Zünd setzt bei Cuttersystemen auf Schmalz-Technologie

Automation für den industriellen Zuschnitt

| Redakteur: Silvano Böni

Das automatische Zuführsystem mit Vakuum-Greifspinne arbeitet schnell und zuverlässig.
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Das automatische Zuführsystem mit Vakuum-Greifspinne arbeitet schnell und zuverlässig. (Bild: Schmalz)

Die Zünd Systemtechnik AG ist Spezialistin in Sachen Cuttersysteme. Diese werden benötigt, um Materialien wie Karton, Gummi oder Schaumstoff und Textilien exakt zuzuschneiden. Bei der neuesten Entwicklung, einem Schneidetisch mit automatischem Zuführ- und Entnahmesystem, holte sich der Maschinenbauer mit Schmalz einen Experten für die Auslegung des Vakuum-Systems an den Tisch.

Die Erfolgsgeschichte beginnt 1984 mit der Unternehmensgründung durch Karl Zünd. 1988 wird aus der Einzelfirma eine Aktiengesellschaft und aus dem Wiederverkäufer von Flachbettplottern ein Entwickler von eigenen Schneidemaschinen. Heute ist die Zünd Systemtechnik AG ein weltweit tätiger Schweizer Familienbetrieb mit über 300 Angestellten und zählt zu den führenden Herstellern modularer und digitaler Cuttersysteme. Die Kunden sind gewerbliche Dienstleister und Industrieunternehmen aus dem grafischen Bereich, der Verpackungsindustrie, der Bekleidungs- und Lederbranche sowie aus dem Textil- und Compositemarkt. Am Hauptsitz in Altstätten befinden sich die Forschung und Entwicklung, das Marketing und die Produktion. Nebst den eigenen Verkaufs- und Serviceorganisationen in den USA, in China, Thailand, Indien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Italien arbeitet das Unternehmen weltweit mit unabhängigen und langjährigen Vertriebspartnern
zusammen.

Für den langfristigen Erfolg setzt Oliver Zünd, Geschäftsführer der Zünd Systemtechnik AG, auf Innovation, Qualität und Kundennähe. So kann der Cutterspezialist frühzeitig auf aktuelle Trends reagieren. «Wir sehen bei unseren Kunden die zunehmende Automatisierung durch Roboter», erklärt Zünd. Vorangetrieben werde das zum einen durch die zunehmend einfacher und günstiger werdenden Optionen zur Automatisierung. Zum anderen sieht er hier auch Auswirkungen des wachsenden Onlinehandels: «Wir stellen fest, dass es vor allem in der grafischen Industrie und der Verpackungs­industrie zu einer Konsolidierung kommt.» Die grös­ser werdenden Firmen optimieren ihre Workflows und automatisieren zunehmend. Der Cutter­experte muss bei seinen Entwicklungen auch die vor- und nachgelagerten Prozesse betrachten. «Unsere Kernkompetenz ist dabei der Maschinenbau. Je mehr sich das Geschäftsfeld ausweitet, desto mehr setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Partnern, die entsprechende Kompetenzen einbringen können», erklärt der Geschäftsführer.

Für hohen Output

Ein Beispiel ist das neue BHS150. Die Bezeichnung steht für ein Board-Handling-System, das eine Stapelhöhe von 1,50 Metern erlaubt und damit längere Betriebszeiten ermöglicht. Das macht es vor allem für Kunden interessant, die Grossauflagen wirtschaftlich und effizient verarbeiten müssen. «Die Anlage besteht neben dem Schneidetisch aus einer automatischen Zuführung mit Vakuum-Greifspinne und einer automatischen Entnahmestation», erläutert Roman Hasler, Produktmanager Zünd Systemtechnik. Die Saugspinne fährt über die Palette, nimmt das Werkstück auf und richtet es aus. Auf dem Weg zum Schneidetisch liest ein Scanner den QR-Code aus, der die Auftrags-ID enthält. Anschlies­send wird das Werkstück auf dem Schneidetisch abgelegt. Die Neuentwicklung ist auf Nachfrage konstruiert worden und soll beim Ausschneiden dem hohen Output einer Digitaldruckmaschine gerecht werden. «Kundenwunsch war zudem eine höhere Automatisierung, um das Material schneller weiterzuverarbeiten», erklärt Hasler. Zudem sollte ein Auftrag auch über Nacht mannlos abgearbeitet werden können.

Die neue Anlage nimmt verschiedene Materialien vom Stapel und bringt einzelne Bögen auf die Schneidemaschine. Entscheidend für einen zuverlässigen Prozess ist hierbei die Vakuumtechnik. «Wir hatten bisher jedoch wenig Erfahrung mit Vakuum», gibt Hasler zu. Daher wandten sich die Entwickler an Stephan Wilms, Systemberater bei der Schmalz GmbH. Gemeinsam mit ihm und mit Unterstützung der Firma Aerne Engineering, welche die gesamte Automation lieferte, konnten die Schweizer das Vereinzeln beim Abstapeln realisieren – eine neue Funktion bei Zünd – sowie einen Sauggreifer wählen, der sowohl starre als auch biegsame Materialien wie Wellpappe, Schaumstoff, Vollkarton, Wabenplatten und PVC sicher aufnehmen kann. «Wir haben sogar Folien getestet, was ebenfalls funktioniert», erinnert sich Hasler. «Ein Sauger für alle Materialien ist vorteilhaft für den Kunden. Es handelt sich um ein Serienprodukt, und die Einfachheit der Lösung ist ein überzeugendes Argument für unsere Kunden», ergänzt Oliver Zünd.

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Keynotes: Klaus Endress (Endress+Hauser Gruppe) , Prof. Hans Gut (MAN Energy Solutions Schweiz)
Wann: Dienstag, 26. März 2019
Wo: Forum der Messe Luzern
Informationen: www.smm-kongress.ch

Grosse Wirkung kleiner Komponenten

Um die geforderten kurzen Zykluszeiten zu erreichen, empfahl Schmalz, das Vakuum mittels Ejektor­modul EcoPump SEP mit Schalldämpfer direkt am Sauger zu erzeugen. Der effiziente Vakuum-­Erzeuger ermöglicht hohe Volumen­ströme, was gleichermassen für schnelle Abläufe sorgt. Die flexible, anpassungsfähige Dichtlippe der Balg­sauger SPB2 passt sich optimal an unterschiedliche Oberflächen an und dichtet gut ab. Ergänzend sind runde Flachsauggreifer verbaut, die durch ihre
flache Form und ihr geringes Volumen das Werkstück besonders schnell und positionsgenau greifen können. «Schmalz hat die Anforderungen sofort verstanden und in ein einwandfrei funktionierendes System umgesetzt», resümiert Oliver Zünd. Der Vakuum-Experte lieferte auch die Federstössel – sie gleichen Höhendifferenzen aus, schonen die Oberfläche und sorgen für ein weiches Aufsetzen – sowie die notwendigen Anbindungselemente inklusive Aluminium­profile.

Testanlagen des neuen Schneidtischs BHS150 laufen bereits bei Anwendern vor Ort. «Bisher sind alle zufrieden mit der Lösung», berichtet Oliver Zünd. Für ihn ist damit das Konzept, die eigene Kernkompetenz – den Bau digitaler Schneidsysteme – durch die Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern wie Schmalz und Aerne Engineering gewinnbringend zu ergänzen, aufgegangen. So kann er auch mit der zunehmenden Automation kundenorientierte Lösungen am Markt präsentieren und seinem Motto treu bleiben: «Wir gehen nicht auf Preiskampf ein, wir setzen auf Qualität verbunden mit Innovationskraft.» SMM

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