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Automobilzulieferer steht auf Tornos Drehmaschinen

| Redakteur: Anne Richter

Die Bontaz-Mannschaft vor der der Multiswiss 8x26.
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Die Bontaz-Mannschaft vor der der Multiswiss 8x26. (Bild: Tornos)

Der französische Automobilzulieferer Bontaz hat sich von einer kleinen Automatendreherei zu einem Tier-One-Lieferanten entwickelt. Dabei setzt das Unternehmen verschiedene Drehmaschinen von Tornos ein: die Swiss DT 13, die Swiss GT 32 B sowie Multiswiss-Mehrspindeldrehautomaten.

Bontaz, das ist eine weltumspannende Erfolgsgeschichte, an der deutlich wird, wie man aus einer kleinen Automatendrehwerkstatt einen Automobilzulieferer macht, der alle wichtigen Hersteller auf der ganzen Welt beliefert. Heute beschäftigt Bontaz mehr als 4000 Mitarbeiter in 10 Ländern. Bei seinem kontinuierlichen Wachstum setzt Bontaz auf Tornos. Dies gilt insbesondere für die Erweiterung des Maschinenparks um Mehrspindler mit NC-Steuerung sowie auch für verschiedene Anwendungen an den Einspindeldrehmaschinen.

Die Geschichte von Bontaz Centre ist eng verknüpft mit der des Firmengründers Yves Bontaz, ein Mann mit beeindruckendem Charakter, der dem Unternehmen seinen Stempel aufgedrückt hat: innovativ, dynamisch und zukunftsorientiert. Wenn man dem Geheimnis von Bontaz Centre und seinem Wachstum auf die Spur kommen möchte, sollte man sich ein wenig mit dem Werdegang des Firmengründers befassen.

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Unbezähmbarer Wille

Yves Bontaz, 1938 in Cluses, einer französischen Gemeinde im Arvetal geboren, interessiert sich von Kindesbeinen an für die Mechanik und das Uhrmacherhandwerk, beides Gewerke, die das Herzstück der lokalen Industrie bilden. Als geborener Unternehmer entschied er sich zusammen mit seinem Zwillingsbruder, die renommierte Uhrmacherschule in Cluses zu besuchen; beide bewarben sich als freie Bewerber um einen Platz. Es ist nämlich so, dass keiner der beiden die Geduld hatte, den normalen Weg einzuschlagen und erst das Ende der Schulzeit abzuwarten, um sich dann mit dem Abschlusszeugnis bei dieser Fachschule zu bewerben. Dank ihres Arbeitseifers und ihres Kampfgeists wurden die beiden Brüder trotz ihres jungen Alters angenommen. Nach dieser Ausbildung arbeitete Yves Bontaz bei verschiedenen kleinen Unternehmen, die grösstenteils seinen Onkeln gehörten. 1958 wurden Yves und Florent Bontaz dann zum Wehrdienst einberufen und wurden hier mit der Wartung der Flugzeuge der französischen Armee betraut. Nach 30 Monaten Militärdienst wurde sich Yves darüber klar, dass er sich gerne selbstständig machen wollte. Vor diesem Hintergrund musste er sich eine erste Maschine kaufen. Unterstützt wurde er dabei von seinen Eltern, die sich dazu entschlossen, für die Finanzierung der Maschine ihr Pferd zu verkaufen. Und so wurde Yves Bontaz zum Unternehmer. Er warb seine ersten Kunden an und begann dann bald, seinen Maschinenpark zu erweitern, der schnell von 5 auf 30 Maschinen anwuchs.

