AMB 2016 Auch bei schwer zerspanbaren Materialien prozesssicher in die Tiefe bohren

Redakteur: Robert Horn

Der Schweizer Werkzeughersteller Mikron Tool zeigt auf der AMB mehrere Produktneuheiten. Darunter den Crazydrill Flex SST-Inox, ein Mikro-Tieflochbohrer aus Vollhartmetall, der bis in Tiefen von 50 x d bohrt, ab Durchmesser 0,3 mm.

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Der Crazydrill Flex SST-Inox ergänzt die Familie der Crazydrill Flex Mikro-Ttieflochbohrer.
Der Crazydrill Flex SST-Inox ergänzt die Familie der Crazydrill Flex Mikro-Ttieflochbohrer.
(Bild: Mikron Tools)

Crazydrill Flex SST-Inox ergänzt die Familie der Crazydrill-Flex-Mikro-Tieflochbohrer, welche in seit mehreren Jahren bereits für die Bearbeitung von Stahl und von Titan zur Verfügung stehen. Damit bietet Mikron Tool nun auch für die Bearbeitung von rostfreien Stählen, hitzebeständigen Legierungen und CrCo-Legierungen eine Lösung an, wenn es um kleine tiefe Löcher geht. Klein und tief bedeutet in diesem Falle Bohrdurchmesser ab 0,3 mm und Bohrtiefen von 30 x d oder sogar bis 50 x d, so der Hersteller.

Die Geometrie basiert teilweise auf denselben Prinzipien wie seine «älteren Brüder»: Die geschliffene Spiralnut geht über eine Länge von 10 x d, die notwendige Bohrtiefe erreicht Crazydrill Flex dank einem geraden, verlängerten Mittelstück. Dieses sorgt für die notwendige Robustheit, die wichtig ist bei diesen extremen Bohrtiefen und kleinen Durchmessern. Ebenfalls «kopiert» wurde das Kühlkonzept; drei um das Zentrum angeordnete Kühlkanäle, die durch den Schaft führen und am Konus austreten. Ihre Form ist so definiert, dass auch bei kleinen Schaftdurchmessern die Stabilität des Werkzeuges nicht geschwächt wird.

Tatsächlich genügt auch bei den kleinsten Bohrdurchmessern ein Kühlmitteldruck von 15 bar, um einen effizienten Kühleffekt zu erzielen. Damit versorgen sie die Schneiden zwischen den einzelnen Bohrstössen mit genügend Kühlmittel, um eine Überhitzung zu vermeiden und die Späne wegzuspülen. Der Unterschied zu den anderen Flex-Produkten liegt in der Geometrie: Wie bei anderen Kleinbohrern für rostfreie Materialien ist auch bei Crazydrill Flex SST-Inox eine degressive Spiralnute verantwortlich für einen guten Spanbruch und eine rasche Späneausfuhr.

Damit verbunden ist auch ein klar definierter Bohrprozess mit regelmäßigem Entspänen. So kann zum Beispiel in austenitischem Stahl auch bei kleinsten Durchmessern von 0,3 mm mit einer Schnittgeschwindigkeit von vc = 20-30 m/min und einem Vorschub von einem bis zwei Hundertstel Millimetern pro Umdrehung gearbeitet werden. Nach einem ersten Bohrstoß in eine Bohrtiefe von 2 bis 3 x d sollten die folgenden Bohrstösse etwa 0,5 x d betragen. Mit dieser Strategie erreicht man eine Bearbeitungszeit, welche gegenüber anderen Methoden wie Tiefbohren, Erosion oder auch Laserverfahren um ein vielfaches kürzer ist. Wichtig: für eine Bohrung mit hoher Positioniergenauigkeit ist eine vorgängige Pilotbohrung unerlässlich.

Zum Einsatz kommt der neue Mikro-Tieflochbohrer beispielsweise bei der Bearbeitung von Medizininstrumenten, von Absaugröhrchen für Augenoperationen, von Uhrengehäusen und –armbändern oder von Einspritzdüsen für die Automobilindustrie.

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