Reiden und Walter perfektionieren trochoidalen Fräsprozess

Aussergewöhnliche Zerspanungsleistung

| Autor / Redakteur: Matthias Böhm, Chefredaktor SMM / Matthias Böhm

Der VHM-Trochoidal-Schaftfräser von Walter Prototyp wurde für das Trochoidalfräsen der Vornuten des 1,8 m Durchmesser grossen Rundtisches eingesetzt.
Der VHM-Trochoidal-
Schaftfräser von Walter Prototyp wurde für das Trochoidalfräsen der Vornuten des 1,8 m Durchmesser grossen Rundtisches eingesetzt. (Bild: Matthias Böhm)

Die Reiden Technik AG musste einen Rostfrei-Rundtisch fertigen. Kopfzerbrechen bereiteten die Nuten. Ein VHM-Trochoidalfräser von Walter brachte im Zusammenspiel mit einer hochdynamischen Reiden RX18 aussergewöhnlichste Leistungen, mit denen keiner gerechnet hat.

Bei einem Formel-1-Fahrzeug müssen alle Faktoren perfekt ineinandergreifen, damit es in die Spitzenränge fahren kann: Motor, Reifen, Fahrwerk, Steuerung, Fahrer inklusive. Ganz ähnlich sieht das bei modernen Fräsprozessen aus. Hier müssen Maschine, Werkzeug, CAM-System und Steuerung optimal miteinander zusammenspielen. Und: Ohne Experten läuft gar nichts. Stefan Weber (Technischer Verkaufsberater Walter [Schweiz] AG) hat das anspruchsvolle Projekt gemeinsam mit den Reiden-Spezialisten zu diesem überragenden Erfolg geführt.

Nutenfertigung in 1800 mm grossen Rostfrei-Rundtisch

Für eine Sonderbestellung eines Kunden musste Reiden einen 1800 mm Durchmesser grossen Rundtisch aus rostfreiem Stahl (1.4404, X2CrNiMo17-12-2) herstellen. Typischerweise ist ein solcher Rundtisch ein Zulieferteil. Aufgrund der schwierigen zerspanungstechnischen Rahmenbedingungen hat die Reiden Technik AG beschlossen, den Rundtisch selbst zu fertigen. Eine kleine Besonderheit in diesem Fall: Der Rundtisch wurde auf der Maschine gefertigt, auf welcher er in Zukunft beim Kunden im Einsatz ist.

Ruedi Willimann (Geschäftsführer Reiden Technik AG): «Auf den ersten Blick sieht ein solcher Rundtisch zerspanungstechnisch relativ unproblematisch aus. Wir fertigen ja oft grosse Werkstücke mit hohem Zeitspanvolumen und anspruchsvollsten Toleranzen für unsere Werkzeugmaschinen. Nur sind unsere Werkstücke typischerweise nicht aus rostfreiem Stahl. Und genau hier liegt die fertigungstechnische Herausforderung, der wir uns gemeinsam mit unserem Werkzeug-Partner Walter (Schweiz) AG angenommen haben. Wir arbeiten seit vielen Jahren im Fräsen sehr eng mit Walter zusammen. Sie verfügen über ausgezeichnete Kompetenzen. Aber auch für sie war dies eine nicht alltägliche Herausforderung.»

Die Wahl für das ideale Fräsverfahren

Peter Petri (Geschäftsführer, Walter [Schweiz] AG): «Die Grundproblematik bestand darin, dass es sich um eine Einzelanfertigung handelt. Müssten wir beispielsweise eine Serie von solchen Rostfrei-Rundtischen herstellen, würden wir bei der Nutenfertigung auf einen wendeplattenbestückten Scheibenfräser setzen.»

Stefan Weber: «Jetzt können Sie fragen, warum haben wir das nicht in diesem Fall gemacht: Ganz einfach, ein solcher Fräser wäre von den Kosten her viel zu teuer. Deshalb mussten wir nach wirtschaftlichen, aber technologisch machbaren Alternativen suchen. Ziel war es, die Nuten mit einem Schaftfräser und modernen Frässtrategien zu fertigen. Einfaches Abzeilen der Fräsbahnen kam nicht in Frage. Wir entschieden uns schliesslich für einen trochoidalen Fräsprozess.»

Beim trochoidalen Fräsen kommen gleich mehrere Innovationen zum Zuge: erstens eine hochdynamische Reiden-RX18-Maschine, zweitens ein CAM-System mit trochoidalen Fräszyklen, drittens eine Heidenhain-Steuerung, die diese perfekt umsetzen kann, und viertens ein Fräser, der für dieses Fräskonzept 100%ig ausgelegt ist.

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