Wachstum auf der Basis von Qualität und Produktivität

10 Jahre lang übernahm er Lohnarbeiten für die grossen Unternehmen des Arve-Tals. Diese Art des Automatendrehens rentierte sich allerdings nicht besonders, sodass Yves Bontaz voll auf Produktivität setzte, um über die Runden zu kommen. Einen weiteren Schwerpunkt legte er auf die Qualität. Angesichts eines harten Wettbewerbs wollte er sich mit der Lieferung fehlerloser Teile von der Konkurrenz abheben. Diese beiden Aspekte sind auch heute noch tief innerhalb der Bontaz-Gruppe verankert. Nach 10 Jahren Auftragsfertigung entschied sich Yves Bontaz, mit dem Kauf seiner ersten drei Mehrspindeldrehmaschinen und einer ersten Werkserweiterung die nächste Stufe des Unternehmertums zu erklimmen. Bontaz wurde Zulieferer für Peugeot und Renault und damit für zwei der ganz grossen französischen Automobilmarken. Hier waren die Margen höher und vor allem bestellten diese beiden Abnehmer in grossen Mengen. Sehr methodisch führte Yves Bontaz seinen Produktionsbetrieb mit grossem Geschick und betrieb gleichzeitig weiter Kundenwerbung, um die Geschäfte weiter auszuweiten. Eines Tages zeigte ihm der Einkäufer eines grossen Automobilherstellers ein Teil, das keine andere Automatendrehwerkstatt fertigen wollte. Es handelte sich um eine Kühldüse aus Aluminium, die das zentrale Teil des Motorkühlsystems darstellte.

Eine Neuentwicklung

Dieses Teil markierte den Beginn eines anhaltenden Wachstums bei Bontaz. Zudem kam in den 1990er-Jahren das Thema Umweltschutz auf und rückte in den Fokus. Ein besser gekühlter Motor bedeutete gleichzeitig eine geringere Umweltbelastung, sodass die Nachfrage nach Kühldüsen um das Zehn- und schliesslich Zwanzigfache stieg. Damit wurde die Globalisierung von Bontaz eingeläutet. Angesichts des stetig steigenden Preisdrucks seitens der Auftraggeber wurde eine erste Niederlassung im Ausland, um genauer zu sein, in Osteuropa, eröffnet. Kühn und mitunter auch rebellisch, wie er war, schreckte Yves Bontaz nicht davor zurück, schon nach kurzer Zeit eine Filiale in Shanghai zu eröffnen. Bereits bei seinem ersten Besuch dort mietete er ein Büro an. Und sein Mut hat sich ausgezahlt, laufen heute doch in China 400 000 Neuwagen pro Monat vom Band, die ein Teil beinhalten, das komplett von Bontaz gefertigt wurde. Nach China nahm sich Bontaz den amerikanischen Markt vor, mit Niederlassungen zunächst in Süd- und dann in Nordamerika. Heute beschäftigt das Unternehmen Bontaz Centre 4000 Mitarbeiter und betreibt Niederlassungen in 9 Ländern: in Tunesien mit vier Standorten, in Marokko, in China mit 4 Standorten und in der Tschechischen Republik. In Indien, Brasilien, in den USA sowie in Japan und Südkorea betreibt Bontaz kleinere Einheiten mit zwischen 2 und 24 Beschäftigten. Die Firmenzentrale hat seit den Anfängen des Unternehmens ihren Sitz in Marnaz; in Frankreich zählt das Unternehmen 350 Mitarbeiter, von denen 45 in der Forschung und Entwicklung tätig sind. Im Zuge des angestrebten kontinuierlichen Wachstums wurde gerade in Portugal ein neues Fertigungs- und Montagewerk mit einer Gesamtfläche von 50 000 m2 eröffnet.

Bevorzugter Partner der Automobilindustrie

Bontaz begnügt sich nicht mehr nur mit der Herstellung von Teilen, sondern hat sich mittlerweile zum Tier-1-Lieferanten entwickelt, der eine Schlüsselrolle in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie übernimmt. Neben der erwähnten Kühldüse hat sich Bontaz auf die Montage verschiedener Unterbaugruppen wie elektromagnetische Handbremsen sowie alle möglichen Fluidregelungssysteme spezialisiert. Das Unternehmen arbeitet eng mit zahlreichen der grossen Hersteller sowie mit der Mehrzahl der Erstausrüster zusammen, damit die Effizienz der Motoren Tag für Tag und Kilometer für Kilometer besser wird. So trägt Bontaz also beispielsweise nicht nur im Bereich der Kühlung, sondern auch darüber hinaus aktiv zur Verringerung des Energieverbrauchs bei.

Bontaz und Tornos

In den Werkstätten von Bontaz sieht man eine Vielzahl von kurvengesteuerten Tornos-Mehrspindeldrehmaschinen, die allesamt perfekt gewartet sind. Erst vor Kurzem wurden mehrere Tornos-Maschinen unterschiedlichen Typs wie beispielsweise Maschinen des Modells Swiss DT 13 in den Werkstätten aufgestellt. Zu verdanken ist dies den intensiven Bemühungen von Tornos Technologies France, mit Bontaz als Partner.

