntnis von Bosch zu Nachhaltigkeit und zukunftsweisenden Arbeitswelten.
Offenes, flexibles System
Die Automatisierungsplattform von Bosch Rexroth erweist sich als offenes System. Die Motion-Logik des Maschinenherstellers ist darin integriert. Die auf dem Betriebssystem Linux basierte Automatisierungsplattform mit der Basissoftware «ctrlX OS» stellt die Laufzeitumgebung bereit. Damit sorgt sie für Modularität, Skalierbarkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung beim Automatisieren. Der zentrale «ctrlX Data Layer» ermöglicht den performanten und transparenten Datenaustausch zwischen Applikationen. Das ist eine entscheidende Voraussetzung für vernetzte Maschinen, datenbasierte Services und digitale Erweiterungen. Über standardisierte Schnittstellen, wie «OPC UA», «MQTT» oder «REST», lassen sich Maschinen nahtlos in bestehende IT- und OT-Landschaften integrieren. App-Technologie und Programmiersprachen-Offenheit schaffen zudem Freiräume für eigene Entwicklungen sowie die einfache Anbindung von Drittkomponenten, zum Beispiel Vision-Systemen, Robotik oder Sensorik.
Wissen online vermitteln
Bosch Rexroth, ServiceNow und die Initiative «Next Level Mittelstand» arbeiten unternehmensübergreifend am KI-Netzwerk «any.site». Die Online-Software «any.site» verbindet Maschinenhersteller, Dienstleister und Fertigungsteams über KI-gestützte «Wissensassistenten», die aktuell über das Portal «any.site»zugänglich sind und künftig auch über die Plattform «ServiceNow» verfügbar sein sollen. Diese vereinfachen Experten für Inbetriebnahme und Instandhaltung die Informationssuche und stehen als digitale Assistenten mit dem Know-how der Hersteller rund um die Uhr zur Verfügung. Das Lösungsangebot und die dafür erforderliche Infrastruktur werden kontinuierlich ausgebaut.
Dazu erläutert Thomas Fechner, als Vorstandsmitglied Bosch Rexroth verantwortlich für Fabrikautomation: «Wir haben ‹any.site› aufgebaut, um das geballte Know-how zu Maschinen in die Hände der Menschen zu legen, die es tagtäglich brauchen. Der grösste Hebel für Effizienz liegt nicht darin, dass jeder sein Wissen für sich behält, sondern darin, es intelligent zu vernetzen. any.site ist die Antwort auf proprietäre Systeme – ein Netzwerk, von dem alle profitieren.»
Stand vom 30.10.2020
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Sicher und zukunftsfähig
Das Betriebssystem «ctrlX OS» ist nach IEC 62443-4-2 zertifiziert, Applikationen laufen in abgeschotteten Sandboxen und Security-Funktionen wie Firewall, rollenbasiertes User-Management und sichere VPN-Lösungen sind systemisch verankert. Das Portal «ctrlX Device» ermöglicht zudem ein zentrales Geräte- und Update-Management. Das erweist sich als zentral für einen sicheren Betrieb vernetzter Maschinen.
Mit der Automatisierungsplattform von Bosch Rexroth lassen sich bestehende Maschinen von Rovema mit überschaubarem Aufwand auf die zukunftssicheren Varianten «P@ck-Control» upgraden. Das verlängert die Nutzungsdauer der Anlagen erheblich und schützt getätigte Investitionen. Betreiber erhalten eine Plattform, die von Grund auf für zukünftige Kriterien ausgelegt ist. Das betrifft beispielsweise eine «Predictive Maintenance», aber auch auf KI basierte Anwendungen bis zu digitalen Services. Offenheit, Security by Design und langfristige Komponentenverfügbarkeit sorgen für Planungssicherheit über viele Jahre hinweg. Zusätzliche Funktionen, digitale Services und sicherheitsrelevante Updates lassen sich einfach über die Automatisierungsplattform integrieren. Dazu ist keine Kernlogik erneut zu entwickeln. Das schafft die Voraussetzung, regulatorische Anforderungen, Marktveränderungen und technologische Innovationen langfristig beherrschbar zu machen.