Swiss DT 13: flexibel und produktiv

Mit diesen fünf 5-Achsen-Maschinen besitzt das Unternehmen Bontaz bemerkenswerte Fertigungsmöglichkeiten. «Für die Swiss DT 13 sprachen ihr attraktiver Preis, ihre Produktivität und ihre Qualität», unterstreicht Yannick Bontaz, Neffe von Yves Bontaz. Die Maschinen des Typs Swiss DT 13 sind eine echte Alternative zu den kurvengesteuerten Drehmaschinen, weil sie zusätzlich zu ihrer enormen Produktivität die Flexibilität einer numerischen Steuerung bieten. Dank ihrer L-förmigen Kinematik können sie äusserst günstige Zykluszeiten erreichen.

Swiss GT 32 B: für die komplexesten Teile

«Erst vor Kurzem haben wir zwei Swiss GT 32 mit B-Achse erworben. Mit diesen wollen wir hochkomplexe Teile fertigen, und bereits jetzt sind wir von der Maschine angenehm überrascht. Ihre hohe Verwindungssteifigkeit, die sich auch auf die B-Achse erstreckt, die hohe Leistung und die für Drehzahlen bis 9000 min–1 ausgelegten angetriebenen Werkzeuge sorgen dafür, dass mit der Swiss GT 32 hochkomplexe Zerspanungsaufgaben angegangen werden können. Obendrein ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Maschine wirklich ganz ausgezeichnet», erläutert Yannick Bontaz.

Die Multiswiss-Familie bei Bontaz vereint

Bontaz besitzt vier Maschinen vom Typ Multiswiss 6x16. «Zwar hatten wir mit Tornos bereits über lange Jahre gute Erfahrungen mit kurvengesteuerten Mehrspindlern gemacht, dennoch haben wir uns bezüglich des Kaufs NC-gesteuerter Mehrspindelmaschinen zunächst an einen anderen Anbieter gewandt», vertraut uns Bontaz an. Er ergänzt : «Mit diesen Maschinen waren wir eigentlich immer sehr zufrieden. Mit der Zeit haben wir uns dann aber von der Leistungsfähigkeit der Multiswiss überzeugen lassen. Anfangs sprachen uns die ergonomischen Vorzüge dieser Maschine an, die genau unseren Anforderungen entsprachen. Aber schliesslich gaben die hinter der Maschine steckende Technologie und die technischen Finessen den Ausschlag. So entschlossen wir uns also, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und unsere erste NC-gesteuerte Mehrspindeldrehmaschine aus dem Hause Tornos zu kaufen. Die Maschine ist einfach zu bedienen und einzurichten; ihre Rüstzeiten sind aussergewöhnlich kurz, was uns enorme Vorteile bringt. Mit der Multiswiss sind wir insgesamt unglaublich reaktionsschnell. Die Qualität der gefertigten Einzelteile und Serien ist ganz ausgezeichnet. So wundert es auch nicht, dass wir mittlerweile vier Maschinen dieses Typs bei uns stehen haben und eine fünfte bereits bestellt ist.»

Der letzte Spross der Tornos-Familie: die Multiswiss 8x26

«Angesichts des Erfolgs der Multiswiss 6x16 gab es bei uns kein allzu grosses Zögern, als Tornos uns das Projekt der grossen Schwester dieser kleinen Maschine vorstellte: die Multiswiss 8x26. Wir haben uns recht schnell zum Kauf dieser Maschine entschlossen. Und ich muss sagen, die Maschine hat ihre Versprechungen bereits eingelöst. Sie ist wirklich toll konzipiert und, wie ihre kleine Schwester, wartet auch sie mit ausgezeichneten Bearbeitungsmerkmalen wie unvergleichlicher Masshaltigkeit, beispielhafter thermischer Stabilität und erstklassiger Oberflächengüte auf. Der Erfolg unseres Unternehmens basiert auch auf dem Know-how von Tornos und seiner raffinierten Maschinen und deshalb freuen wir uns bereits jetzt auf die beiden neuen Maschinen, die unseren Multiswiss-8x26-Maschinenpark vervollständigen werden», beteuert Bontaz. Der savoyische Unternehmer, eine schillernde Persönlichkeit, zieht folgendes Fazit : «Genau wie mir liegt auch Tornos gut gemachte Arbeit am Herzen.» -ari-

SMM

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